Christian and Missionary Alliance

Christian and Missionary Alliance
(C&MA)
Gründung 1887
Gründer Albert Benjamin Simpson
Sitz New York City (Gründungsort), Colorado Springs (für USA) und São Paulo (weltweit)
Vorläufer Higher Life movement
Motto Christ is Saviour, Sanctifier, Healer, and Coming King oder Bring the Peace of Jesus to a World in Need
Schwerpunkt Jesus Christus als Retter, Heiligender, Heiler und kommender König bekannt machen
Methode Evangelisation, Mission und Diakonie
Aktionsraum Afrika, Asien, Australien, Europa, Nordamerika, Südamerika
Personen Jonathan Schaeffer (seit Mai 2025)[1]
Mitglieder 6.200.000 (USA: 500.000)
Website www.cmalliance.org

Die Christian and Missionary Alliance (C&MA oder vereinfacht auch CMA genannt) ist eine ursprünglich US-amerikanische evangelikale Missionsgesellschaft, die 1887 vom kanadischen presbyterianischen Pastor Albert Benjamin Simpson gegründet wurde. Sie wurde 1974 zum eigenständigen Gemeindeverband mit Schwerpunkt Mission. Die CMA hatte im Jahr 2025 weltweit mehr als 25.000 Kirchgemeinden (in den USA über 2.000) mit etwa 6.200.000 Mitgliedern und 90 theologische Ausbildungsstätten in 88 Ländern.[2] Es werden in deren Gottesdiensten ungefähr 180 Sprachen und Dialekte gesprochen.[3]

Geschichte

Der kanadische presbyterianische Theologe Albert Benjamin Simpson (1843–1913) hatte eine wichtige Pastorenstelle in New York City inne. 1881 ließ er sich nochmals taufen, so wie die Baptisten die Taufe verstanden und durchführten. Denn er sah in Jesus Christus nicht nur seinen Retter, sondern auch den, der ihn heiligte, den Heiler und den kommenden König. Er sah sich von Gott berufen, den Armen und Außenseitern das Evangelium zu bringen. So gründete er die New York Gospel Tabernacle Church, um Menschen zusammenzubringen und mit ihnen das Evangelium zu teilen. Er richtete 1890 auch das Missionary Training Institute (MTI) ein, um Menschen für missionarische Dienste zu unterrichten, zu schulen und zu senden. Ein erstes Team mit fünf Missionaren wurde bereits 1884 in den Kongo ausgesandt.[4] Die beteiligten Allianzversammlungen waren Zweige des 1887 gegründeten Missionswerks Christian Mission and Alliance (C&MA), aber nicht Mitgliedskirchen, da es sich nicht um einen eigentlichen Kirchenverband handelte. Nebst Simpson gehörten der Sekretär Albert E. Funk und der Kassier David Crear zum Komitee der neugegründeten evangelistischen Organisation.[5]

Bereits im Gründungsjahr wurde eine erste Allianzkirche, der Bethany Tabernacle, von John Salmon in der kanadischen Stadt Toronto gegründet. William Cassidy, ein Arzt aus dieser Stadt, war der erste Missionar der Allianz, der nach China ausgesandt wurde.[6]

Nach dem Tod Simpsons 1919 wurde der Evangelist und Pastor Dr. Paul Rader Leiter der CMA. Viele sogenannte Tabernacles, wie die Versammlungslokale hießen, wurden in den USA und Kanada eingerichtet. Die Große Depression und der Zweite Weltkrieg waren jedoch eher Zeiten der Konsolidierung und weniger der räumlichen Expansion.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerten sich mit den Mitgliedern auch die Versammlungsstätten eher in die Vorstädte. Die Theologen A. W. Tozer und Louis L. King waren in dieser Zeit die einflussreichen geistlichen Führungspersonen der CMA. King war der führende Missionar und propagierte eigenständige und unabhängige Kirchen in der Dritten Welt. Die Kirchen in den armen Ländern sollten nicht nur empfangen von den Missionaren, sondern auch Impulsgeber für die CMA in Amerika sein.

