Christina Nigg

Christina Nigg (* 24. Februar 1961 in Rüschlikon, Kanton Zürich, Schweiz) ist eine ehemalige Schweizer Boxerin. Sie wurde 1998 die erste Schweizer Profiboxweltmeisterin.[1][2] Bis zu ihrer Pensionierung 2025 war sie als Chefin Leistungssport beim Schweizer Boxverband tätig und führte den Boxclub Thun Berner Oberland BTO.[3] Ihr Box-Gym gilt als das erste dieser Art in Thun.[1]

Werdegang

In ihrer Kindheit betrieb Nigg die Sportarten Skifahren, Kunstturnen sowie Handball in der obersten Liga, bevor sie sich fürs Boxen entschieden hat.[2] So war sie als Handballerin bei Rot-Weiss Thun und Kunstturnerin im TV Strättligen aktiv.[4] 2005 schloss sie ihr Studium in Sportmanagement mit der Maximalnote ab.[5]

Zum Boxsport kam Nigg, als sie in ihrer Tätigkeit als damalige Physiotherapeutin diverse Boxer betreute.[4] Als Nigg damals mit dem Boxen starten wollte, meinte der Boxtrainer André Schenk, sie solle die Männer nicht beim Training stören.[4]

Nigg lebt in Thun.

Gleichberechtigung im Boxen

Nigg wurde Box-Weltmeisterin, als Frauen in der Schweiz noch nicht boxen durften, und verfügte bei ihrem Gewinn als Weltmeisterin eine amerikanische Lizenz.[6][7] Grund dafür war, dass das wettkampfmässige Frauenboxen vom Schweizerischen Boxsport-Verband (Swissboxing) bis in die 1990er Jahre nicht erlaubt war.[8] Erst 1999 wurde das Boxen in der Schweiz auch für Frauen zugänglich gemacht.[7] Christina Nigg ist die erste Frau mit Profi-Boxlizenz in der Schweiz.[8]

Einzelnachweise

  1. a b «Ich habe mir erkämpft, geduldet zu sein»: Christina Nigg war die erste Profi-Boxerin der Schweiz – jetzt geht sie in Rente. In: Berner Zeitung. 25. Februar 2025, abgerufen am 25. November 2025.
  2. a b Patrick Mäder: «Uns fehlen Aushängeschilder wie Federer und Odermatt». In: blick.ch. 8. März 2024, abgerufen am 25. November 2025.
  3. Boxen – ein Sport für alle. In: Berner Zeitung. 30. Januar 2011, abgerufen am 25. November 2025.
  4. a b c Statt in den Boxring geht sie schon bald auf Reisen. In: Thuner Amtsanzeiger. 10. Mai 2024, abgerufen am 25. November 2025.
  5. Die Sichtweise der neuen Box-Leistungssportchefin Christina Nigg. In: SWI swissinfo.ch. 16. April 2020, abgerufen am 25. November 2025.
  6. Denise Schmutz: Bern Freiburg Wallis. Christina Nigg boxte sich gegen die Männer durch. In: SRF News. 6. November 2013, abgerufen am 25. November 2025.
  7. a b Man sah sie lieber auf dem Schoss der Männer als im Ring. In: bazonline.ch. 10. April 2020, abgerufen am 25. November 2025.
  8. a b Michael Jucker: Frauenboxen in der Schweiz: Ein Kampf um Gleichberechtigung. In: Blog zur Schweizer Geschichte – Schweizerisches Nationalmuseum. 10. November 2021 (nationalmuseum.ch [abgerufen am 25. November 2025]).