Clamor von dem Bussche

Clamor Adolph Theodor von dem Bussche (* 5. September 1734; † 29. Dezember 1818)[1] war ein Geheimer Rat im Fürstentum Osnabrück und Landrat. Mit dem Tod seines Vaters 1752 wurde er Herr zu Hünnefeld, Königsbrück, Steinhausen und Tappenburg.

Leben

Herkunft

Clamor Adolph Theodor von dem Bussche stammte aus dem Hause von Bussche-Hünnefeld. Er war der älteste Sohn von Johann Friederich von dem Bussche (1709–1752), Herr zu Hünnefeld, und Dorothea Johanna, geb. von Ledebur (1717–1755). Seine Mutter war die Erbin von Königsbrück, Steinhausen und Tappenburg.

Sein Vater wurde mit der Hochzeit Herr auf Königsbrück, Steinhausen und Tappenburg und war Mentor des späteren Juristen und Staatsmann Justus Möser, welcher später unter seinem Sohn arbeitete. Nach dem Tod des Mentors 1752 wurde Möser Vormund der Kinder von Johann Friederich von dem Bussche.[2]

Leben

Clamor Adolph Theodor von dem Bussche studiert in Leyden Jura. 1774 wurde er zum Landrat der Osnabrücker Ritterschaft gewählt.[3]

1783 wurde er Geheimer Rat und führte während der Abwesenheit des Fürstbischofs von Osnabrück, Friedrich Herzog von York die Regierungsgeschäfte des Hochstifts Osnabrück.[3] Möser war bis zu seinem Tod 1794 als sein Regierungsreferendar unter von dem Bussche tätig.[4] Zu dieser Zeit bestand die landesherrliche Zentralverwaltung des Hochstifts aus dem Geheimen Rat und der Land- und Justizkanzlei. Von dem Bussche war 1794 das einzig weltliche adelige Mitglied des Geheimen Rates.[5]

Nach Mösers Tod Anfang 1794 wurde Friedrich August Lodtmann (1743–1808) sein Nachfolger. Da Möser aber an sämtlichen Regierungsgeschäften beteiligt war, war sein Verlust weder durch von dem Bussche noch durch Lodtmann wettzumachen.[6]

Zu Mösers Tod hatte von dem Bussche um die 11.850 Reichstaler Schulden bei ihm und war damit der größte Schuldner des Verstorbenen.[3][7] Über einen Erbgang über die Schwester, Magdalena Dorothea († 1750), welche mit Henrich Adolf von Ledebur verheiratet war, vom Besitzer Gerhard Christian von Nagel († 1775), Sohn von Nikolaus Friedrich von Nagel, kam das Gut Wallenbrück um 1784 in seinen Besitz.[8] Über diese Erbfolge kam auch das Gut Warmenau in sein Besitz.

Nach seinem Tod erbte sein Neffe Clamer Dietrich Ernst Gerhard (1767–1822), Sohn seines jüngeren Bruders Christian August Clamor von dem Bussche (1736–1791), die Güter.

1816 war er mit dem Großkreuz des Guelphen-Ordens ausgezeichnet worden.

Literatur

  • Henning Buck (Hrsg.): Patriotische Phantasien. Rasch, Bramsche 1994, ISBN 3-930595-00-1 (Ausstellungskatalog), u. a. S. 51.

Einzelnachweise

  1. Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland. Heberle, 1858, S. 422.
  2. Jürgen Schlumbohm: Soziale Praxis des Kredits: 16.–20. Jahrhundert. Hahnsche, 2007, ISBN 978-3-7752-6038-1, S. 89.
  3. a b c Jürgen Schlumbohm: Soziale Praxis des Kredits: 16.–20. Jahrhundert. Hahnsche Buchhandlung, 2007, ISBN 978-3-7752-6038-1, S. 88.
  4. Henning Buck: Patriotische Phantasien: Justus Möser, 1720–1794, Aufklärer in der Ständegesellschaft : Ausstellung anlässlich des 200. Todesjahres Justus Mösers. Rasch, 1994, ISBN 3-9800689-7-8, S. 51.
  5. Ulrich Winzer, Susanne Tauss: Frankreich in Osnabrück: Eine Region in napoleonischer Zeit. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 15. bis 17. September 2022. Waxmann Verlag, 2023, ISBN 978-3-8309-9767-2, S. 230.
  6. Ulrich Winzer, Susanne Tauss: Frankreich in Osnabrück: Eine Region in napoleonischer Zeit. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 15. bis 17. September 2022. Waxmann Verlag, 2023, ISBN 978-3-8309-9767-2, S. 51.
  7. Henning Buck: Patriotische Phantasien: Justus Möser, 1720–1794, Aufklärer in der Ständegesellschaft: Ausstellung anlässlich des 200. Todesjahres Justus Mösers. Rasch, 1994, ISBN 3-9800689-7-8, S. 53.
  8. Karl Adolf von der Horst: Die Rittersitze der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden. Verlag von J.A. Stargardt, 1894, S. 38.