Chlorzinkiodprobe

Die Chlorzinkiodprobe (auch: Iod-Zinkchlorid-Test) ist eine nasschemische Nachweisreaktion auf Cellulose.[1] Sie ist vergleichbar mit der Iodprobe (Nachweis von Stärke); da Cellulose jedoch kein spiraliges Molekül (α-Helix) bildet, sondern eine β-Faltblattstruktur ausbildet, sind Zinkionen erforderlich, um die Struktur aufquellen zu lassen und eine Farbreaktion der Cellulose mit Iod zu erlauben.

Zusammensetzung

Als Chlorzinkiod-Reagenz wird eine Lösung von Zinkchlorid, Iod und Kaliumiodid in Wasser bezeichnet.[2]

Alternativ kann auch eine Lösung von Iod und Calciumacetat in Wasser verwendet werden. Bedingt durch den Verzicht von Kaliumiodid als Hilfsstoff zum Lösen muss diese jedoch einen Tag stehen gelassen werden.[3][4]

Durchführung

Die Probe wird mit wenigen Tropfen des Reagenzens beträufelt. Nach kurzer Zeit bildet sich eine Färbung, die je nach verwendeter Cellulose violett oder braun sein kann.[3][4][2]

Ersatzstoffprüfung gemäß RiSU

Weil Zinkchlorid ein Gefahrstoff ist, der als ätzend, gesundheitsschädlich und umweltschädlich (GHS 05, 07, 09, Gefahr!) eingestuft ist[5], ist eine Ersatzstoffprüfung gemäß RiSU erforderlich. Hierbei ergibt sich Calciumacetat als Ersatzstoff. Auch die Menge an Iod (Schilddrüsengift - GHS 08)[6] ist im klassischen Chlorzinkiod-Reagenz sehr hoch und kann analog zur Iodprobe ohne weiteres auf ein ungefährliches Maß reduziert werden. Auch auf den löslichkeitsverbessernden Hilfsstoff Kaliumiodid, der als Schilddrüsengift (GHS 08)[7] eingestuft ist, kann vollständig verzichtet werden, sofern die Lösung einen Tag vor ihrer ersten Verwendung hergestellt wird.[3][4]

Einzelnachweise

  1. Karl Häusler, Heribert Rampf: 270 chemische Schulversuche. Mit Einführung in die Laborpraxis. 1. Auflage. Oldenbourg-Verlag, München 1976, ISBN 978-3-486-03841-5, S. 228.
  2. a b Ruppersberg, Klaus, Proske, Wolfgang: Spülmaschinentabs im Chemieunterricht – Verständnis schaffen für ein hochkompliziertes alltägliches Chemieprodukt. 2. Juni 2020, doi:10.25656/01:19977 (pedocs.de [abgerufen am 23. Juni 2022]).
  3. a b c Hanne Rautenstrauch, Klaus Ruppersberg, Wolfgang Proske: Chemiedidaktik: Welcher Zucker ist in der Probe. In: GDCh (Hrsg.): Nachrichten aus der Chemie. Band 70, Nr. 2, Februar 2022, ISSN 1439-9598, S. 15–20, doi:10.25656/01:28447 (doi.org/10.25656/01:28447 [abgerufen am 23. Juni 2022]).
  4. a b c Klaus Ruppersberg, Hanne Rautenstrauch, Stefan Thomsen: Know Thy Carbs! Safer Carbohydrate Detection Methods for School Labs – Part 2. In: ChemViews. 2022, doi:10.1002/chemv.202200023 (pedocs.de [abgerufen am 23. Juni 2022]).
  5. Eintrag zu Zinkchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Oktober 2025. (JavaScript erforderlich)
  6. Eintrag zu Iod in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Oktober 2025. (JavaScript erforderlich)
  7. Eintrag zu Kaliumiodid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Oktober 2025. (JavaScript erforderlich)