Biberspitzmäuse

Biberspitzmäuse

Japanische Wasserspitzmaus (Chimarrogale platycephala)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Soricinae
Gattung: Biberspitzmäuse
Wissenschaftlicher Name
Chimarrogale
Anderson, 1877

Die Biberspitzmäuse oder Asiatischen Wasserspitzmäuse (Chimarrogale) bilden eine in Ost- und Südostasien lebende Spitzmausgattung mit fünf Arten.

Merkmale

Biberspitzmäuse ähneln im Körperbau den europäischen Wasserspitzmäusen, werden aber deutlich größer. Wie diese zeigen sie einige Anpassungen an eine aquatische Lebensweise: die Füße sind mit einem Borstensaum ausgestattet, der wie eine Schwimmhaut das schnelle Vorankommen im Wasser ermöglicht. Die Augen sind klein, ebenso die Ohren, die verschlossen werden können. Das Fell ist dicht und wasserabweisend, es ist an der Oberseite gräulich bis schwarz gefärbt, oft mit hellen Sprenkelungen, die Unterseite ist heller. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 8 bis 14 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 6 bis 12 Zentimetern und ein Gewicht von 27 bis 43 Gramm.

Verbreitung und Lebensweise

Das Verbreitungsgebiet der Biberspitzmäuse reicht von der Kaschmir-Region und Japan über China und die Malaiische Halbinsel bis nach Sumatra und Borneo. Ihr Lebensraum sind Flüsse in Gebirgsregionen bis in 3300 Metern Seehöhe.

Sie können gut schwimmen und tauchen und ernähren sich von Insekten und deren Larven, Krebstieren und Fischen.

Aufgrund der Gewässerverschmutzung und der Zerstörung ihres Lebensraumes sind mehrere Arten bedroht. Zwei Arten werden von der IUCN als vom Aussterben bedroht (critically endangered) gelistet.

Die Arten

  • Die Himalaya-Wasserspitzmaus (Chimarrogale himalayica) ist von Kaschmir über das südliche China und Taiwan bis Thailand verbreitet.
  • Die Borneo-Wasserspitzmaus (Chimarrogale phaeura) ist auf Borneo endemisch und gilt als bedroht.
  • Die Japanische Wasserspitzmaus (Chimarrogale platycephala) lebt auf Japan.
  • Die Chinesische Wasserspitzmaus (Chimarrogale styani) ist im südlichen China und dem nördlichen Myanmar beheimatet.
  • Die Sumatra-Wasserspitzmaus (Chimarrogale sumatrana) ist auf Sumatra endemisch. Die Art bewohnt nur ein kleines Gebiet im Westen der Insel und wird als vom Aussterben bedroht gelistet.

Teilweise wird auch die Malayische Wasserspitzmaus, die im Süden der Malaiischen Halbinsel lebt und als vom Aussterben bedroht gilt, den Biberspitzmäusen zugerechnet, doch verweisen sie genetische Untersuchungen zur Gattung Crossogale.[1][2]

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Einzelnachweise

  1. Alexei V. Abramov, Anna A. Bannikova, Vladimir S. Lebedev und Vatcheslav V. Rozhnov: Revision of Chimarrogale (Lipotyphla: Soricidae) from Vietnam with comments on taxonomy and biogeography of Asiatic water shrews. Zootaxa 4232 (2), 2017, S. 216–230, doi:10.11646/zootaxa.4232.2.5
  2. Muhammad Farhan Abd Wahab, Dharini Pathmanathan, Masaharu Motokawa, Faisal Ali Anwarali Khan und Hasmahzaiti Omar: Taxonomic assessment of the Malayan water shrew Chimarrogale hantu Harrison, 1958 and reclassification to the genus Crossogale. Mammalian Biology 100, 2020, S. 399–409, doi:10.1007/s42991-020-00036-8
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