Chenaud

Chenaud
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Gemeinde Parcoul-Chenaud
Koordinaten 45° 13′ N, 0° 6′ O
Postleitzahl 24410
Ehemaliger INSEE-Code 24118
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)

Chenaud (Aussprache [ʃəˈno], okzitanisch Chanaur) ist ein Ort und ehemalige französische Gemeinde mit 359 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Canahoriens und Canahoriennes genannt.

Der Erlass des Präfekten vom 14. Dezember 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Chenaud als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Parcoul zur Commune nouvelle Parcoul-Chenaud fest.[1]

Geografie

Chenaud liegt etwa 48 Kilometer südsüdwestlich von Angoulême, etwa 56 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 48 Kilometer westnordwestlich von Périgueux im Westen des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Charente. Der Ort befindet sich am Übergang der Région naturelle des Ribéracois zur Région naturelle der Double, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert. Chenaud liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die das Ortsgebiet im Norden begrenzt, den Flüsschen Ribouloir, Ponty, Riou Basset, Bourliou sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine hügelige, im Süden reichlich bewaldete, im restlichen Ortsareal im Gegensatz dazu wenig bewaldete Landschaft, die im Norden vom breiten Tal der Dronne begrenzt wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Süden hin zu, erreichen dabei selten Höhen von über 100 m. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 113 m im Süden nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Saint Aulaye-Puymangou und nahe des Lieu-dits Aux Chutelles, der tiefste Punkt befindet sich mit 26 m im äußersten Südwesten beim Austritt der Dronne aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum liegt im Dronne-Tal auf etwa 42 m Höhe.

Umgeben wird Chenaud von vier Nachbargemeinden und vom weiteren Ortsteil von Parcoul-Chenaud:

Saint-Quentin-de-Chalais (Charente) Les Essards (Charente)
Bazac (Charente)
Parcoul (Parcoul-Chenaud) Saint Aulaye-Puymangou

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes wurde 1098 erstmals in der Form Chanaor erwähnt, wenig später in der Variante Canaor (1100) und wurde zu Chanard im 13. Jahrhundert und zu Chanaura im 14. Jahrhundert. Es ist nicht bekannt, wann sich Cha- zu Che- wandelte. Ungeklärt ist auch die Herkunft, die vom Namen einer ursprünglich germanischen Person Chainoaldus abstammen könnte.[2]

Die Entdeckung gallorömischer Überbleibsel zeugt von der Besiedlung des Ortes seit der Jungsteinzeit. Unter anderem wurden ein Messer und eine Franziska aus der Merowingerzeit, ein Marmorsarkophag, aber auch eine antike oder urchristliche Mauer ausgegraben.

Im Jahr 1100 war die geweihte Kirche die eines Priorats, das von der Abtei von Baignes abhängig war.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog die Bevölkerung massiv in die städtischen Gebiete, weshalb der Bahnhof 1951 endgültig geschlossen wurde.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Chenaud: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
609
1800
  
457
1806
  
705
1821
  
775
1831
  
793
1836
  
744
1841
  
766
1846
  
761
1851
  
831
1856
  
836
1861
  
776
1866
  
771
1872
  
703
1876
  
684
1881
  
709
1886
  
709
1891
  
666
1896
  
641
1901
  
594
1906
  
597
1911
  
555
1921
  
489
1926
  
532
1931
  
527
1936
  
521
1946
  
527
1954
  
514
1962
  
517
1968
  
456
1975
  
331
1982
  
350
1990
  
313
1999
  
321
2006
  
318
2013
  
329
2020
  
365
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul, ehemalige Prioratskirche aus dem 12. Jahrhundert, Chor und Kanzel seit 1948 als Monument historique eingeschrieben
  • Mühle von Chenaud aus dem 18. Jahrhundert an der Dronne am Lieu-dit le Logis in der Nähe des Zentrums, heute Wohnhaus
Ursprünglich handelte es sich um eine Getreide- und Ölmühle vom Typ Mühle mit Bug- und Seitenrädern. Zur Mühle gehörten damals landwirtschaftliche Gebäude und ein heute zerstörtes Wohnhaus. Anfang der 1940er Jahre baute Marcel Aymés Bruder das Anwesen in ein Ferienjaus um. Die Schaufelräder verschwanden zugunsten einer Turbine zur Stromerzeugung. Die Mühle wurde mit den landwirtschaftlichen Gebäuden verbunden und dann zu einem einzigen Hauptgebäude umgebaut.[8]
  • Wohnsitz am Lieu-dit Puyvigier aus dem 18./19. Jahrhundert vielleicht an der Stelle eines älteren Gebäudes errichtet

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Chenaud – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Recueil des actes administratifs des services de l’état en Dordogne (RAA 24). (PDF) Département Dordogne, 24. Dezember 2015, S. 106–109, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  2. Siehe Tanet, Hordé, Seite 107
  3. Chenaud (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  4. Notice Communale Chenaud. EHESS, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  5. Populations légales 2006 Commune de Chenaud (24118). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  6. Populations légales 2013 Commune de Chenaud (24118). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  7. Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  8. moulin de Chenaud, actuellement maison in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)