Ab 1969 begann die C&MA in Australien Gemeinden zu gründen. Seither sind dort 52 multiethnische Kirchen mit mehr als 80 Versammlungen entstanden.[7]

1974 wurde die Christian and Missionary Alliance (C&MA) eine eigene Kirchenvereinigung, wobei die Schwerpunkte weiterhin bei Außenmission und Gemeindegründung lagen. Im Jahr 2004 gehörten knapp 2000 Kirchgemeinden mit über 500.000 Mitgliedern in den USA diesem Gemeindeverband an. Der Hauptsitz befand sich in Colorado Springs.[8]

Viele Kirchgemeinden in den USA sind seither auch multikulturell zusammengesetzt, es werden 37 Sprachen gesprochen. Insbesondere ehemalige Flüchtlinge aus Südostasien bilden einen beachtlichen Anteil in den Gemeinden und prägen zunehmend auch die Ausrichtung mit. 1300 Missionare, davon 700 aus den USA, arbeiten in 80 Ländern.[9] Sie unterstützen vor allem in Drittweltländern lokale Kirchen, bilden Pastoren und andere Berufsleute aus, begleiten medizinische Projekte und fördern die Bildung von lokalen Kleinunternehmen.[10]

In Deutschland gibt es die CMA seit 1975, und seit 1997 ist sie in Berlin tätig. Zu den vier Kirchen in Deutschland zählen sich etwa 315 Mitglieder.[11]

Ausbildungsstätten

Größere theologische Seminare gibt es in den USA (New York, Kalifornien, Georgia, Minnesota), Kanada (Calgary, Québec), Chile, Kolumbien, Demokratische Republik Kongo, Israel (Jerusalem), Libanon (Beirut), Philippinen, Hongkong, Thailand und in Australien.[12]

Im Jahr 2020 verkaufte die CMA das Areal in Nyack bei New York an die Organisation Yeshiva of Viznitz D’Khal Torath Chaim, und am 31. August 2023 schloss sie die dortige Alliance University und das Nyack College. Sie werden nach Manhattan zurückkehren. Es war die bekannteste Einrichtung zur Ausbildung von Missionaren und Pastoren, die seit 140 Jahren dort bestanden hatte und zuerst den Namen Missionary Training Institute trug.[13] Ein besonderes Kennzeichen war die ethnische Vielfalt, besuchten doch zuletzt 34 Prozent Latinos, 30 Prozent Schwarze, 11 Prozent Personen mit internationaler Herkunft und 9 mit asiatischer Abstammung diese Ausbildungsstätte.[14]

Einzelnachweise

  1. Our President, Website cmalliance.org (2025, englisch, abgerufen am 16. Dezember 2025)
  2. Alliance World Fellowship, Statistics, awf.world, Brazil, 9. Mai 2020.
  3. Bring the Peace of Jesus to a World in Need, Website C&MA (2025, englisch, abgerufen am 16. Dezember 2025)
  4. Mike Hays: Early History of the Now-Closed Nyack College, Website nyacknewsandviews.com (14. Juli 2023, englisch, abgerufen am 17. Dezember 2025)
  5. Samuel Kondano: Eglise protestante évangelique de Guinée. Aperçu historique. L’Harmattan, Paris 2020, ISBN 978-2-343-21716-1, S. 21.
  6. The Christian and Missionary Alliance in Canada, Website thealliancecanada.ca (englisch, abgerufen am 15. Dezember 2025)
  7. History of the C&MA, Website cma.org.au (englisch, abgerufen am 15. Dezember 2025)
  8. Christian and Missionary Alliance. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
  9. About: The Christian and Missionary Alliance of Great Britain is part of a global movement with a mission to bring the Good News of Jesus to our own communities and the rest of the world. Website cmalliance.org (2025, englisch, abgerufen am 16. Dezember 2025)
  10. Zahlenangaben USA gemäß Website cmalliance.org (Memento des Originals vom 20. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cmalliance.org
  11. CMA in Deutschland (englisch)
  12. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. November 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cmalliance.org
  13. Mike Hays: Early History of the Now-Closed Nyack College, Website nyacknewsandviews.com (14. Juli 2023, englisch, abgerufen am 17. Dezember 2025)
  14. Emily Belz: After 140 Years, Alliance University Will Close, Website Christianity Today (1. Juli 2023, englisch, abgerufen am 17. Dezember 2025)