Christian Stiglmayr

Christian Stiglmayr (geboren 25. Dezember 1964 in Erlangen) ist ein deutscher Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie) in freier Praxis in Berlin, Supervisor und Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie, Supervisor für Dialektisch-Behaviorale Therapie, sowie Gründer und Leiter der AWP-Berlin.

Beruflicher Werdegang

Christian Stiglmayr wurde am 25. Dezember 1964 im süddeutschen Erlangen geboren.[1] Nach dem Abitur im Jahr 1985 und dem anschließenden Zivildienst[1] begann er laut LinkedIn 1987 das Grundstudium der Psychologie an der Katholischen Universität Eichstätt.[2] Ab 1989 setzte er gemäß seinem Eintrag bei LinkedIn sein Hauptstudium mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie und Kriminologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau fort.[2] Dort schloss er Anfang 1995 erfolgreich mit dem Diplom ab. Seine Diplomarbeit befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen kritischen Lebensereignissen und der prämorbiden Persönlichkeit bei affektiven Störungen.[1]

Im Anschluss an das Studium begann Stiglmayr 1995 eine Fortbildung zum DBT-Skilltrainer und -Therapeuten für Einzel- und Gruppensettings unter der Leitung von Bohus in Freiburg i. Br. sowie M. Linehan in den USA. Im Rahmen dieser Qualifikation absolvierte er zwischen 1996 und 1998 drei Auslandsaufenthalte in Seattle (USA). Aufbauend auf dieser Ausbildung war Stiglmayr zwischen 1997 und 1999 als DBT-Trainer und DBT-Supervisor in zahlreichen Trainings von Bohus tätig.[1]

Parallel zu dieser Tätigkeit begann Stiglmayr 1997 die Ausbildung zum Psychotherapeuten im Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie am Freiburger Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie, die er laut LinkedIn 2001 erfolgreich abschloss.[2] Beide Tätigkeitsfelder, Lehre und Verhaltenstherapie, verknüpfte er, indem er im selben Jahr die Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Psychotherapie - Berlin AWP Berlin gründete und deren Leitung übernahm. Die AWP Berlin ist ein Institut für Fort- und Weiterbildung in Dialektisch-Behavioraler Therapie (DBT) sowie weiteren psychotherapeutischen Verfahren.[3]

Ergänzend zu seiner Tätigkeit im Bereich der klinischen Psychologie setzte Stiglmayr seine universitäre Laufbahn fort und nahm laut seinem Eintrag bei LinkedIn 1997 eine Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf.[2] Unter der Betreuung von J. Fahrenberg verfasste er seine Dissertation mit dem Titel „Spannungszustände und dissoziative Phänomene bei Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung - Eine kontrollierte Feldstudie“.[1]

Seit 2002 ist Stiglmayr als niedergelassener Psychotherapeut in eigener Praxis in Berlin tätig. Darüber hinaus leitet er laut LinkedIn seit 2002 das DBT-Netzwerk Berlin.[2]

In den Jahren 2004 und 2005 übernahm er nach Angaben seines Eintrags bei LinkedIn die Vertretung der Professur für Psychotherapie und Somatopsychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.[2] Im Rahmen dieser Tätigkeit hielt er eine Vorlesung zu Grundkonzepten und Verfahren der Psychotherapie und leitete ein begleitendes Seminar zur Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).[1]

Im Anschluss an diese Qualifikation kehrte Stiglmayr laut LinkedIn 2006 an die Humboldt-Universität zu Berlin zurück.[2] Anfang 2010 habilitierte er dort mit der Schrift „Spannung und Dissoziation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung - zentrale Beiträge zum Störungswissen der BPS“.[1] Seit seiner Habilitation ist er regelmäßig als Privatdozent am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Darüber hinaus ist er laut seinem Eintrag bei LinkedIn seit 2003 Mitglied im Vorstand des Dachverbands DBT (DDBT) und bekleidet dort seit 2019 das Amt des Präsidenten.[2]

