Cherry Pickin’

Cherry Pickin’
Studioalbum von Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders, Chris Mapp

Veröffent-
lichung

14. Juli 2014

Aufnahme

10. Juli 2013

Label(s) Slam Productions

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

7

Länge

54:28

Besetzung

Produktion

Simon Hall

Studio(s)

Birmingham Conservatoire

Chronologie
Mark Hewins, Jim Dvorak, Subassa, Roy Dodds: Majisuro
(2023)
Cherry Pickin’

Cherry Pickin’ ist ein Musikalbum von Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders und Chris Mapp. Die am 10. Juli 2013 im Birmingham Conservatoire entstandenen Aufnahmen erschienen am 14. Juli 2014 auf Slam Productions.

Hintergrund

Der in Amerika geborene Trompeter Jim Dvorak ist seit den 1970er Jahren in der der britischen Szene aktiv, hat aber nicht viele Aufnahmen veröffentlicht. Das Album präsentiert ihn in Quartett-Besetzung mit dem Saxophonisten Paul Dunmall, Mark Sanders am Schlagzeug und Chris Mapp am Bass. Das Album endet mit einer 20-minütigen kollektiven Improvisation; dem voraus geht eine Reihe von Stücken, die alle von Dvorak komponiert wurden. Die ersten vier sind Instrumentalnummern, mit entfernten Anklängen an Charles Mingus und Ornette Coleman. Es folgen einige Stücke mit Gesang von Dvorak im Mix, eine Rezitation einer politischen Warnung von Frank Zappa („It Can‘t Happen Here“, aus Freak Out!, 1966) und eines von Lord Buckleys „Gettysburg Address“, zu dem Dunmall auf dem Saxophon einen prägnanten Kommentar beisteuert.

Titelliste

  • Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders, Chris Mapp Cherry Pickin’ (Slam Productions SLAMCD 294)[1]
  1. E.D.’s Muse 5:15
  2. If I’m Gonna Have to Choose 9:40
  3. Love’s Own Prayer 4:34
  4. Miller’s Tail 5:40
  5. Zapped (Jim Dvorak, Frank Zappa) 3:59
  6. Getty’s Mother Burg 6:02
  7. As Above, So Below (Mapp, Dvorak, Sanders, Dunmall) 19:58

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Jim Dvorak.

Rezeption

Lasse man Moden und Trends beiseite, könnte man dieses Album unwiderlegbar als perfektes Beispiel für britischen Jazz von Mainstream-Musikern in der Mitte ihrer Karriere bezeichnen – wäre der Trompeter und Hauptkomponist nicht in Brooklyn geboren, meinte Ken Waxman (JazzWord). Abgesehen von dieser historischen Besonderheit sei „Cherry Pickin‘“ ein unschlagbares Instrument für das Talent von Jim Dvorak, der trotz seiner Geburt 1948 in den USA seit fast 45 Jahren fester Bestandteil der britischen Szene sei. Dvoraks anhaltende Bop/Pop-Orientierung werde zusätzlich durch „Zapped“ und „Getty’s Mother Burg“ bestätigt. Ersteres könnte als psychedelisch-klagend bezeichnet werden, da Dunmalls Trällern die verbalen Äußerungen des Trompeters zu einigen Textzeilen von Frank Zappa kommentiert. Musikalisch gehaltvoller seien hingegen andere Stücke. Der Trompeter würde ein raffiniertes Obligato präsentieren, das Mapps verdichtete Sul-tasto-Linie und Dunmalls lange Tonhöhen in „Love’s Own Prayer“ kontrastiere, während Sanders kaskadierende Klirr- und Schütteltöne „Miller’s Tail“ prägten, das ansonsten die improvisatorische Meisterschaft des Saxophonisten bestätige – er spinne ohne Pause farbenfrohe Variationen. Auch „If I’m Gonna Have to Choose“ – das an eine frühe Ballade von Ornette Coleman erinnere – sei ein weiterer Triumph des Tenorsaxophonisten, da Dunmalls schlängelndes Gebläse mit offenem Horn gekonnt von Mapps gitarrenähnlichen Streicherklängen unterstützt werde.[2]

Es sei kein bahnbrechendes Werk, sondern Musik, die die Möglichkeiten, die sich durch freiere Stile im Laufe der Karrieren dieser Musiker eröffneten, optimal nutze, um Traditionen in ein neues Licht zu rücken, schrieb Jon Turney (London Jazz News). Die beiden Vokal-Stücke seien zwar hörenswert, aber vielleicht nicht unbedingt wiederholt. Die lange Improvisation am Ende führe dann zurück zu instrumentierten Klängen und der vollkommenen Gemeinschaft, mit der die Aufnahme begann.[3]

Einzelnachweise

  1. Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders, Chris Mapp Cherry Pickin’. In: Discogs. Abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch).
  2. Ken Waxman: Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders, Chris Mapp Cherry Pickin’. In: JazzWord. 12. Dezember 2014, abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch).
  3. Jon Turney: Jim Dvorak, Paul Dunmall, Mark Sanders, Chris Mapp Cherry Pickin’. In: London Jazz News. 5. Januar 2015, abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch).