Claude Ferdinand Gaillard
Claude Ferdinand Gaillard, auch Ferdinand Gaillard (* 7. Januar 1834 in Paris; † 20. Januar 1887 ebenda), war ein französischer Kupferstecher und Maler.
Leben
Ferdinand Gaillard wurde am 7. Januar 1834 in Paris als Sohn eines Schmieds aus Lavigny geboren. Er erhielt seine erste Ausbildung an der Zeichenschule der École de Médecine und bei den Frères du Gros-Caillou. 1853 trat er an der Ècole des Beaux-Arts ein und lernte später die Technik des Kupferstechens. Er gewann den zweiten Preis 1852 und den großen Rompreis 1856, was ihn für fünf Jahre nach Italien führte. Gaillard reiste auch nach Konstantinopel und Griechenland. Während des Krieges von 1870 kämpfte er in Bouzenval und kehrte danach nach Neapel und schließlich 1880 nach Rom zurück. Dort malte er ein Porträt von Papst Leo XIII., der so entzückt war, dass er Gaillard acht Monate im Vatikan behielt. Gaillard wurde in den Franziskanerorden aufgenommen. Er starb am 20. Januar 1887 an Magenkrebs und wurde auf dem Montparnasse-Friedhof beigesetzt.
Gaillard war auch unter dem Pseudonym Caroline de Beaulieu tätig.[1]
Werke (Auswahl)
Gaillard war bekannt für seinen rückwärts gerichteten Stil und seine Vorliebe für die Technik der alten Meister, wobei er oft Porträts malte. Sein bekanntestes Werk, das Porträt seiner Tante, erhielt 1872 eine Medaille. Als Stecher erzielte er bedeutende Erfolge mit Werken, die er nach berühmten Malern schuf, darunter „Mann mit der Nelke“ und „Reiterbildnis des Gattamelata“. Er entwickelte eine eigene Technik, die feine Striche verwendete, um präzise Zeichnungen und eine glänzende Stofflichkeit zu erreichen. Diese Technik führte jedoch dazu, dass seine Werke der Wirkung und Bedeutung von Photogravuren ähnelten. Gaillard hinterließ viele bedeutende Platten, ließ jedoch einige Werke unvollendet.
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Odaliske, 1859
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Reiterbildnis des Gattamelata, National Gallery of Art
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Porträt von Leo XIII., National Gallery of Art
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak, Herrsching 1986, ISBN 978-3-88199-300-5, S. 254.
- Gaillard, Ferdinand. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 76–77 (Textarchiv – Internet Archive).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ferdinand Gaillard (1834-1887). In: Galerie Philippe Altmeyer. Abgerufen am 2. Oktober 2025 (englisch).