Christian Albert Frickhinger
Christian Albert Frickhinger (* 16. Januar 1818 in Nördlingen; † 20. März 1907 in Nördlingen) war ein deutscher Politiker, Pharmazeut und Botaniker.[1]
Leben und Wirken
Nach dem Besuch der Lateinschule in Nördlingen begann Albert Frickhinger bereits im Alter von 13 Jahren mit der Ausbildung zum Apotheker in der Apotheke seines Vaters. Nach einem praktischen Ausbildungsjahr in Tübingen wechselte er dann 1836 an die Universität München und legte dort 1837 die Staatsprüfung zum Pharmazeuten ab. Von 1838 bis 1848 arbeitete er anschließend als Gehilfe in der väterlichen Apotheke in Nördlingen und übernahm diese 1848. Frühzeitig betätigte sich der liberal orientierte Frickhinger kommunalpolitisch und wurde 1851 erstmals als Gemeindebevollmächtiger (später: Magistratsrat) gewählt. Schwerpunkte seiner Arbeit war die Gewerbeförderung und die Armenpflege. 1858 wurde er in den schwäbischen Landrat entsandt. 1869 wurde er erstmals in die zweite Kammer des Bayerischen Landtags gewählt (Kammer der Abgeordneten). Diesem Gremium gehörte er bis 1899 an. Nachdem er seine Apotheke 1875 an seinen Sohn Hermann übergeben hatte, konnte sich der nationalliberale Abgeordnete hauptsächlich der Landespolitik und der Vertretung seines Wahlkreises widmen. 1893 wurde er zum Alterspräsidenten der Kammer bestimmt.[2]
Der von ihn als Pharmazeut verfasste "Katechismus der Stöchiometrie" (1844) erschien 1895 in sechster Auflage. Zusammen mit dem Botaniker Adalbert Schnizlein veröffentlichte er 1848 ein Buch über die Vegetationsverhältnisse seiner Region.
Veröffentlichungen
- Katechismus der Stöchiometrie für Pharmaceuten, studirende Mediciner, Chemiker und Techniker. Beck, Nördlingen 1844 (6. Aufl., bearbeitet zusammen mit Hermann Frickhinger, 1895) (Volltext).
- (mit Adalbert Schnizlein): Die Vegetations-Verhältnisse der Jura- und Keuperformation in den Flussgebieten der Wörnitz und Altmühl. Beck, Nördlingen 1848 (Volltext).
- Revalenta arabica des Du Barry, ein grossartiger Betrug. Aufklärung für diejenigen, welche sich der Revalenta bedienen wollen; zugleich ein offenes Wort über die Geheimmittel an die deutschen Regierungen und Medicinalbehörden. Beck, Nördlingen 1854 (Volltext).
- Phänologische Beobachtungen an einigen Pflanzen im Frickhinger'schen Gärtchen zu Nördlingen in den Jahren 1845–1857. In: Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, Augsburg, Bd. 10 (1857), S. 77–106 (Volltext).
- Die Stellung der Apotheker im Staate nach dem neuen Gesetzentwurfe über das Gewerbswesen. Beck, Nördlingen 1867.
- Das Apothekerwesen in Bayern bei der Einführung der Gewerbefreiheit im Jahr 1868. Beck, Nördlingen 1868 (Volltext).
- Der Ries-See, sein Entstehen, Bestehen und Verschwinden. In: Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, Augsburg, Bd. 36 (1902), S. 81–101 (Volltext).
Literatur
- Hermann Frickhinger: Genealogie der Familie Frickhinger in Nördlingen. Ein Beitrag zur Geschichte der Nördlinger Geschlechter. Beck, Nördlingen 1907.
Einzelnachweise
- ↑ Alexander Kessler: Albert Frickhinger. In: Wulf-Dietrich Kavasch u. a. (Hrsg.): Lebensbilder aus dem Ries vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Verlag Rieser Kulturtage, Nördlingen 2002, S. 443–457, ISBN 3-923373-54-6.
- ↑ Frickhinger, Albert. In: Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819 / Haus der Bayerischen Geschichte / Bavariathek (abgerufen am 14. Dezember 2025).