Christine Sefolosha

Christine Sefolosha (geborene Christine Beck; * 23. Juli 1955 in Montreux) ist eine Schweizer bildende Künstlerin und Malerin, die sich der Art brut zurechnen lässt.

Werdegang

Christine Sefolosha wurde im Juli 1955 als Christine Beck in Montreux geboren[1] und wuchs als Einzelkind in einer deutsch-schweizerischen Familie auf. Sie begann schon als Kind zu zeichnen.[2] Sie heiratete einen weissen südafrikanischen Tierarzt, den sie in der Schweiz kennengelernt hatte, und zog 1975 mit ihm und dem mittlerweile geborenen Kind von Montreux nach Johannesburg. In den folgenden Jahren lebte sie in Südafrika und arbeitete mit ihrem Mann in einer Tierklinik. Daneben malte und zeichnete sie als Autodidaktin weiter, knüpfte zunehmend Kontakte zur lokalen Bevölkerung und Kunstszene[2] und lernte die schwarzafrikanische Kultur kennen.[3] 1983 liess sie sich von ihrem Mann scheiden.[4][5]

Ihren späteren zweiten Ehemann Patrick Sefolosha lernte Christine Sefolosha nach einem Konzert in Johannesburg kennen. Er war in Mamelodi aufgewachsen und Frontmann und Saxophonist der Afropop-Band Malopoets. Christine Sefolosha wurde in Folge als mutmassliches Mitglied des African National Congress geführt und mehrfach von der Polizei verhaftet. Als sie schwanger war, floh das Paar 1982/1983 vor der Apartheid aus Südafrika in die Schweiz,[3][4] wo ihr Sohn Kgomotso geboren wurde. 1984 kam der Sohn Thabo Sefolosha in Vevey zur Welt.[5] Nachdem ihr Mann nach Südafrika zurückgekehrt war, lebte sie ab 1986 allein mit ihren drei Kindern in der Schweiz.[2] Sie ist als Künstlerin tätig und beteiligt sich regelmässig an Ausstellungen.

Werk

Christine Sefoloshas Werk lässt sich in drei Schaffensphasen gliedern, die «grossformatige, kräftige Erdbilder, Fingermalerei mit Teer sowie Aquarelle auf hauchdünnem Zwiebelschalenpapier» mit Darstellungen menschlicher und tierischer Gestalten umfassen.[3] Erde oder Teer verwendet sie dabei oft zum Anmischen der Farbe. Ihre Bilder und Druckgrafiken zeigen häufig Darstellungen von wilden Tieren oder Mischwesen,[2] wie schwarze Vögel, Wölfe, Gazellen und Hirsche.[3] In ihren Werken «verschmilzt Mythos, Realität und Traum.»[4][6] Ihre plastischen Arbeiten bestehen aus Fundstücken, Textilien, Fäden und Altholz, die sie zu fragilen und archaisch wirkenden Figuren zusammenfügt.[6]

Ein prägendes Merkmal ihrer Arbeiten ist «eine dezidiert animistische Weltsicht. Vögel und Tiere sind majestätische Wesen, die Respekt, Verehrung und Nachahmung verdienen. Mit einer Sensibilität, die man sonst nur bei Angehörigen indigener Gemeinschaften findet, offenbart Sefolosha das Wesen ihrer expressionistischen Geschöpfe – ihre Seele – und damit eine verblüffende Verbundenheit mit der authentischen Tierwelt».[7]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2019: Larguer les amarres- Schloss Chillon, Veytaux (Einzelausstellung)
  • 2017: Outsider Art Fair NY. New York
  • 2016: Winter Spotlight: Visionary Edge. Cavin-Morris Gallery, New York
  • 2015: Outsider Art Fair NY. New York
  • 2014: The Visionary Experience. American Visionary Art Museum, Baltimore
  • 2014: Sous le vent de l’art brut II. Halle Saint Pierre, Paris
  • 2013: Primitive Cabaret. Galerie Polad-Hardouin, Paris
  • 2012: Timeless: World of Woodland Spirits. Judy Saslow Gallery, Chicago
  • 2011–2012: Weltensammler. Internationale Aussenseiterkunst der Gegenwart. Wanderausstellung: Kunsthalle Erfurt, LaM – Lille Métropole, musée d’art moderne, d’art contemporain et d’art brut, Musée de l’Abbaye Sainte-Croix, Kunstmuseum Thurgau / Kartause Ittingen
  • 2011: Neue – Nouveau – Nuovo – New. Open art museum, St. Gallen
  • 2010: Wild Kingdom. John Michael Kohler Arts Center, Sheboygan, USA
  • 2008: Christine Sefolosha: Cœur Ardent. Cavin-Morris Gallery, New York (Einzelausstellung)
  • 2008: Gratwanderer. 2. Jubiläumsausstellung: Outsider Art. Open art museum, St. Gallen
  • 2007: A Monographic exhibition. Halle Saint Pierre, Paris (Einzelausstellung)
  • 2007: Les Yeux Ouverts. Galerie Polad-Hardouin, Paris (Einzelausstellung)[8]
  • 2004: 10 cartes blanches. Troisième Triennale visarte.vaud. Musée d’art de Pully, Pully
  • 2000/2001: L’art de jouer. Schweizer Spielmuseum, La Tour-de-Peilz
  • 2000: Christine Sefolosha ... und geschaut in Nachtgeschichten. Open art museum, St. Gallen (Einzelausstellung)[3]
  • 1998: Christine Sefolosha. L’ombre a quattre pattres. Palais de Rumine, Lausanne (Einzelausstellung)
  • 1997: Libre regard sur la scène artistique veveysanne. Musée Jenisch, Vevey[9]

Einzelnachweise

  1. Actor: Christine Sefolosha. In: Künstlerverzeichnis, SIK-ISEA. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, abgerufen am 2. Januar 2026.
  2. a b c d Christine Sefolosha. In: American Visionary Art Museum. Abgerufen am 2. Januar 2026
  3. a b c d e Christine Sefolosha ... und geschaut in Nachtgeschichten. In: Open art museum. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  4. a b c 50 Artists / 4. In: Raw Vision: Women in Outsider Art. Ausgabe 103, Herbst 2019, S. 41 (PDF; 59,9 MB).
  5. a b Scott Eden: The Prosecution of Thabo Sefolosha. In: ESPN The Magazine. 17. Dezember 2015, abgerufen am 2. Januar 2026.
  6. a b Christine Sefolosha. In: Margo Outsider Art. 17. Dezember 2015, abgerufen am 2. Januar 2026.
  7. Christine Sefolosha: Fragility and Force. In: Raw Vision. Ausgabe 66, Frühling 2009, S. 34 ff.
  8. Exhibitions. In: Website von Christine Sefolosha., abgerufen am 2. Januar 2026.
  9. Exhibition: Christine Sefolosha. In: Künstlerverzeichnis, SIK-ISEA. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, abgerufen am 2. Januar 2026.