Charles de La Roche-sur-Yon
Charles de Bourbon-Montpensier, Prince de La Roche-sur-Yon (* 1515 oder um 1515; † 10. Oktober 1565 Beaupréau, 50 Jahre alt) war ein Prinz von Geblüt aus der Linie der Herzöge von Montpensier. Er war der 3. Prince de La Roche-sur-Yon und wurde gegen Ende seines Lebens Herzog von Beaupréau.
Als Militärbefehlshaber nahm er an den Italienkriegen und den Hugenottenkriegen teil; als Angehöriger des königlichen Hofes war er Gouverneur des jungen Königs Karl IX.
Biographie
Charles de Bourbon-Montpensier war der jüngste Sohn von Louis de Bourbon (1473–1520), 1. Prince de La Roche-sur-Yon, und Louise de Bourbon (1482–1561), 5. Comtesse de Montpensier. Sein älterer Bruder war Louis III. de Bourbon, duc de Montpensier, mit dem er in den Kriegen gegen Kaiser Karl V., in der Provence (1536), im Artois (1537), im Roussillon (1542) und in der Champagne kämpfte. 1552 nahm Charles de Bourbon-Montpensier an der Verteidigung von Metz teil, das von Kaiser Karl V. belagert wurde, 1554 kämpfte er an der Seite Heinrichs II. bei der Belagerung von Renty im Artois.
Während der Regierungszeit von Franz II. nahm er am „Vendôme-Treffen“ (1559) teil, bei dem Anhänger seines Vetters Antoine de Bourbon sich trafen, um der Machtübernahme des Hauses Guise zu verhindern. Letztere versuchten, die Bourbonen vom Hof des Königs zu entfernen. Sie forderten die Bourbonen auf, Elisabeth von Valois – die Schwester des Königs – auf ihrer Reise nach Spanien zu begleiten, wo sie ihren zukünftigen Ehemann König Philipp II treffen sollte. Der Prince de La Roche nahm an der Reise teil und überreichte dem König von Spanien bei dieser Gelegenheit die Halskette des Ordre de Saint-Michel.[1]
Als die Religionskriege begannen, war er im Gegensatz zu seinem Bruder ein gemäßigter Katholik und Teil einer Gruppe von Verwandten um die Königinmutter Caterina de’ Medici, die eine Politik des Ausgleiches mit den Protestanten unterstützten. 1561 ernannte die Königinmutter Charles de Bourbon-Montpensier zum Gouverneur des jungen Königs Karl IX.[2]
Charles de La Roche-sur-Yon wurde am 14. Oktober 1561 zum Lieutenant-général (Stellvertreter) für François de Montmorency als Gouverneur von Paris und der Île-de-France und am 16. Januar 1562 zum Gouverneur der Dauphiné ernannt.
Während des Ersten Hugenottenkriegs diente er in der königlichen Armee und nahm an der Belagerung von Bourges und der Belagerung von Rouen (1562) teil. Zum Dank für seine Dienste erhob der König das Baronat Beaupréau erst zum Marquisat und im Juni 1562 zum Herzogtum.
Schwer erkrankt empfing Charles de Bourbon-Montpensier im Oktober 1565 Caterina de’ Medici in seinem Haus in Beaupréau. Er starb am Tag darauf, am 10. Oktober 1565 im Alter von etwa 50 Jahren ohne überlebende Nachkommen. Er wurde in Beaupréau bestattet.
Ehe und Familie
Charles de Bourbon-Montpensier heiratete um 1544 Philippe de Montespedon, Dame de Beaupréau, Erbtochter von Joachim de Montespedon und Jeanne de La Haye, Witwe von René de Montejean, Marschall von Frankreich († 1539), und ab 1561 Première dame d’honneur Caterina de’ Medicis. Ihre Kinder sind:
- Henri, Marquis de Beaupréau (* 1545; † 1560 nach dem 15. Dezember bei einem Turnir in Orléans)
- Jeanne (* wohl 1547; † wohl 1548, 9 Monate alt)
Seine Witwe Philippe de Montespedon starb am 12. April 1578 in Paris.
Literatur
- Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln, Band III.1, 1984, Tafel 75
Einzelnachweise
- ↑ Éric Durot, François de Lorraine, duc de Guise, entre Dieu et le roi, Paris, Classiques Garnier, coll. Bibliothèque d’histoire de la Renaissance (Nr. 1), 2012, ISBN 978-2-8124-0610-2, S. 499
- ↑ Denis Crouzet, Le Haut Cœur de Catherine de Médicis. Une raison politique aux temps de la Saint-Barthélemy, Paris, Albin Michel, 2005, S. 533