Christuskirche (Ulm)
Die Christuskirche ist ein 1899 fertiggestellter evangelischer Kirchenbau in der Ulmer Weststadt, direkt an der Grenze zum Stadtteil Söflingen gelegen.
Geschichte und Architektur
Die um ein Klarissenkloster wachsende Siedlung Söflingen westlich von Ulm hatte zunächst kaum evangelische Einwohner. Nach entsprechenden Zuzügen infolge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte 1876 die Gründung einer evangelischen Gemeinde, die zunächst in der Söflinger Friedhofskapelle St. Leonhard Gottesdienste feierte. Am 15. September 1898 fand die Grundsteinlegung der Christuskirche mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks statt, jedoch auf Ulmer Gemarkung unmittelbar an der Grenze zum damals noch selbstständigen, 1905 dann eingemeindeten Söflingen (Adresse: Königstraße 7; Grund war offenbar die Weigerung Söflingens, für diesen Zweck Grundstücke zu veräußern[1]).
Die Kirche wurde am 21. Dezember 1899 eingeweiht. Architekt war Heinrich Dolmetsch, der mit einem Grundriss in lateinischer Kreuzform angelegte Bau mit etwa 400 Sitzplätzen eine seiner letzten neugotischen Kirchen. Sie besitzt eine Holzdecke und farbige Glasfenster. Seitlich vom Altarraum befinden sich Fresken von Adolf Loy: Der barmherzige Samariter (rechts) und Der verlorene Sohn (links). Das Holzkreuz auf dem Altar wurde 1949 von Martin Scheible gefertigt, von dem auch die Rundbilder im Chorraum und der Entwurf des Lesepults stammen.
1936/37 fand eine Innenrenovierung statt. 1944/45 wurde die Kirche bei wiederholten Luftangriffen stark beschädigt und bis 1957 samt dem ebenfalls beschädigten Gemeindehaus instandgesetzt. 1986 erhielt sie ein neues Dach und wurde teilweise außen renoviert. 1991/92 erfolgte eine umfangreiche Innenrenovierung, 1993 wurde der Turm saniert. Im Jahr 2000 wurde eine von Ulrich Keßler aus Schrott-Teilen geschmiedete Christusstatue vor der Kirche aufgestellt, in die auch ehemalige Zifferblätter der Turmuhr eingearbeitet sind. 2007 wurde die Außenfassade renoviert, 2012 das benachbarte alte Gemeindehaus abgerissen und durch einen 2014 eingeweihten Neubau ersetzt.
Orgel
Die 1977 - unter Verwendung des Gehäuses der ersten, ebenfalls von Link stammenden Orgel von 1899 - eingebaute Orgel besitzt 1442 Pfeifen und 21 Register auf zwei Manualen und Pedal, stammt von der Firma Link und ist das op. 956 der Firmengeschichte. Das Schleifladen-Instrument hat mechanische Spieltrakturen, die Registertrakturen sind elektrisch.[2]
Glocken
Im Turm befinden sich 4 Glocken aus den 1950er Jahren. Sie sind wie folgt gestimmt: G‘, F‘, B‘, C‘‘
Einzelnachweise
- ↑ Henning Petershagen (Hrsg.): Vorstadt Söflingen. Ulm, Süddeutsche Verlagsgesellschaft 2005, ISBN 3882943483, S. 122
- ↑ Orgeldisposition mit Klangbeispielen
Weblinks
- Homepage Evangelische Christuskirchengemeinde, Ulm-Söflingen
- Flyer Christuskirche, Stand Juni 2014
- Datenblatt, kirchbau.de
Koordinaten: 48° 23′ 38,9″ N, 9° 57′ 43,3″ O