Christian Metz (Literaturwissenschaftler)

Christian Metz (* 1975) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker.

Leben und Wirken

Metz studierte von 1996 bis 2002 Germanistik und Biologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2008 promovierte er dort mit einer Arbeit zu Die Narratologie der Liebe. Achim von Arnims Gräfin Dolores.[1] Zwischen 2005 und 2010 war er Geschäftsführer des Graduiertenprogramms „Buch- und Medienpraxis“ und arbeitete an der Goethe-Universität als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2015 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Thema Kitzel. Studien zur Kultur eines menschlichen Reizes.[2]

Von 2016 bis 2018 war Christian Metz Feodor Lynen-Forschungsstipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am German Departement der Cornell University, Ithaka (New York), und forschte dort zum Thema „Poetik der Unschärfe“. 2018 war er außerdem Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er zum Thema „Ästhetik der Diffraktur“ arbeitete. Daneben hatte er Vertretungsprofessuren inne, unter anderen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (2014/15), der Goethe-Universität (2019) und an der Universität Zürich (2020).[3]

2021 wurde Christian Metz auf die Professur für Neuere deutsche Literatur am[4] Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft an der RWTH Aachen berufen.

Darüber hinaus arbeitet er als Literaturkritiker und moderiert verschiedene Lesungen und Literaturveranstaltungen. Er arbeitet u. a. für den Deutschlandfunk, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und 3Sat. Außerdem ist er Jurymitglied für verschiedene Literaturpreise wie den Peter-Huchel-Preis, die Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille, das Villa Aurora-Stipendium Los Angeles oder den Orphil-Preis des Literaturhauses Wiesbaden.

2020 wurde Christian Metz mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.[5]

Publikationen (Auswahl)

Monographien

  • Die Narratologie der Liebe. Achim von Arnims Gräfin Dolores. De Gruyter, Berlin 2012. ISBN 978-3-110265200.
  • Poetisch Denken. Die Lyrik der Gegenwart. Fischer, Frankfurt a. M. 2018. ISBN 978-3-100024404.
  • Kitzel. Genealogie einer menschlichen Empfindung. Frankfurt a. M. 2020. ISBN 978-3-100024503.
  • Beugung. Poetik der Dokumentation. Edition Poeticon, Verlagshaus Berlin, Berlin 2020. ISBN 978-3-751830270.
  • Augenmaß. Ästhetik politischer Entscheidung. Matthes&Seitz, Berlin 2024. ISBN 978-3-751830270.

Herausgeberschaft

  • Schön ist mein Garten. Ein literarischer Streifzug. Fischer, Frankfurt a. M. 2009.
  • Weimarer Klassik. Das große Lesebuch. Gemeinsam mit Heinz Drügh. Fischer, Frankfurt a. M. 2009.
  • Warenästhetik. Neue Perspektiven auf Konsum, Kultur und Kunst. Gemeinsam mit Heinz Drügh und Björn Weyand. Suhrkamp, Berlin 2011.
  • Gegenwartsliteratur! Die neue Rundschau. Gemeinsam mit Ina Hartwig und Oliver Vogel. Fischer, Frankfurt a. M. 2015.

Aufsätze

  • Lustvolle Lektüre. Zur Narratologie und Semiologie der Literaturausstellung. In: Wort-Räume, Zeichen-Wechsel, Augen-Poesie. Zur Theorie und Praxis von Literaturausstellungen. Hrsg. v. Anne Bohnenkamp-Renken u. Sonja Vandenrath. Wallstein, Göttingen 2011, S. 87–99.
  • "Was weiter erfolgte, brauchen wir nicht zu melden..." Heinrich von Kleists Poetik der Unschärfe. In: Kleist special. Forschung Frankfurt (2) 2011, S. 68–69.
  • Lady Gagas digitale Musikästhetik. In: Zeitschrift für Popkultur. Hrsg. v. Heinz Drügh u. Thomas Hecken, 2012, S. 155–170.
  • Nachwort als Interview mit Marlene Streeruwitz zur Neuherausgabe ihrer Tübinger und Frankfurter Poetikvorlesungen. In: Marlene Streeruwitz, Poetik. Frankfurt a. M. 2014.
  • Diffraktive Poetologie. Monika Rincks Poetik des Sprungs. Eine Lektüre. In: Zeitschrift für Germanistik 28 (2018), H. 2, S. 247–260.
  • Wertarbeit. Wie die aktuelle Lyrikkritik poetische Qualität bemisst (5. Oktober 2018):[6]
  • Literarische Unschärfe. Zu ihrer Poetik und ihrem frühneuzeitlichen Debüt. In: Zeitschrift für Deutsche Philologie (137) 2018, H. 4, S. 489–518.
  • Im Sowohl-als-auch von Literaturkritik und -wissenschaft. Methodologische Reflexionen aus einem Zwischenraum. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes, Sonderheft „Gegenwartsliteratur“ (67), 2020, H. 3, S. 244–254.
  • Celans Lachen. In: Mitdenken. Celans Theorie und Dichtung heute. Hrsg. v. Evelyn Dueck u. Sandro Zanetti. Winter, Heidelberg 2022, S. 541–558.
  • Editing Flora. Poetischer Dadaismus im Technozän. In: Blütenlesen. Poetiken des Vegetabilen in der Gegenwartslyrik. Hrsg. v. Yvonne Al-Taie u. Evelyn Dueck. Metzler, Berlin 2023, S. 145–158.

Einzelnachweise

  1. Christian Metz: Die Narratologie der Liebe: Achim von Arnims "Gräfin Dolores". De Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-026521-7, doi:10.1515/9783110265217/html.
  2. Kitzel – Christian Metz | S. Fischer Verlage. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
  3. Literaturwissenschaftler und Kritiker. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
  4. Christian Metz, Profil auf den Seiten der RWTH Aachen
  5. Alfred-Kerr-Preis | Börsenblatt. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
  6. Wertarbeit, Darstellung auf literaturkritik.at