Conny Staudinger

Osterreich  Conny Staudinger

Geburtsdatum 15. Juli 1927
Geburtsort Innsbruck, Österreich
Todesdatum 12. Oktober 2025
Sterbeort Kitzbühel, Österreich

Position Center

Karrierestationen

EC Kitzbühel

Konrad Ludwig „Conny“ Staudinger (* 15. Juli 1927 in Innsbruck; † 12. Oktober 2025 in Kitzbühel) war ein österreichischer Eishockeyspieler, der seine gesamte Karriere in seiner Heimatstadt beim EC Kitzbühel verbrachte und 33 Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft absolvierte.

Der vielseitige Sportler war auch in anderen Sportarten wie Skifahren, Tennis, Fußball oder Golf erfolgreich und trat über Jahrzehnte hinweg bis ins hohe Alter auch als Ski- und Tennislehrer in Erscheinung.

Leben und Karriere

Conny Staudinger wurde am 15. Juli 1927 als Sohn einer Kitzbühelerin und eines beim FC Wacker Innsbruck aktiven Amateurfußballspielers aus Ellbögen in Innsbruck geboren, zog mit einem halben Jahr zur Großmutter nach Kitzbühel und war bereits in jungen Jahren sportlich aktiv.[1] Er lebte in der Knappengasse und begann während des Zweiten Weltkriegs eine Friseurlehre bei Viktor da Pont.[1] Nachdem sein Lehrherr aufgrund der politischen Willkür zum Opfer des Widerstandes wurde, musste sich Staudinger bei anderen Friseurbetrieben durchschlagen.[1] In der NS-Zeit trat er als Jugendlicher bei Skimeisterschaften der Hitlerjugend in Erscheinung, wo er etwa bei den Gebietsmeisterschaften im Abfahrtslauf der HJ-Klasse B den zweiten Platz hinter dem gleichaltrigen späteren Abfahrtsweltmeister und Olympiateilnehmer Christian Pravda belegte.[2] Der ebenfalls gleichaltrige Ernst Spieß belegte im selben Rennen den vierten Platz.[2] In dieser Zeit kam er auch in diversen anderen Skirennen der Hitlerjugend während der Gebiets-Skimeisterschaften zum Einsatz, in denen er Podiumsplätze erreichte.[3][4] Im Jänner 1945 wurde der damals 17-Jährige von der Wehrmacht eingezogen und leistete seinen Kriegsdienst bei den Gebirgsjägern in Jugoslawien ab, ehe er im Frühsommer 1945 wieder heimkehrte.[1] Danach arbeitete er als Friseur und Sportlehrer für die französische Besatzung, ehe er an die Skischule wechselte, die er 1951 abschloss.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Staudinger weiterhin an Skirennen teil, etwa bei den ersten Tiroler Skimeisterschaften nach Kriegsende,[5][6][7][8] und wurde 1953 zweifacher Kitzbüheler Stadtmeister im Tennis (im Einzel und im Doppel mit Christian Pravda).[9][10][1] Zusammen mit Edmund Herzig gewann er zudem 1966 den dritten Platz bei der Internationalen Tennislehrermeisterschaft in Bad Ems und belegte im selben Jahr bei der österreichischen Meisterschaft in Wien den dritten Rang im Einzel sowie zusammen mit Franz Maier den zweiten Platz im Doppel.[1] Mit Gustl Specht wurde der fünfmal Meister.[1] Daneben gehörte er zeitweise auch zu den Schuhplattlern und Sängern der Kitzbüheler Nationalsänger und begleitete diese auf Tourneen.[1]

Als Eishockeyspieler konnte er vor allem in den 1950er Jahren große Erfolge feiern und war ein prägender Spieler des EC Kitzbühel, der es 1955/56 bei 21 Meisterschaftsspielen auf 17 Siege brachte. Bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo war er einer fünf Kitzbüheler Spielerin im Kader der österreichischen Eishockeynationalmannschaft, in der er bereits Jahre zuvor sein Debüt gegeben hatte. Der 33-fache Nationalspieler war unter anderem Fahnenträger bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 1953 in Zürich und nahm mit Österreich auch noch an der Eishockey-Weltmeisterschaft 1957 in Moskau teil.

