Charles Jalabert
Charles François Jalabert, auch bekannt als Carlos Francisco Jalabert (* 25. Dezember 1818 in Nîmes; † 8. März 1901 in Paris) war ein französischer Maler des 19. Jahrhunderts.[1]
Leben
Charles Jalabert war der Sohn eines Händlers für Schmuck- und Kunstgewerbe. Er begann seine künstlerische Ausbildung im Jahr 1834 an der École de dessin in Nîmes bei Alexandre Colin. Ab 1839 studierte er an der École des Beaux-Arts in Paris im Atelier von Paul Delaroche, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Weitere Förderung erhielt er durch Jacques-Luc Barbier-Walbonne, Numa Boucoiran und James Pradier. Im Jahr 1841 errang er den zweiten Prix de Rome mit dem Gemälde La peste de Thèbes (heute im Musée des Beaux-Arts in Marseille). Von 1843 bis 1846 hielt er sich auf eigene Kosten in Rom auf, wo er in der Académie de France lebte.[1]
Nach seiner Rückkehr ließ Charles Jalabert sich in Paris nieder, pflegte jedoch enge Beziehungen zu seiner Heimatstadt Nîmes, insbesondere zur Société des Amis des Arts. 1856 wurde er Mitglied der Académie de Nîmes und 1866 Mitglied der Jury des Pariser Salons. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1847 eine Medaille dritter Klasse, 1851 eine Medaille zweiter Klasse und 1853 eine Medaille erster Klasse. 1855 wurde er zum Chevalier und 1867 zum Officer der Légion d’honneur ernannt. Weitere Ehrungen waren der Orden Leopolds (Belgien) und der brasilianische Orden der Rose.[1]
Ab den 1850er Jahren übernahm der Kunsthändler Adolphe Goupil die Vermarktung seiner Werke und stellte ihm 1858 ein Haus zur Verfügung. Der Künstler nahm aktiv am mondänen Gesellschaftsleben teil und war mit zahlreichen bedeutenden Zeitgenossen befreundet, darunter Léon Bonnat, Alexandre Cabanel, Philippe Rousseau, Paul Baudry, Édouard Imer, Joseph Ambroise Vandelle und Eugène Fromentin. In den Jahren 1865, 1866 und 1881 reiste er nach England, um dort Porträtaufträge auszuführen. Ab 1880 hielt er sich abwechselnd in Nîmes und Bougival auf. Mehrfach bewarb er sich erfolglos um die Aufnahme in das Institut de France, zuletzt im Jahr 1881.[1]
Werk
Charles Jalabert war zunächst vor allem mit mythologischen, historischen und religiösen Sujets erfolgreich. Théophile Gautier charakterisierte sein Werk 1855/56 als von Zartheit, Delikatesse und Anmut geprägt. Während des Zweiten Kaiserreichs wandte sich Jalabert ab 1863 nahezu ausschließlich der Porträtmalerei zu. Diese realistisch-veristischen Bildnisse, häufig von Angehörigen der Aristokratie, zeigen den Einfluss der zeitgenössischen Fotografie. Nach 1871 entstanden zudem vereinzelt alpine Landschaften, angeregt durch einen Kuraufenthalt in Aix-les-Bains. Jalabert fertigte auch Kopien nach Eugène Delacroix an. Seine Werke wurden von verschiedenen Stechern reproduziert, darunter Paul Girardet, Alphonse Alexandre Leroy, Achille Louis Martinet und Alphonse Charles Masson.[1]
Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen Gemälde in öffentlichen Sammlungen wie Œdipe et Antigone (Museum der schönen Künste, Marseille), Les nymphes écoutent les chants d’Orphée (Walters Art Museum, Baltimore) und Madeleine au désert (Museum der schönen Künste, Nîmes), aber auch zahlreiche Porträts, darunter Madame Goupil (1854), Maria Abruzèse (Salon 1863) und Madame Paul Rattier (1862, Louvre, Paris). Seine Werke wurden regelmäßig auf dem Pariser Salon zwischen 1847 und 1882 sowie auf Weltausstellungen in Paris (1855, 1867) und London (1862) gezeigt.[1] Nach 1871 nahm die öffentliche Anerkennung Jalaberts deutlich ab. Er starb 1901 in Paris und geriet im frühen 20. Jahrhundert weitgehend in Vergessenheit.
Literatur
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 7: Herring – Koornstra. Paris, 2006.