Usine Claude et Duval
Die Usine Claude et Duval ist eine Textil-Fabrik in Saint-Dié-des-Vosges in Ostfrankreich, Département Vosges in der Region Grand Est. Sie wurde von Le Corbusier von 1946 bis 1950 erbaut und ist die einzige von ihm erbaute Fabrik. Seit 2016 ist sie Teil des UNESCO-Welterbes.[1]
Geschichte
Die Textil-Fabrik wurde 1882 unter dem Namen Lejal gegründet, die Familien Claude & Duval übernahmen sie 1907. 1944 wurde die Fabrik beim Rückzug der deutschen Truppen teilweise zerstört. Jean Jacques Duval beauftragte den Architekten Le Corbusier mit dem Wiederaufbau, der von 1946 bis 1952 erfolgte. 1988 wurde sie zum Monument Historique erklärt, 2016 zum UNESCO-Welterbe. 1981 übernahm der Sohn Rémi von Jean Jacques Duval die Leitung der Firma und spezialisierte sich auf Prêt-à-porter Kleider für Luxusmarken wie Givenchy, Kenzo, Christian Dior, Louis Vuitton, Loewe, Fenty, Celine u. a.[2] Sie ist eine der wenigen Firmen der Textilindustrie in den Vogesen, die im 21. Jahrhundert noch existieren. Die Firma beschäftigt zwischen 75 und 90 Personen.[3]
2025 wurde mit Bau des „Centre d’interprétation de l’architecture de Le Corbusier“ (Le Corbusier Architektur-Interpretationszentrum) begonnen. Der Architekt ist Snøhetta. Es soll 2027 eröffnet werden, die Kosten von 7,8 Mio. € werden zu 80 % vom Staat, der Rest von der Firma übernommen.[4]
Planung und Bau
Der Architekt und der Fabrikant arbeiteten eng zusammen und Le Corbusier studierte die Abläufe in einer Textil-Fabrik. Die beiden wurden im Verlauf des Projekts Freunde. Le Corbusier war am Wiederaufbau von Saint-Dié beteiligt, so lernte J. J. Duval ihn kennen. Le Corbusier wollte eine „Grüne Fabrik“ bauen, nach den Prinzipien der „Ville Radieuse“, die die Arbeitsbedingungen der Angestellten revolutionieren sollte. Alle Maße sind vom Modulor bestimmt. Der Bau besteht aus drei Elementen: Dem Gebäude mit Freigeschoss, mit Stützen („pilotis“) wie in der Unité d’habitation, darüber die Werkstätten und in der letzten Etage die Büros und schließlich eine Dachterrasse. Dieses neue Gebäude wurde mit den alten verbunden, in denen die Strickwarenherstellung untergebracht war. Die Längsfassaden des Neubaus zeichnen sich durch Glaspaneele mit Holzrahmen aus. An der südöstlichen Hauptfassade wurden erstmals Sonnenschutzlamellen aus Beton angebracht. Sie gewährleisten den Komfort der Mitarbeiter und schützen Textilien vor längerer Sonneneinstrahlung. Die Stoffe werden nach der Anlieferung in die dritte Etage befördert, dort zugeschnitten, in der zweiten Etage erfolgt das Zusammennähen und die Fertigstellung, in der ersten Etage befindet sich das Auslieferungslager. Auffällig ist auch die Verwendung kräftiger Farben wie in der Unité d’habitation.[4][1]
Weblinks
- Website der Firma Duval
- Beschreibung der Fabrik bei Fondation Le Corbusier
- Beschreibung der Fabrik bei Sites-Le-Corbusier.org
Einzelnachweise
- ↑ a b Patrimoine architectural - Le Corbusier. In: Saint-Die-des-Vosges. Ville de Saint-Dié-des-Vosges, 2025, abgerufen am 19. November 2025 (französisch).
- ↑ Usine Duval - Quelques éléments d'histoire. In: Usine Duval. 2025, abgerufen am 19. November 2025 (französisch).
- ↑ Duval. In: French Tex. UNITEX LYON & REGION, 2025, abgerufen am 19. November 2025 (französisch).
- ↑ a b Anne-Laure Chery: Les travaux du Centre d'interprétation consacré à l'architecte Le Corbusier ont débuté à l'usine Duval. In: France Info. Radio France, 15. November 2025, abgerufen am 19. November 2025 (französisch).
Koordinaten: 48° 17′ 26,1″ N, 6° 57′ 1,5″ O