Chartreuse Notre-Dame de Macourt
Die Chartreuse Notre-Dame de Macourt ist eine ehemalige Kartause, die sich zunächst in Macourt-lez-Marly befand und dann in Valenciennes im heutigen Département Nord.
Geschichte
Jean d’Avesnes gründete 1288 auf Bitten seines Bruders Guillaume d’Avesnes, Bischof von Cambrai, eine Kartause namens Val-Saint-Pierre oder Val-Saint-Paul in der Nähe von Cambrai. Die Gemeinschaft zog 1293 in Valenciennes bei den Cordeliers ein. Zwischen 1295 und 1297 erfolgte die Verlegung in eine von Graf Jean de Hainaut in Macourt-lez-Marly, einem Vorort von Valenciennes, errichtete Kartause. Die Kirche wurde 1298 oder 1304 geweiht. Dank eines Wohltäters, Jacques de Maubeuge, Kanoniker von Cambrai, konnte 1343 eine neue Kirche geweiht werden und die alte Kirche wurde zum Refektorium.
Im Jahr 1566 wurde die Kartause von den Hugenotten geplündert und schließlich dem Erdboden gleichgemacht. Die Mönche suchten Zuflucht in der Stadt. Es gab Pläne, das Haus nach Douai zu verlegen, doch 1575 begannen die Arbeiten zum Bau eines neuen Klosters innerhalb der Mauern von Valenciennes.
Die Kartäuser kauften einen Gasthof und neunzehn Häuser in der Pfarrei Saint-Nicolas und bauten ein neues Kloster. Die Kirche wurde am 22. Juli 1582 von André Francquart, Bischof von Chalkedon, geweiht.
Am 13. Februar 1790 verkündete die verfassunggebende Versammlung die Abschaffung der Ordensgelübde und die Auflösung der religiöser Kongregationen. Die Klostergemeinschaft wurde 1791 aufgelöst. Viele Kartäuser gingen in die Chartreuse de la Boutillerie bei Fleurbaix. Vier von ihnen kehrten 1972 nach der österreichischen Invasion zurück, um die Kartause wieder zu besetzen. Die Kartause wurde 1793 während der Belagerung von Valenciennes bombardiert. Vier der letzten sechs Kartäuser von Valenciennes wurden 1794 auf dem Platz von Valenciennes guillotiniert.
Priore
Der Prior ist der Superior des Klosters, gewählt durch die Gemeinschaft oder durch höhere Instanzen. Hier sind die bekannten Prioren in chronologischer Reihenfolge:
- 1298: Pierre Douchart, erster Prior
- 1509: Jean Donas
- 1526–1527: Antoine Wastel (Profess von Saint-Omer, wurde zum Prokurator der Nonnen von Gosnay (1513–1520 und 1533–1535), Rektor (1524–1526) und Prior (1526–1527) von Valenciennes ernannt und 1527 zum Vikar von Saint-Omer ernannt)
- ~1545: Jean Morocourt († 1548)
- ~1557–1610: Jean de l’Écluse († 1610), Restaurateur des Klosters in Valenciennes, Visitator der Provinz Picardie im Jahr 1586
- 1627: Pierre Lyon, Prior von Valenciennes und Visitator der Provinz Picardie
- ~1630: Antelme de Pronville
- 1640: Pierre Carré
- 1655: Bernard Pamard, Prior und Convisiteur der Provinz
- 1658– : Pierre‑Antoine van Pecque (Pecquius) (1614–1679), Prior von Zelem, von Antwerpen (1664–1666), von Sainte-Sophie-de-Constantinople (1664–1666)
- 1678: Lucas (oder Nicolas) Lescailliet (auch Lescallier)
- Hugues Verez (1712–1793), Profès in Valenciennes seit 1733, Prior von Saint‑Omer 1772, dann Coadjuteur von Valenciennes ab 1778, zog sich später nach Lille zurück.
Besitzungen und Güter
Die Chartreuse besaß Ländereien in Aulnoy, Blaringhem, Marly und Solesmes.
Literatur
- Archives départementales du Nord, « 62 H. Chartreuse de Valenciennes », sur docplayer.fr
- Arthur Dinaux, « Les chartreux à Marly et à Valenciennes (1288-1791) », Archives historiques et littéraires du nord de la France, et du midi de la Belgique, vol. nouvelle série, tome 4, 1842, S. 137–164
- Abbé Dancoisne, « Mémoire sur les établissements du clergé séculier et régulier qui ont existé à Douai avant la Révolution. », Mémoires de la Société centrale d’agriculture, sciences et arts du département du Nord, vol. t. 12, 1872, S. 469
- Simon Le Boucq, Histoire ecclésiastique de la ville et comté de Valenciennes, Péronnas, les Éd. de la Tour Gile, 1995 (réimpr. [Fac-sim. de l’éd. de Valenciennes : A. Prignet, 1844]), 306 p., ISBN 2-87802-196-7, BNF 35789626; S. 139–142.