Clemens Pötzsch

Clemens Pötzsch (auch Clemens Christian Poetzsch; * 12. März 1985 in Dresden) ist ein deutscher Pianist und Komponist.

Leben

Pötzsch kam 1985 als Sohn des Juristen, Sachbuchautors und Stadtführers Christoph Pötzsch in Dresden zur Welt. Er besuchte das St. Benno-Gymnasium, erhielt bis 2003 eine musikalische Ausbildung am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden und studierte von 2004 bis zum künstlerischen Diplom im Jahr 2010 Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (HfM) bei Michael Fuchs und Matthias Bätzel. Daran schloss sich ein Kompositionsstudium bei Thomas Zoller an.

Wirken

Pötzsch war Gründungsmitglied des deutsch-libanesischen Quartetts Masaa, dem er zwischen 2012 und 2018 angehörte, mit Auftritten unter anderem im Libanon und 2013 auf Einladung des Goethe-Instituts in Ostafrika.

Seit 2016 veröffentlicht Poetzsch eigene Solomusik, in der er klassische Komposition, Jazzimprovisation und elektronische Klangtexturen miteinander verbindet.

Sein Album Remember Tomorrow, das 2019 in der Reihe Neue Meister bei Edel erschien, wurde in fünf Kategorien für den Opus Klassik nominiert.

Neben seinen Konzerten in Europa und Asien – unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg[1] und der Philharmonie Brünn[2] – komponiert Poetzsch Musik für Film, Theater und Ballett. Seine Werke sind dabei in verschiedenen Produktionen dieser Bereiche vertreten.

Im Jahr 2013 komponierte er die abendfüllende Ballettmusik Abschied für das Tanzensemble des Sorbischen National-Ensembles in Bautzen,[3] ein Werk für Klavier, Streichquartett, Elektronik und Chor, das einen Bezug zu seiner sorbischen Familiengeschichte herstellt und zu den wenigen zeitgenössischen Kompositionen für eine sorbische Kultureinrichtung zählt. Eine Videoaufnahme des Ensembles ist ebenfalls verfügbar.[4]

Zu seinen künstlerischen Kooperationen zählen unter anderem gemeinsame Arbeiten mit Reentko Dirks und Sven Helbig.

Einige Songs der Band Rammstein arrangierte er 2015 für Klavier; auf dem Konzeptalbum Rammstein – XXI Klavier ist er auch alleiniger Interpret der ausgewählten Rammstein-Titel.[5][6]

An der Hochschule Lausitz unterrichtete Pötzsch Klavier und Korrepetition.

Auszeichnungen und Preise

Pötzsch wurde mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet, unter anderem war er Preisträger in der International Jazz Haus Piano Competition Freiburg (2008), Finalist im Concours de piano-jazz Martial Solal (2009), Stipendiat der Kulturstiftung des Landes Sachsen und gewann den Solistenpreis des Krokus Jazz Festiwal[7] in Jelenia Góra (2012). Mit Masaa gewann er 2012 den mit 10.000 Euro dotierten ersten Bremer Jazzpreis.[8][9]

Diskografie (Auswahl)

  • Poetzsch/Lauer/Rolnik live in Straubingen (2012)
  • Clemens Poetzsch und Slavicon (2012, mit Alina Gropper, Eugen Rolnik, Florian Lauer)[10]
  • Masaa: Freedom Dance (2013, mit Marcus Rust, Rabih Lahoud, Demian Kappenstein)
  • Peuker8: Resound (2013)
  • Masaa Afkar (2014)
  • Rammstein – XXI Klavier (2015)[5]
  • People and Places (2016)
  • Peuker8: Influx (2018, mit Mark Weschenfelder, Paul Peuker, Alina Gropper, Filip Sommer, Elisabeth Coudoux, Eugen Rolnik, Florian Lauer)
  • Remember Tomorrow (2019)
  • Clemens Christian Poetzsch plays Sven Helbig (2020)
  • The Soul of Things (2021)
  • Chasing Heisenberg (2022)
  • Clemens Christian Poetzsch und Reentko Dirks: Collateral Flow (2024)

Filmmusik

Fußnoten

  1. Klavierabend Clemens Christian Poetzsch in der Elbphilharmonie. In: KulturPort.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  2. Brünn: Deutscher Pianist Clemens Christian Pötzsch am 11. Oktober im Besední dům. In: Tschechien News. Abgerufen am 26. November 2025.
  3. Zwischen Rammstein und Weltmusik. In: Musik in Dresden. 22. Januar 2016, abgerufen am 26. November 2025.
  4. Sorbisches National-Ensemble – Videoaufzeichnung. (YouTube [abgerufen am 26. November 2025]).
  5. a b Clemens Pötzsch: RAMMSTEIN “Klavier” (Memento vom 11. Dezember 2017 im Internet Archive), 25. November 2015
  6. Clemens Pötzsch: New Rammstein Single “Deutschland” feat. Piano by Clemens Christian Poetzsch. 3. April 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  7. Eine Siegerliste des Krokus Jazz Festiwal findet sich im polnischsprachigen Wikipediaartikel des Festivals.
  8. Bremer Jazzpreis: Masaa. In: Jazzthing. 4. Oktober 2012, abgerufen am 15. März 2015.
  9. Frank Schindelbeck: Bremer Jazzpreis 2012 – die Sieger: Masaa. 29. September 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 15. März 2015.
  10. Clemens Pötzsch & Slavicon: SLAVICON. Bauer Studios Ludwigsburg, abgerufen am 19. Mai 2024.
  11. Die Schwimmerin – Abschlussfilm. In: Kunsthochschule für Medien Köln. Abgerufen am 26. November 2025.