Chavagnac (Dordogne)

Chavagnac
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Gemeinde Les Coteaux Périgourdins
Koordinaten 45° 5′ N, 1° 22′ O
Postleitzahl 24120
Ehemaliger INSEE-Code 24117
Eingemeindung 1. Januar 2017
Status Commune déléguée

Kirche Saint-Pantaléon

Chavagnac (Aussprache [ʃavaˈɲak], okzitanisch Chavanhac) ist ein Ort und ehemalige südwestfranzösische Gemeinde mit 363 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda. Die Einwohner werden Chavagnacois und Chavagnacoises genannt.

Die Erlasse des Präfekten vom 29. Juni 1916 und 1. Juli 2016 legten mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Chavagnac als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Grèzes zur Commune nouvelle Les Coteaux Périgourdins fest.[1]

Geografie

Chavagnac liegt etwa 53 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 15 Kilometer südwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 25 Kilometer nordnordöstlich von Sarlat-la-Canéda an der Grenze zum benachbarten Département Corrèze. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Chavagnac liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von verschiedenen kleineren Wasserläufen entwässert.

Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine hügelige, im Südosten teils bewaldete, im restlichen Ortsareal wenig bewaldeten Landschaft. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 354 m westlich des Zentrums nahe des Lieu-dit les Prés Noirs, der tiefste Punkt befindet sich mit 165 m im äußersten Nordwesten. Das Zentrum liegt auf etwa 325 m Höhe.

Umgeben wird Chavagnac von sechs Nachbargemeinden und des weiteren Ortsteils von Les Coteaux Périgourdins:

Terrasson-Lavilledieu Grèzes (Les Coteaux Périgourdins) Larche (Corrèze)
Saint-Cernin-de-Larche (Corrèze)
La Dornac Nadaillac Chartrier-Ferrière (Corrèze)

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien ab dem 10. Jahrhundert, denn die Abtei von Vigeois, südwestlich von Uzerche im heutigen Département Corrèze, setzte ein Vikariat ein, genannt Vicaria de Cavaniaco. Die geografische Lage des Dorfes auf einem erhöhten Standort erlaubte, die Kontrolle über den Weg von Brive nach Sarlat zu kontrollieren, was die Existenz einer bedeutenden Burg erklärt, von der ein viereckiger Donjon südlich der romanischen Kirche übrig geblieben ist. Chavagnac ist erneut im 14. Jahrhundert erwähnt worden in der latinisierten Form Cavanhacum und im 16. Jahrhundert in der wenig geänderten Schreibweise Chavanhaco (1514). Der Name kommt wie bei identischen Lieu-dits im Périgord von einer ursprünglich gallischen Person Cavanus, dessen Name das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Cavanacum, Landgut des Cavanus).[2]

Die Entdeckung gallorömischer Überreste am Lieu-dit Legura belegt, dass Chavagnac bereits in der Antike besiedelt war.

Im Laufe der Jahrhunderte litt Chavagnac unter den Wirren, die das Périgord erschütterten, wie unter dem Hundertjährigen Krieg, den Hugenottenkriegen und der Rebellion der Croquants.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Chavagnac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
541
1800
  
505
1806
  
576
1821
  
632
1831
  
640
1836
  
672
1841
  
646
1846
  
657
1851
  
660
1856
  
668
1861
  
676
1866
  
669
1872
  
662
1876
  
655
1881
  
628
1886
  
600
1891
  
553
1896
  
529
1901
  
541
1906
  
559
1911
  
494
1921
  
415
1926
  
409
1931
  
370
1936
  
336
1946
  
300
1954
  
288
1962
  
297
1968
  
246
1975
  
260
1982
  
270
1990
  
301
1999
  
318
2006
  
319
2013
  
367
2020
  
367
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde von zunächst etwa 500 auf gut 650 an. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang geführt, der erst in den 1960er Jahren zum Stillstand gekommen ist.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Kirche Saint-Pantaléon ist ein einschiffiger mittelalterlicher Bau, der bei einem Brand im 18. Jahrhundert in Teilen zerstört wurde. Sein heutiges Aussehen mit einem halbrunden Glockengiebel und Giebeln über den Seitenkapellen verdankt die Kirche einer Restaurierung des 19. Jahrhunderts. Der Bau birgt ein unter Denkmalschutz stehendes[8] Altarretabel aus der Zeit der Renaissance (16. Jahrhundert) sowie einen Calvaire und mehrere geschnitzte Heiligenfiguren aus späterer Zeit.
  • Der Tour de Chavagnac ist der Überrest einer Burg aus dem 12. Jahrhundert, der bereits im Jahr 1569 teilweise zerstört wurde und kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution nahezu vollständig abbrannte. Das 25 Meter hohe mehrgeschossige Bauwerk mit seinen steinernen Kreuzstockfenstern und Aborterkern ist ein später Vertreter der mittelalterlichen Donjons und wurde auch in der Folgezeit noch als Wachturm genutzt. Der imposante Turm wurde im Jahr 1947 als Monument historique eingeschrieben.[9]
  • Das örtliche Monument für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs entstand im Jahr 1923.}

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Chavagnac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Recueil des actes administratifs N°24-2016-019. (PDF) Département Dordogne, 19. Juli 2016, S. 139–146, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  2. Siehe Tanet, Hordé, Seite 106
  3. Chavagnac (französisch) (Memento vom 20. Dezember 2017 im Internet Archive)
  4. Notice Communale Chavagnac. EHESS, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  5. Populations légales 2006 Commune de Chavagnac (24117). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  6. Populations légales 2013 Commune de Chavagnac (24117). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  7. Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
  8. Autel, Retable etc., Chavagnac in der Base Palissy des französischen Kulturministeriums (französisch)
  9. Tour de Chavagnac, Chavagnac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)