Charles de Pelleport-Burète

Jean-Pierre Charles de Pelleport-Burète (* 29. Dezember 1827 in Bordeaux; † 13. Juli 1900 ebenda) war ein französischer Jurist, Verwaltungsbeamter und konservativer Politiker. Er war von 1874 bis 1876 Bürgermeister von Bordeaux und anschließend Senator des Départements Gironde.[1]

Herkunft und Werdegang

Charles de Pelleport-Burète entstammte einer Familie des südwestfranzösischen Adels. Sein Vater war Pierre de Pelleport, General der napoleonischen Armee, Pair von Frankreich und für wenige Wochen ebenfalls Bürgermeister von Bordeaux. Seine Mutter entstammte der Familie Burète, einer in Bordeaux ansässigen bürgerlichen Familie, die im lokalen Verwaltungs- und Wirtschaftsleben verankert war. Durch diese Verbindung vereinte Pelleport-Burète aristokratische Militärtradition väterlicherseits mit bürgerlich-städtischer Verwurzelung mütterlicherseits, was für seine spätere kommunalpolitische Laufbahn prägend war. Als Widmung an seinen Vater schrieb Charles 1867:

« Le général Pelleport appartient à cette classe de guerriers avant tout honnête, intègre, scrupuleuse autant qu’intrépide, s’effaçant partout hormis lorsqu’on est au feu. »

„General Pelleport gehört zu dieser Klasse von Kriegern, die vor allem ehrlich, integer, gewissenhaft und ebenso unerschrocken sind und sich überall zurücknehmen, außer wenn sie im Einsatz sind.“

Nach einer Tätigkeit als Sekretär der Präfektur der Gironde studierte Pelleport-Burète Rechtswissenschaften und trat in den Staatsdienst ein. 1853 wurde er zum Sous-préfet von Argelès-Gazost ernannt. Wenige Jahre später kehrte er nach Bordeaux zurück, wo er sich dauerhaft niederließ und zunehmend kommunalpolitisch engagierte.[2]

In Bordeaux war Pelleport-Burète in zahlreichen gemeinnützigen und karitativen Einrichtungen tätig. Er übernahm Leitungsfunktionen in Organisationen, die sich mit Fürsorge, Armutsbekämpfung und Erziehung befassten, und galt als Vertreter eines sozialkonservativen Verständnisses kommunaler Verantwortung. Sein Interesse an städtischer Sozialpolitik dokumentierte er in der Schrift Études municipales sur la charité bordelaise, in der er die bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt systematisch darstellte und reformorientiert analysierte.[3]

Bürgermeister und Senator

1874 wurde Pelleport-Burète zum Bürgermeister von Bordeaux gewählt. Seine Amtszeit fiel in die politisch instabile Frühphase der Dritten Republik und war von einem konservativen politischen Kurs geprägt. Zu den Schwerpunkten seiner Amtsführung gehörten die Unterstützung kultureller Institutionen, Maßnahmen zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur sowie Fragen der öffentlichen Ordnung und der kommunalen Wohlfahrt.

Im Januar 1876 wurde er zum Senator der Gironde gewählt und legte daraufhin sein Bürgermeisteramt nieder. Im Französischen Senat gehörte er dem konservativen Lager an und beteiligte sich an der parlamentarischen Arbeit der frühen Republik. Bei der Erneuerungswahl von 1879 unterlag er und schied aus dem Senat aus.[4] Pelleport-Burète starb im Alter von 72 Jahren.

Einzelnachweise

  1. «Les Sénateurs», französische Senats-Open-Data (data.gouv.fr), historische Mandate einschließlich Pelleport-Burète, République III.
  2. Base Léonore, französisches Kulturministerium / Legion d’honneur – Biographie Charles de Pelleport-Burète.
  3. Charles Pelleport-Burète: Études municipales sur la Charité Bordelaise. Première Partie. L’enfance Tome Ier.
  4. Ergebnisliste der Senatorenwahlen in der Gironde 1876/1879, Assemblée nationale – Archiv.