Chris Iijima
Chris Kando Iijima (* 19. Dezember 1948 in New York City; † 31. Dezember 2005) war ein US-amerikanischer Rechtsanwalt, Juraprofessor und Musiker.[1] Iijimas Mutter Kazu Iijima (1918–2007) war die Gründerin von Asian Americans for Action, einer der ersten Bürgerrechtsbewegungen der 1960er Jahre, die sich für die Rechte der asiatischstämmigen Amerikaner einsetzte. Chris Iijima war außerdem Mitglied der Musikgruppe Yellow Pearl.[2]
Leben
Chris Iijima wurde in New York City als Sohn der politisch engagierten Eltern Takeru Iijima, der im 442nd Infantry Regimental Combat Team diente, und Kazu Iijima, die während des Zweiten Weltkriegs aufgrund der Executive Order 9066 in einem Internierungslager inhaftiert war, aufgezogen.[1]
Chris Iijima erlangte in den frühen 1970er Jahren erste Bekanntheit als Musiker. Zusammen mit Joanne Nobuko Miyamoto und Charlie Chin bildete er das Trio Yellow Pearl. Mit diesem Ensemble führte er bundesweit Lieder auf, die sich mit asiatisch-amerikanischer Identität und Minderheitenrechten befassten. Die Gruppe veröffentlichte das Album A Grain of Sand: Music for the Struggle by Asians in America und trat auf zahlreichen Universitätscampussen sowie im Jahr 1972 in der Mike Douglas Show gemeinsam mit John Lennon und Yoko Ono auf. Später würdigte die Smithsonian Institution die Gruppe mit einem Wiedervereinigungskonzert und einer CD-Neuauflage des Albums.[1]
Chris Iijima arbeitete zunächst als Lehrer an der Manhattan Country School und finanzierte sein Studium der Rechtswissenschaften als Barkeeper. Er schloss sein Studium an der New York Law School als Jahrgangsbester ab und war Mitglied der Law Review. Von 1988 bis 1990 war er als Rechtsreferendar für Bundesrichter Charles Stewart, Jr. am United States District Court for the Southern District of New York tätig und arbeitete danach als Rechtsanwalt in der Kanzlei Friedman & Kaplan. Anschließend kehrte er in den Bildungsbereich zurück und übernahm eine Lehrtätigkeit im Lawyering Program der New York University sowie an der Western New England Law School, bevor er 1998 als Fakultätsmitglied an die William S. Richardson School of Law der University of Hawai'i at Mānoa berufen wurde. 2001 erhielt er dort eine unbefristete Professur. Chris Iijima leitete das im Jahr 1975 gegründete Preadmission Program der Law School, das Studierende aus historisch unterrepräsentierten Gemeinschaften fördert. Im Jahr 2000 wurde er von Studierenden und Lehrenden zum Outstanding Professor of the Year gewählt und erhielt 2001 den Excellence in Teaching Award des Board of Regents. Chris Iijima veröffentlichte Fachaufsätze zu rechtlichen und gesellschaftlichen Themen, darunter Arbeiten zu Rasse und Recht, juristischer Ausbildung sowie zu verfassungsrechtlichen Fragestellungen wie den Fällen Korematsu und Hamdi.[1][3][4]
Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit war er Mitglied der Commission on Equal Access to Justice, die vom Obersten Gerichtshof von Hawaii eingesetzt wurde, sowie der Special Advisory Committee on Diversity der Hawaii Civil Rights Commission. Chris Iijima starb am 31. Dezember 2005 im Alter von 57 Jahren an einer seltenen Blutkrankheit.[1]
Literatur
- Leila Fujimori: UH Law Professor Was Asian-American Activist. In: Honolulu Star-Bulletin, 17. Januar 2006.
- Phil Tajitsu Nash: Remembering Chris Iijima. In: Common Dreams, 7. Januar 2006.
Weblinks
- Densho Encyclopedia
- Museum of Chinese in America (MOCA)
- A Celebration of Life: Remembering Chris Iijima. University of Hawaiʻi
- A Song for Ourselves. Dokumentarfilm, Regie Tadashi Nakamura, Downtown Community Media Center, 2009.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Chris Iijima | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 16. Januar 2025; abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
- ↑ Yellow Pearl. Abgerufen am 24. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ System: A Celebration of Life: Remembering Chris Iijima | University of Hawaii News. Abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ Chris Iijima: Shooting Justice Jackson's Loaded Weapon at Ysar Hamdi: Judicial Abdication at the Convergence of Korematsu and McCarthy. 2004 (handle.net [abgerufen am 24. November 2025]).