Chmelnyzke (Berdjansk)

Chmelnyzke
Хмельницьке
Chmelnyzke
Basisdaten
Staat: Ukraine Ukraine
Oblast: Oblast Saporischschja
Rajon: Rajon Berdjansk
Höhe: 67 m
Fläche: 0.67 km²
Einwohner: 293 (2015)
Bevölkerungsdichte: 437 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71223
Vorwahl: +380 6140
Geographische Lage: 47° 10′ N, 35° 54′ O
KATOTTH: UA23020150350099710
KOATUU: 2325587905
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Verwaltung
Adresse: вул. Миру 50
71222 с. Широкий Яр
Chmelnyzke
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Chmelnyzke (ukrainisch Хмельницьке, russisch Хмельницкое Chmelnizkoje) ist ein Dorf in der Ukraine und geht auf das russlandmennonitische Dorf Friedensdorf als Teil der Kolonie Molotschna zurück.

Am 31. Oktober 2016 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Siedlungsgemeinde Tschernihiwka[1], bis dahin war es Teil der Landratsgemeinde Schyrokyj Jar (Широкоярська сільська рада/Schyrokojarska silska rada) im Westen des Rajons Tschernihiwka.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Berdjansk[2].

Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.

Friedensdorf

Der Ort wurde 1824 am Südufer des Flusses Begin Tschokrak gegründet. Die Siedler stammten mehrheitlich aus Preußen, teils auch aus anderen Orten der Kolonie Molotschna oder aus der Kolonie Chortitza. Die Siedler wollten den Ort „Friedberg“ benennen, in Erinnerung an Friedberg in Preußen, doch die Behörden wiesen darauf hin, dass der Ort nicht an einem Berg läge. Schließlich wurde der Ort Friedensdorf genannt. Die Dorfstraße verlief parallel zum Fluss, und die nördlich gelegenen Höfe lagen direkt am Fluss. Wegen zweier Flussbiegungen wurde die Dorfstraße auch „Kriwaja“ (Krumme) genannt.

Die ersten Jahre waren schwer, doch bald erreichte die Landwirtschaft, insbesondere der Weizen- und Seidenanbau, die Durchschnittswerte der Kolonie. Eine Schule wurde 1803 erbaut. Das Dorf hatte 1908 einen Kaufladen, eine Schmiede und zwei Windmühlen. Während des Bürgerkriegs starben etliche Bewohner durch die Machno-Banden. Auf dem Friedhof sind einige Grabsteine der Mennoniten erhalten geblieben.

Literatur

  • Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 314–315.

Einzelnachweise

  1. Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Запорізькій області у Чернігівському районі Чернігівська селищна, Богданівська, Верхньотокмацька, Владівська, Ільїнська, Новоказанкуватська, Новомихайлівська, Новополтавська, Обіточненська, Просторівська, Стульневська та Широкоярська сільські ради рішеннями від 12 і 31 жовтня 2016 року
  2. Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"