Wirken

Bereits während seines Grundstudiums begann Stiglmayr im Jahr 1987 an der Katholischen Universität Eichstätt als wissenschaftliche Hilfskraft zu arbeiten. Unter der Leitung von Wittling war er an einem Forschungsprojekt zur „Cortisolausschüttung unter Stress“ beteiligt.[1]

Im Hauptstudium war Stiglmayr von 1990 bis 1995 wissenschaftliche Hilfskraft an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychosomatik in Freiburg i. Br. tätig. Dort forschte er unter der Leitung von Bohus im Rahmen eines DFG-Projekts zu „Vulnerabilitätsmarkern bei affektiven Störungen“.[1] In dieser Zeit lernte er durch Bohus die beiden Schwerpunkte kennen, die seine wissenschaftliche Laufbahn entscheidend prägen sollten: die Borderline-Persönlichkeitsstörung und die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT).

Nach dem Studienabschluss war Stiglmayr von 1995 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter im „Borderline-Projekt“ der Universitätsklinik Freiburg i. Br., erneut unter der Leitung von Bohus. Der Fokus lag hier auf der Evaluation der Dialektisch-Behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach Marsha M. Linehan. Parallel zu seinen Projektaufgaben führte Stiglmayr sowohl Einzel- als auch Gruppentherapie im stationären und ambulanten Setting durch und arbeitete von 1997 bis 1999 als Stationspsychologe auf der DBT-Station der Universitätsklinik Freiburg i. Br. In dieser Zeit forschte er im Rahmen eines DFG-Projekts zur “Wirksamkeit und Wirkungsweise der Dialektisch-Behavioralen Therapie bei Borderline-Störungen im stationären und ambulanten Bereich”. Zusätzlich leitete er drei pharmakologische Studien zu den Störungsbildern Generalisierte Angststörung, Panikstörung und Depression an derselben Klinik.[1]

Seit 1996 ist Stiglmayr als zertifizierter DBT-Trainer und DBT-Supervisor tätig[2] und hat seither zahlreiche Fortbildungen in der Dialektisch-Behavioralen Therapie durchgeführt. Darüber hinaus hielt er Workshops und Seminare zu einer Vielzahl psychotherapeutischer und diagnostischer Themen, unter anderem zur Dialektisch-Behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung (DBT), zur Therapie der Generalisierten Angststörung, zur Behandlung von Essstörungen, Dissoziativen Störungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und zu Mindful Self-Compassion (MSC), SKID I und II, DIB-R und IPDE.[1]

Seit 1999 ist Stiglmayr als Lehrtherapeut und Supervisor an verschiedenen Ausbildungsinstituten für Psychologische Psychotherapie tätig (gewesen).[2] Hierzu zählen unter anderem das Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB), das Zentrum für Psychotherapie der Humboldt-Universität zu Berlin (ZPHU), die Institute der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) in Berlin und Hamburg, das Institut für Psychologische Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt a. M., die Gesellschaft für Angewandte Psychologie und Verhaltensmedizin (APV) in Münster sowie die Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP). Als Lehrtherapeut hielt er Vorträge zu Themen wie der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, der Dialektisch-Behavioralen Therapie, der Therapie dissoziativer Phänomene, Methoden der Psychotherapieforschung und Selbstmitgefühl. In seiner Rolle als Supervisor betreute und betreut er mehrere stationäre Einrichtungen, etwa die Borderline-Station des UKBF, sowie klinisch tätige Fachkräfte unterschiedlicher Disziplinen.[1]

Von 2001 bis 2003 war Stiglmayr wissenschaftlicher Mitarbeiter bei A. Auckenthaler am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Freien Universität Berlin (FU).[1][2] Dort war er in Forschung und Lehre tätig und unterrichtete zu den Themen Persönlichkeitsstörungen, Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), Verhaltenstherapie und Dissoziative Störungen. Zudem hielt er Vorlesungen in Klinischer Psychologie. Inhaltlich befasste sich seine Forschung in dieser Zeit mit Spannung, Dissoziation, Emotionen und DBT. Parallel dazu initiierte und etablierte er eine Kooperation zwischen der FU Berlin und der DGVT mit dem Ziel, ein gemeinsames Ausbildungsangebot zum Psychologischen Psychotherapeuten zu schaffen. Auch die Einwerbung von Drittmitteln gehörte zu seinen Aufgaben.[1]

