Christian Christoph Wittstock
Christian Christoph Wittstock (getauft 19. November 1752 in Lübz[1]; † 16. November 1821 in Ludwigslust) war ein deutscher Mediziner.
Leben
Christian Christoph Wittstock war ein Sohn des herzoglichen Generalchirurgus Balthasar Wittstock (1724–1795)[2] und wuchs am Hof in Ludwigslust auf.
Wie sein Vater wurde er zunächst Chirurg, wofür damals noch kein Medizinstudium erforderlich war. Er praktizierte in Ludwigslust und war Kreis-Chirurg für die Ämter Grabow, Neustadt und Eldena.[3] Erst Ende der 1780er Jahre, nun Leibchirurg des Herzogs Friedrich Franz I., schrieb er sich zum Medizinstudium am Collegium medico-chirurgicum der Charité in Berlin ein.[4] Im Februar 1790 kam er als Doktorand an die Universität Kiel, wo er sogleich zum Dr. med. promoviert wurde.[5]
Seine Dissertation verfasste er auf Deutsch, was für damalige Verhältnisse neu und ungewöhnlich war, denn medizinische Dissertationen wurden gewöhnlich in lateinischer Sprache verfasst.[6] In seiner Schrift beschreibt er die Heilkräfte der fixen Luft, d. h. von Kohlenstoffdioxid.
Kurz darauf wurde er am 16. März 1790 zum Hofmedicus am Schloss Ludwigslust ernannt. 1800 verlieh ihm der Herzog den Titel Hofrat, und 1808 wurde er Wirklicher Leibmedicus der herzoglichen Familie.
Seit 1780 war er verheiratet mit der Pastorentochter Beate Dorothea, geb. Amtsberg (1757–1828). Ein Sohn des Paares, Friedrich (Ludwig Franz) Wittstock (1781–1843) wurde ebenfalls Arzt, Hof- und Kreisphysikus in Rostock und Gründer des Mecklenburgischen Wissenschaftlichen Vereins für Ärzte und Apotheker.[7]
Rudolph Suhrlandt fertigte 1817 im Auftrag des Großherzogs ein Brustbild von Wittstock an. Es ist im Staatlichen Museum Schwerin erhalten.[8]
Werke
- Einige Beobachtungen zur Bestätigung der Heilkräfte der fixen Luft. Kiel 1790
Literatur
- Adolph Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Apotheker und Naturforscher aller gebildeten Völker. Band 21, Kopenhagen 1835, S. 302 Nr. 726
- Gustav Willgeroth: Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Gesammelt und herausgegeben von August Blanck 1874, fortgesetzt von Axel Wilhelmi bis 1901. Durch genealogische Mitteilungen ergänzt und bis zur Gegenwart fortgeführt von Gustav Willgeroth. Verlag der Landesgeschäftsstelle des Meckl. Aerztevereinsbundes, Schwerin 1929 (Digitalisat RosDok), S. 129
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Zu ihm siehe Gustav Willgeroth: Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1929 (Digitalisat RosDok), S. 129
- ↑ Zu ihm siehe Gustav Willgeroth: Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1929 (Digitalisat RosDok), S. 128
- ↑ Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender 1785, S. 81
- ↑ Das legt jedenfalls sein Immatrikulationseintrag in Kiel nahe: zu Berlin schon inscribirt; sein Name findet sich jedoch nicht bei Alexander von Lyncker: Die Matrikel des preußischen Collegium medico-chirurgicum in Berlin 1769 bis 1797, in: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete 12 (1935), S. 97 ff.
- ↑ Seine Immatrikulation erfolgte am 26. Februar 1790, dem Tag seiner Promotion, siehe Das Album der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665-1865. S. 147, Nr. 6418
- ↑ Siehe die Rezension in Medicinisch-chirurgische Zeitung 2 (1791), S. 333: „Eine deutsche Disputationsschrift auf einer protestantischen Universität ist eine seltene Erscheinung. Wenigstens ist uns noch keine bekannt oder zu Gesicht gekommen.“
- ↑ Siehe Gustav Willgeroth: Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1929 (Digitalisat RosDok), S. 238f
- ↑ Inv. Nr. G 1586, siehe Hela Baudis: Rudolph Suhrlandt (1781–1862). Grenzgänger zwischen Klassizismus und Biedermeier. Leben und Werk eines deutschen Hofmalers und Porträtisten des Bürgertums. Inauguraldissertation. Greifswald 2008 (Digitalisat), Werkverzeichnis S. 20, Nr.31