Claude Hill (Germanist)
Claude Hill (bis 1945: Klaus Hilzheimer) (* 28. Juli 1911 in Berlin; † 10. Dezember 1991 in Princeton/New Jersey) war ein deutsch-US-amerikanischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Klaus Hilzheimer war ein Sohn des Arthur Hilzheimer und der Lotte Friebus, er wuchs auf dem väterlichen Rittergut auf. Er legte 1930 die Reifeprüfung an der Landesschule Pforta ab. Anschließend studierte er von 1930 bis 1937 Germanistik und Philosophie und zwar an der Universität Jena (1930 bis 1931 und 1935 bis 1937), der Universität Wien (1931) und der Universität Göttingen (1931 bis 1935). 1935 legte er in Weimar eine Prüfung als Buchhändlergehilfe ab und promovierte 1937 an der Universität Jena bei Arthur Witte. Hilzheimer wurde aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Bis 1938 arbeitete er als Buchhändler und emigrierte dann in die USA. Dort war er kurze Zeit als Buchhändler tätig und ab 1940 zunächst als Lehrer für deutsche Literatur an verschiedenen Colleges. Von 1943 bis 1945 arbeitete er als Kommentator bei der Voice of America. Im Jahre 1945 wurde er Staatsbürger der USA und änderte seinen Namen in Claude Hill.
Von 1946 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1979 war er Hochschullehrer für Germanistik an der Rutgers University, zunächst als Assistenzprofessor, ab 1951 als außerordentlicher Professor und seit 1961 als Ordinarius.
In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Claude Hill vor allem mit der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, u. a. mit Bertolt Brecht.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Das Drama der deutschen Neuromantik. Akademischer Verlag, Halle 1938 (= Dissertation Universität Jena).
- (Hrsg.): Drei Nobelpreisträger: Hauptmann, Mann, Hesse. Harper, New York 1948.
- Hermann Hesse als Kritiker der bürgerlichen Zivilisation. In: Monatshefte für deutschen Unterricht, deutsche Sprache und Literatur, Bd. 15 (1948), S. 241–253.
- (Hrsg.): Drei zeitgenössische Erzähler. American Book Company, New York 1951.
- (mit Ralph Ley): The drama of German Expressionism. A German-English Bibliography (= University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures, Bd. 28). The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1960 (Nachdruck 1966).
- Bertolt Brecht. In: Universitas (dt. Ausgabe), Bd. 15 (1960), S. 1275–1288.
- Hugo von Hofmannsthal – A Classic of German Poetry in the Twentieth Century. In: Universitas (engl. Ausgabe), Bd. 4 (1961), S. 63–77.
- The Stature of Arthur Schnitzler. In: Modern Drama. A journal devoted to the drama since Ibsen, Bd. 4 (1961), S. 80–91.
- Zweihundert Jahre deutscher Kultur. Harper & Row, New York 1966 (Reprint: Inst. of German Studies, Indiana Univ., Bloomington, Ind. 1979).
- (Hrsg., mit Helen Hill): Kästner für Studenten. Harper & Row, New York 1968.
- (mit Helen Hill): Lesen mit Gewinn. A vocabulary-building German reader. Harper & Row, New York 1972, ISBN 0-06-042824-4.
- Bertolt Brecht (= Twayne's world authors series, Bd. 331). Twayne, Boston 1975 (dt. Ausgabe als UTB, Bd. 694. Francke, München 1978, ISBN 3-7720-1271-X).
Festschrift
- Ralph Ley (Hrsg.): Perspectives and personalities. Studies in modern German literature honoring Claude Hill (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte, Folge 3, Bd. 37). Winter, Heidelberg 1978, ISBN 3-533-02657-4.
Literatur
- Hill, Claude. In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. Elbingen: Verband Deutscher Antiquare, 2011, S. 136f.
Einzelnachweise
- ↑ Ralph J. Ley: Hill, Claude. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1850. Bd. 2. De Gruyter, Berlin 2003, S. 750f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).