Zwischen 2005 und 2010 absolvierte Stiglmayr Fortbildungen zur Anwendung der „Dialectical Behavior Therapy Adherence Coding Scale“ von Linehan und Korslund aus dem Jahr 2003. Diese Trainings fanden unter Leitung von M. Bohus und K. Korslund statt. Im Anschluss wurde ihm durch K. Korslund die Anerkennung als zertifizierter „Adherence-Coder“ für DBT verliehen.[1]

Von 2006 bis 2010 übernahm Stiglmayr die Leitung des Schwerpunktbereichs Verhaltenstherapie in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an der Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP).[2] Als Leiter des DBT-Netzwerks Berlin führte Stiglmayr bisher zwei größere Forschungsprojekte zur Borderline-Persönlichkeitsstörung durch. Zwischen 2007 und 2010 untersuchte er die „DBT der Borderline-Persönlichkeitsstörung unter realen Versorgungsbedingungen“, wobei er besonderes Augenmerk auf die Aspekte Adhärenz und Effectiveness legte. Im zweiten Projekt (2017–2018) erforschte er den Einsatz von „Mindful Self-Compassion (MSC)“ bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Darüber hinaus stellte er im Rahmen seiner Leitungstätigkeit am DBT-Netzwerk Berlin verschiedene Drittmittelanträge, unter anderem bei der DFG und dem BMBF.[1]

Mitgliedschaften

Quellen:[1][2]

  • Seit 2019: Präsident des Dachverband DBT (DDBT)
  • Seit 2006: Ordentliches Mitglied beim DVT
  • 2003–2019: Vorstandsmitglied beim Dachverband DBT (DDBT)
  • Seit 2003: Ordentliches Mitglied beim Dachverband DBT (DDBT)
  • seit 2002: Ordentliches Mitglied der DGPs: Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie

Publikationen

Quelle:[1]

Über die Jahre seines Wirkens hat Stiglmayr alleine oder in Co-Autorschaft zahlreiche Publikationen veröffentlicht, darunter folgende Werke:

  • mit Johanna Hepp und Christian Schmahl: Ratgeber Selbstverletzung. Informationen für Betroffene und Angehörige. Göttingen: Hogrefe 2024, ISBN 978-3-8017-3178-6
  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (= Psychotherapie kompakt). Stuttgart: Kohlhammer 2023, ISBN 978-3-17-036266-6
  • mit Christian Schmahl: Selbstverletzung, Göttingen: Hogrefe 2020, ISBN 978-3-8017-2751-2
  • mit Florian Leihener (Hrsg.): DBT Fallbuch. Weinheim: Beltz 2015, ISBN 978-3-621-28195-9
  • mit Kathlen Priebe und Christian Schmahl: Dissoziation . Theorie und Praxis. Heidelberg: Springer 2013, ISBN 978-3-642-35066-5
  • mit Christian Schmahl (Hrsg.). Selbstverletzendes Verhalten bei Stress- assoziierten Erkrankungen. Stuttgart: Kohlhammer 2009, ISBN 978-3-17-019892-0
  • Spannung und Dissoziation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (= Psychophysiologie in Labor und Feld. 10). Frankfurt am Main: Lang, 2003, ISBN 3-631-50462-4 (Dissertation Universität Freiburg i. Br. 2002 unter dem Titel: Spannungszustände und dissoziative Zustände bei Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung)

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Vita Christian Stiglmayr. In: awp-berlin.de. Abgerufen am 13. November 2025.
  2. a b c d e f g h i j k l m Christian Stiglmayr. In: linkedin.com. Abgerufen am 13. November 2025.
  3. Was ist die AWP Berlin? In: awp-berlin.de. Abgerufen am 13. November 2025.