Children’s Museum of Indianapolis

Das Children’s Museum of Indianapolis ist ein Museum für Kinder in Indianapolis, Indiana (USA), das als das größte Kindermuseum der Welt gilt.[1] Es befindet sich in der 3000 North Meridian Street und umfasst ein großes Museumsgebäude sowie Außenanlagen.[1] Das Museum ist auf familienorientiertes, interaktives Lernen ausgerichtet und zeigt naturwissenschaftliche, historische und kulturelle Sammlungen sowie wechselnde Sonderausstellungen. Das Museum betreibt eigene Konservierungs- und Forschungseinrichtungen und beteiligt sich an Ausgrabungen und wissenschaftlichen Kooperationen, beispielsweise im Rahmen größerer paläontologischer Projekte.

Geschichte

Das Children’s Museum of Indianapolis wurde 1925 von Mary Stewart Carey gegründet, die sich nach dem Besuch des Brooklyn Children’s Museum im Jahr 1924 zu diesem Schritt entschloss.[2] In den ersten Jahrzehnten zog die Institution mehrfach um und etablierte sich schließlich im Jahr 1946 am heutigen Standort. Damals umfasste dieser ein umgebautes Herrenhaus, die sogenannte Parry Mansion. In den 1960er- und 1970er-Jahren wuchs der Bestand erheblich. Ein großer Spendenaufruf im Jahr 1973 finanzierte den Abriss der alten Gebäude und den Bau eines neuen, modernen Museumsgebäudes, das 1976 eröffnet wurde. Seitdem erfolgten mehrere größere Erweiterungen und Umbauten, darunter ein Willkommenspavillon, eine Erweiterung des Planetariums sowie die Umgestaltung des CineDome zur heute als Dinosphere bekannten Dauerausstellung.[3] Im Jahr 2021 wurde Jennifer Pace Robinson als Präsidentin und CEO an die Spitze der Museumsleitung berufen. Jährlich besuchen weit über eine Million Menschen das Museum. Für das Jahr 2019 wurden rund 1,3 Millionen Besucher angegeben.

Architektur

Das heutige Kerngebäude des Museums wurde in den 1970er Jahren errichtet und 1976 eröffnet. Der Bau und die späteren Erweiterungen wurden von verschiedenen Architekturbüros und Planungsphasen geprägt. Zu den an den Entwürfen beteiligten Architekturbüros und Architekten zählen Wright, Porteous and Lowe (Planung des Neubaus aus den 1970er Jahren), Evans Woollen (Entwurf des erweiterten Eingangs bzw. des Welcome Centers) sowie Browning Day Mullins Dierdorf und später RATIO Architects, die an späteren Erweiterungen und dem Masterplan beteiligt waren. Im Lauf der Jahrzehnte wurden mehrere charakteristische Bauelemente ergänzt: ein verglaster Anbau des Welcome Centers, ein großes Atrium mit zentraler Lichtachse sowie die Überarbeitung und Verkleidung älterer Fassaden, um die unterschiedlichen Anbauten zu integrieren. In den Innenräumen wurden zudem großzügige Rampen, mehrstöckige Ausstellungsflächen und eigens entworfene Bereiche für Kinder- und Schulprogramme angelegt.[4]

Sammlung

Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Artefakten und Exponaten. Diese umfasst über 130.000 Objekte und ist in die Bereiche Arts & Humanities sowie Natural Sciences gegliedert. Zu den Objekten zählen naturgeschichtliche Präparate und Fossilien, ethnographische und kulturhistorische Objekte, Spiel- und Lernmaterialien sowie Sammlungen zur Regionalgeschichte.[5]

Besondere Ausstellungen und Kunstwerke

Zu den bekannten und vielbeachteten Dauerausstellungen und Exponaten gehören umfangreiche Dinosaurierpräsentationen (Dinosphere), eine historische Lokomotive (Reuben Wells), ein restauriertes Karussell sowie eine der größten Sammlungen von Objekten der Volkskunst (Caplan Folk Art Collection,[6] Schenkung in den 1980er-/1990er-Jahren). In den Innenräumen befindet sich zudem die große Glasinstallation Fireworks of Glass Tower and Ceiling des Glaskünstlers Dale Chihuly. Eine wiederkehrende Ausstellung des Museums ist The Power of Children: Making a Difference, die die Lebensgeschichten junger Menschen wie Anne Frank, Ruby Bridges, Ryan White und seit 2021 auch Malala Yousafzai zeigt.[7] Im Rahmen des umfassenden Projekts Mission Jurassic wurde die Dinosphere erneuert und erweitert. Dieses Projekt umfasste Renovierungen sowie neue Präsentationen jurassischer Fossilien. Zu den Leihgaben zählten T.-Rex-Objekte und großformatige Rekonstruktionen, die temporär gezeigt wurden.

Bedeutung und Betrieb

Das Museum gilt international als führend im Bereich der Kinder- und Familienmuseen – sowohl aufgrund seiner Größe als auch aufgrund seines Fokus auf interaktive Vermittlung, Forschung und Sammlungsmanagement. Es ist von Fachorganisationen akkreditiert und bietet ein umfangreiches Programm für Schulen, Familien und Fortbildungen. Seine Struktur, Finanzierung und sein Betrieb basieren auf einem Trägerverein mit Vorstand, einem beträchtlichen Stiftungsvermögen sowie einer Mischung aus Eintrittsgeldern, Fördermitteln und Spenden.

Literatur

  • Folk, Fantasy & Play: Selections from the Caplan Collection of the Children's Museum of Indianapolis, Childrens Museum of Indianapolis, 1992.

Einzelnachweise

  1. a b pls4e: Indianapolis Children’s Museum. 16. Juli 2018, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  2. Encyclopedia of Indianapolis: Mary Stewart Carey. In: Encyclopedia of Indianapolis. 9. März 2021, abgerufen am 30. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. Children's Museum to close `Dinosphere' amid exhibit update. 24. Oktober 2020, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  4. pls4e: Indianapolis Children’s Museum. 16. Juli 2018, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  5. A Century of Curiosity: 100 Fun Facts to Mark The Children’s Museum Centennial. Abgerufen am 30. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  6. Childrens Museum of Indianapolis (Hrsg.): Folk, Fantasy & Play: Selections from the Caplan Collection of the Children's Museum of Indianapolis. 1992.
  7. NEH Award GI-269527-20, Children. Abgerufen am 30. Dezember 2025.

Koordinaten: 39° 48′ 38,9″ N, 86° 9′ 27″ W