Der vielseitige Sportler, der bereits während seiner aktiven Zeit verschiedenen Trainertätigkeiten übernahm, war vor allem in späteren Jahren vermehrt als Trainer tätig. Im Jahr 1966 gründete er die erste Kinder-Tennisschule Österreichs und war in seiner Heimatstadt sowie in Wien als Tennislehrer aktiv, ehe er seine Tennisschule Ende der 1990er Jahre mit 70 Jahren abgab.[1] Als Skilehrer war Staudinger über Jahrzehnte hinweg in Kitzbühel aber auch international im Einsatz. So fungierte er über 50 Jahre hinweg als Trainer im Sun Valley im US-Bundesstaat Idaho, wo er einst auch die damals sechs Jahre alte Mikaela Shiffrin im Skifahren trainierte.[1] Der Kitzbüheler Siegfried „Sigi“ Engel hatte ihn 1958 nach Sun Valley geholt, wo Staudinger über viele Jahre als sein Stellvertreter wirkte.[1] In all den Jahren arbeitete er dort auch mit Hermann Primus, Peter Erler oder dem bereits mehrfach erwähnten Christian Pravda zusammen; in Hochzeiten wirkten sogar 16 Kitzbüheler zur gleichen Zeit im Sun Valley.[1] Als Golfer war Staudinger, der in jungen Jahren der Tiroler Fußballauswahl angehörte, bis ins hohe Alter aktiv und war zuletzt Mitglied einer Seniorenauswahl, die in Portugal zum Einsatz kam.[1] Sein bestes Handicap war 8.[1]

Aus seiner Ehe mit der bereits vor ihm verstorbenen Jutta (geborene Semmelrock) hatte er drei gemeinsame Kinder.[1] Bis zuletzt wurde er von seiner Lebensgefährtin Hanni betreut.[1]

Am 12. Oktober 2025 starb Staudinger im Alter von 98 Jahren.[11] Nach einem Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche Kitzbühel am 16. Oktober 2025 wurde Staudinger am örtlichen Friedhof beigesetzt.[11]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q Sportgeschichte geschrieben, abgerufen am 16. Oktober 2025
  2. a b Beginn der Gebiets-Schimeisterschaften der HJ.. In: Innsbrucker Nachrichten, 30. Jänner 1943, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  3. Die Gebiets-Schimeisterschaften der HJ.. In: Innsbrucker Nachrichten, 1. Februar 1943, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  4. Abschluß der Gebiets-Schimeisterschaften. In: Innsbrucker Nachrichten, 2. Februar 1943, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  5. Erste Tiroler Skikonkurrenz in Kitzbühel. In: Innsbrucker Nachrichten, 3. Jänner 1946, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  6. Die alpine Skimeisterschaft in Kitzbühel. In: Innsbrucker Nachrichten, 4. Februar 1946, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  7. Tiroler Alpine Skimeisteschaft 1946 in Kitzbühel. In: Tiroler Nachrichten / Tiroler Nachrichten. Tagblatt der österreichischen Volkspartei, 4. Februar 1946, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tna
  8. Koller und Proxauf-Shuh (sic!) – Hahnenkammsieger. In: Innsbrucker Nachrichten, 4. März 1946, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  9. Großer Aufschwung im Kitzbüheler Tennis. In: Innsbrucker Nachrichten, 9. Oktober 1953, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  10. Großer Aufschwung im Kitzbüheler Tennis. In: Tiroler Nachrichten / Tiroler Nachrichten. Tagblatt der österreichischen Volkspartei, 19. Oktober 1953, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tna
  11. a b Parte von Konrad Staudinger, abgerufen am 16. Oktober 2025