Cilli-Maria Kroneck-Salis
Cilli-Maria Amalie Kroneck-Salis (geboren am 13. Juli 1923 in Berlin; gestorben am 25. Dezember 2010 in Bad Iburg) war eine deutsche Schauspielerin und Frauenrechtlerin, die sich für die Gründung eines der ersten autonomen Frauenhäuser in Niedersachsen in Osnabrück engagiert hat.
Leben
Cilli-Maria Salis wurde am 13. Juli 1923 in Berlin geboren. Ihr Vater war der Jurist Rudolf Salis, ihre Mutter war Halbjüdin und wurde in der NS-Zeit, die sie überlebte, verfolgt.[1] Sie wuchs in Bad Iburg auf, besuchte dort die Schule, bis sie auf das Gymnasium Lyceum Osnabrück wechselte. Sie verließ das Gymnasium vorzeitig, da sie dort ständiger Diskriminierung ausgesetzt war. Nachdem sie das Gymnasium verlassen hatte, begann sie eine Ausbildung im Bürobereich und nahm gleichzeitig privat Schauspielunterricht. Die Aufnahme an einer staatlichen Schauspielschule war ihr, aufgrund ihrer jüdischen Abstammung, verwehrt.[2]
Bis 1944 hatte sie ein Engagement am Theater, doch das wurde 1944 geschlossen und Cilli-Maria Salis wurde zur Arbeit in der Rüstungsindustrie dienstverpflichtet. Nach dem Ende des Krieges, bis 1948 erhielt sie Theaterengagements in Osnabrück und Bremen. Sie kehrte 1948 nach Berlin zurück, um die Anwaltspraxis ihres Vaters nach dessen Tod aufzulösen. Für das Weltflüchtlingswerk der evangelischen Kirche arbeitete sie 1950 in Italien. Zurück in Deutschland heiratete Cilli-Maria Salis 1953 in Köln und sie bekam zwei Töchter Susanne und Ulrike in den Jahren 1955 und 1957.[2]
Cilli-Maria Kroneck-Salis kehrte 1964 zurück nach Bad Iburg in das elterliche Haus und holte 1974 die Abiturprüfung nach. Danach studierte sie Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück. Den Verein zum Schutz misshandelter Frauen gründete sie 1978 und eröffnete die Frauenberatungsstelle Osnabrück, in der sie ehrenamtlich mitarbeitete. Sie setzte sich dabei unermüdlich für die Eröffnung eines Frauenhauses ein. Dieses wurde 1980 in Osnabrück eröffnet und es war eines der ersten autonomen Frauenhäuser in Niedersachsen. Bis 1983 arbeitete Kroneck-Salis aktiv im Osnabrücker Frauenhaus mit.[2][3]
Als während der Jugoslawienkriege 1992 Frauen aus dem Kriegsgebiet Osnabrück erreichten und Hilfe benötigten, arbeitete sie für die Gründung eines Frauenflüchtlingshauses. Sie setzte sich bei Stadt, Land und Bund für die Finanzierung ein und engagierte sich dafür in ihrem Verein. Das Frauenflüchtlingshaus wurde 1993 in Osnabrück eröffnet. Es bot bosnischen Frauen und Kindern Schutz. Sie war bis 2010 weiter ehrenamtlich im Vorstand des Trägervereins des Frauenhauses tätig. Zudem nahm sie öffentliche Auftritte und Veranstaltungen wahr.[2]
Cilli-Maria Kroneck-Salis starb am 25. Dezember 2010 in Bad Iburg. Dort wurde sie auch bestattet.
Ehrungen
Die Bürgermedaille der Stadt Osnabrück wurde ihr 1989 verliehen, als Anerkennung ihrer Verdienste um den Aufbau des Osnabrücker Frauenhauses und ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit zum Wohle vieler Osnabrücker Frauen und Kinder.[2]
Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde ihr 2003 verliehen.[2]
Cilli-Maria Kroneck-Salis wurde in Bad Iburg mit einem frauenORT Niedersachsen geehrt.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Espresso-Bar in historischen Mauern (PDF), abgerufen am 7. Dezember 2025
- ↑ a b c d e f frauenORT Cilli-Maria Kroneck-Salis. In: osnabrueck.de. staerkt.osnabrueck.de, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Geschichte. In: frauenhaus-os.de. Abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Pascal Grötemeyer: 102. Geburtstag von Cilli-Maria Kroneck-Salis. In: os-rundschau.de. 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025.