Claude Kuhn

Claude Kuhn (* 30. August 1948 in Bern) ist ein Schweizer Grafiker und Plakatgestalter. Er ist bekannt für seine farblich klar getrennten und minimalistischen Werbeposter.[1]

Leben und Werk

Kuhn begann seine künstlerische Ausbildung 1964 mit dem Vorkurs und der anschliessenden Ausbildung zum Dekorationsgestalter an der Kunstgewerbeschule in Bern[2][1]. 1964 entwarf er erstmals ein Plakat, für den Unterhaltungsabend der Pfadfinder Bluebebärg «In flagranti», und entdeckte dadurch sein Interesse für die Kunstrichtung[3][4][5]. Bereits mit diesem ersten Poster begann seine enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Siebdruckerei Albin Uldrys und seines Sohnes, die einen Grossteil von Kuhns Arbeiten druckte.[1][4]

Nach seinem Abschluss 1968 absolvierte Kuhn 1969–1971 ein Studium in Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und besuchte 1971–1972 die Fachklasse für wissenschaftliches Zeichnen der Kunstgewerbeschule Zürich.[2][5] Ab 1986 bis 1990 war Kuhn als Lehrer der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung Bern tätig. Zudem unterrichtete er als Gastdozent an der Hochschule der Künste Bern und an der Hochschule Luzern, Departement Design Film Kunst.[1][5]

Ab 1972 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 war Kuhn über vier Jahrzehnte als Creative Director und Szenograf im Naturhistorischen Museum der Bürgergemeinde Bern (NHM) tätig und prägte mit seinen stilistisch simplen und aussagekräftigen Plakaten das Erscheinungsbild des Museums und der Gemeinde. Bekannt sind auch seine zahlreichen Werbeplakate für den Tierpark Bern.[1][4][6] Zudem gestaltete Kuhn Wahlwerbung für den ehemaligen Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät und die aktuelle Stadtpräsidentin Berns Marieke Kruit.[4] Renommiert sind auch Kuhns Sportplakate. Als Fechter gestaltete er viele Werbeplakate für Fechtwettkämpfe und als enger Freund des lokal bekannten Box-Trainers und ‑Promoters Charly Bühler auch Boxkampfwerbung.[1][4] 2025 gestaltete Kuhn ein Plakat für die Fussball-EM, wobei sein erster Entwurf mit der Silhouette eines High Heel mit dem Marilyn-Monroe-Zitat «Gib einer Frau die richtigen Schuhe, und sie erobert die Welt» kritisiert und letztendlich abgelehnt wurde. Nach einer Anpassung Kuhns von der Pumps-Silhouette zu einem zentralen Noppenschuh zwischen verschiedenen Schuhpaaren wurde das Werbeplakat aber ausgestellt.[7]

Anlässlich der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2003 entwarf Kuhn die silberne Gedenkmünze «Ski WM 2003 in St. Moritz» mit einem Nennwert von 20 Franken, auf der ein Skifahrer im Schneegestöber abgebildet ist.[8]

Weitere Kunden Kuhns sind unter anderem Circus Knie, Mandelbärli und die Schulzahnklinik Bern.[1]

Bis heute ist Kuhn durch freie künstlerische Arbeit und als Ausstellungsmacher aktiv. Viele seiner Werke wurden in Ausstellungen und Büchern zusammengefasst.[1]

Archiv

2017 schenkte Kuhn ein Archiv seiner Arbeiten, inklusive Entwürfe und Originaldruckgrafiken, der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek. Seitdem wird dieses Archiv laufend mit seinen Werken ergänzt.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Plakate Affiches Posters, Guido Tön: Plakate von Claude Kuhn 1990–1997 Plakatarchiv (PDF; 1,3 MB).
  2. a b Claude Kuhn: Ausstellung des bekannten Berner Plakatkünstlers. In: vhs-bern.ch. Abgerufen am 9. Januar 2026.
  3. Kuhns Werbeplakate sind Kunst. In: Berner Zeitung. 31. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2026.
  4. a b c d e Wenn die Parkbusse zur Inspiration wird. In: Der Bund. 27. Oktober 2023, abgerufen am 9. Januar 2026.
  5. a b c Peter Schibli: «Rätsel, Witz und Poesie». In: Seniorweb Schweiz. 28. Oktober 2023, abgerufen am 9. Januar 2026.
  6. Christoph Reichenau: Reduce to the Max. In: Journal B. 25. Oktober 2023, abgerufen am 9. Januar 2026.
  7. Künstler Claude Kuhn löste mit seinem Plakat zur Frauen-EM eine Sexismus-Debatte aus. In: Der Bund. 22. Mai 2025, abgerufen am 9. Januar 2026.
  8. Alpine Ski WM 2003 in St. Moritz. In: swissmintinfo 1/2003. (PDF; 0,5 MB) Abgerufen am 14. Januar 2026.
  9. Archiv Claude Kuhn. In: www.nb.admin.ch. Schweizerische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. Januar 2026.