Cool Cat (Figur)
Cool Cat ist eine fiktive Figur im Besitz des Time-Warner-Konzerns. Sie war die Hauptfigur von sechs Zeichentrickkurzfilmen, die die Warner Bros.-Seven Arts Animation-Studios von 1967 bis 1969 für die Warner Brothers-Studios als Teil der Looney-Tunes-Reihe produzierten. Cool Cat war die letzte Starfigur der ursprünglichen, von 1930 bis 1969 hergestellten und in Kinos veröffentlichten, Warner Brothers-Cartoons.
Hauptfigur und Veröffentlichungsgeschichte
Cool Cat ist ein anthropomorpher bengalischer Tiger, der auf seinen Hinterläufen geht. Arttypisch hat ein orangenfarbiges Fell mit Streifen. Außerdem trägt er eine Krawatte oder einen Schal und ein grünes Barett. Er ist ein stets gelassener, über den Dingen stehender („cooler“) Zeitgenosse, der im Jargon der Beatniks der 1960er Jahre, während derer er erschaffen wurde, spricht und typische Attitüden und Manierismen von Teenagern des Amerikas der späten 1960er Jahre an den Tag legt, während er harmlos-humoristische Abenteuer in einer an die Vereinigten Staaten der 1960er Jahre angelehnten Cartoonwelt erlebt.
Die Figur wurde von dem Regisseur Alex Lovy erfunden, als er von den 1967 gegründeten Warner Bros.-Seven Arts Animation-Studios, die als Ableger der Warner Brothers-Studios damals die Produktion der bisher innerhalb der Cartoon-Abteilung der Hauptstudios angefertigten Warner Brothers-Cartoons übernahmen, damit beauftragt wurde, neue Figuren zu entwickeln, die fortan anstellte der klassischen Cartoon-Stars der Studios, wie Bugs Bunny und Porky Pig, als Hauptfiguren von neu zu startenden Cartoonreihen der Warner Brothers-Studios fungieren sollten.
Nachdem Lovy die Figur als Konzept entworfen hatte, wurde ihr visuelles Erscheinungsbild von dem Zeichner Jaime Diaz entworfen. Später wurde vielfach darauf hingewiesen, dass die Figur in ihrem Aussehen zwei wenige Jahre zuvor geschaffenen Cartoon-Figuren konkurrierender Studios ähnelt: Dem Rosaroten Panther (Pink Panther) sowie der Figur Snagglepuss der Hanna-Barbera-Studios.
Die Figur wurde erstmals in dem gleichnamigen Cartoon Cool Cat vorgestellt, der 1967 veröffentlicht wurde. In den meisten Cartoons der Reihe muss er sich eines Großwildjägers namens Colonel Rimfire, einem pedantischen Briten, der meist mit einer Donnerbüchse bewaffnet ist, erwehren, der ihn zur Strecke bringen will. Ansonsten durchstreift er die USA mit einem Strandbuggy (dune buggy) und spielt Guitarre. Als Originalstimme von Cool Cat in den insgesamt sechs Kurzfilmen der Reihe fungierte Larry Storch.
Cool Cat erwies sich, wie die anderen damals neugeschaffenen „Star“-Figuren der Warner Brothers-Studios (wie Merlin, the Magig Mouse und eine Hasenversion des Gangsterpärchens Bonnie und Clyde), als nur sehr mäßig beliebt beim Publikum: Infolgedessen entschieden die Warner Brothers Studios bereits 1969 die Seven Arts Animation-Studios wieder zu schließen und die Produktion von Cartoons einzustellen. Der 1969 veröffentlichte Cool Cat-Cartoon Injun Trouble war der 1000 und letzte Cartoon der klassischen Looney Tunes/Merrie Melodies-Reihe und markierte das vorläufige Ende der Warner Brothers-Zeichentrickfilm-Produktionen, bis zur Eröffnung eines neuen, diesem Zweck gewidmeten Studios im Jahr 1980.
Seit den 1990er Jahren ist die Figur wiederholt als Nebenfigur oder in Form von Cameo-Auftritten in neueren Warner Brothers-Cartoon-Produktionen verwendet worden: So in der 1990er Zeichentrickserie The Sylvester & Tweety Mysteries, in der er wiederholt als Hintergrundfigur zu sehen ist, in dem Direct-to-video-Film Tweety's High-Flying Adventure, in dem er als Mitglied einer Looney-Toons-Version des Londoner Reformklubs aus Jules Vernes In 80 Tagen um die Welt gezeigt wird, und in einer Folge der 2020er Zeichentrickserie Tony Toons Looniversity.
Zeichentrickkurzfilme der Cool Cat-Reihe
- Cool Cat, 1967.
- Big Game Haunt, 1968.
- Hippydrome Tiger, 1968.
- 3 Ring Wing-Ding, 1968.
- Bugged by a Bee, 1969.
- Injun Trouble, 1969.
Literatur
- Jeff Lenburg: The Encyclopedia of Animated Cartoons, Checkmate Books, 1999, S. 69.
- Jerry Beck/Will Friedwald: Looney Tunes and Merrie Melodies. A Complete Illustrated Guide to the Warner Bros. Cartoons, Henry Holt and Co., 1989, S. 362.