Charles Dumont (Politiker)
Charles Émile Étienne Dumont (* 31. August 1867 in Ajaccio, Korsika; † 22. April 1939 in Meulan, Département Seine-et-Oise, heute: Meulan-en-Yvelines, Département Yvelines) war ein französischer Politiker, der unter anderem 1911 Minister für öffentliche Arbeiten, Post und Telegraphen, 1913 und 1930 Finanzminister sowie zwischen 1931 und 1932 Marineminister war.
Leben
Charles Émile Étienne Dumont, Sohn des Telegrafisten Émile Philippe Élisée Dumont und der Wäscherin Eugénie Augustine Denis, absolvierte nach dem Besuch eines Provinzgymnasiums und des Lycée Henri IV ein Studium der Literatur- und Rechtswissenschaften an der Universität von Paris und erwarb dort eine „Licence de droit“. Nachdem er 1891 die „Agrégation de philosophie“ mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, unterrichtete er als Lehrer am Lycée du Puy, am Lycée de Bourges sowie schließlich am Lycée de Lons-le-Saunier. Während dieser Zeit verfasste er die Bücher „Die bulgarische Frage“ (La question bulgare) und „Der Kampf gegen anarchistische und pazifistische Propaganda“ (La lutte contre la propagande anarchiste et pacifiste).
Bei den Wahlen am 22. Mai 1898 wurde Dumont für das Département Jura erstmals zum Mitglied der Abgeordnetenkammer (Chambre des députés) gewählt und gehörte dieser nach seinen Wiederwahlen am 27. April 1902, 20. Mai 1906, 8. Mai 1910, 10. Mai 1914 und 16. November 1919 von der siebten bis zur zwölften Legislaturperiode an. Er gehörte den Fraktionen Radikale Linke (Gauche radicale, 1902–1910), Radikalsozialisten RRRS (Groupe radical-socialiste, 1910–1914), Radikale Linke (1914–1919) und Demokratische Allianz AD (Alliance démocratique, 1919–1924) als Mitglied an. Am 2. März 1911 wurde er in das Kabinett Monis berufen und bekleidete in diesem bis zum 27. Juni 1911 als Minister für öffentliche Arbeiten, Post und Telegraphen (Ministre des Travaux Publics, des Postes et Télégraphes).[1][2] Im Kabinett Barthou fungierte er zwischen dem 22. März und dem 9. Dezember 1913 erstmals als Finanzminister.[1][3] Er wurde darüber hinaus 1913 erstmals Mitglied des Generalrates des Département Jura und vertrat in diesem zunächst den Kanton Les Planches-en-Montagne, zwischen 1919 und 1931 den Kanton Lons-le-Saunier-Nord sowie zuletzt von 1931 bis 1939 den Kanton Saint-Julien. Während dieser Zeit wurde er 1921 Nachfolger von Stephen Pichon[4] als Präsident des Generalrates des Département Jura und bekleidete dieses Amt 18 Jahre lang bis zu seiner Ablösung durch Samuel-Désiré Benoît-Barnet 1939.
Nach seinem Ausscheiden aus der Abgeordnetenkammer wurde Charles Dumont am 6. Januar 1924 Mitglied des Senats, dem er als Vertreter des Département Jura mehr als 15 Jahre lang bis zu seinem Tode am 22. April 1939 angehörte. Während dieser Zeit wurde er am 21. Februar 1930 im Kabinett Chautemps I abermals Finanzminister und hatte diese Funktion bis zum 2. März 1930 inne.[5] Er wurde am 27. Januar 1931 Minister für die Kriegsmarine (Ministre de la Marine Militaire) im Kabinett Laval I und bekleidete dieses Ministeramt auch im Kabinett Laval II (13. Juni 1931 bis 12. Januar 1932) sowie im Kabinett Laval III (14. Januar 1932 bis 6. Februar 1932).[1][6][7][8]
Literatur
- Pierre Jeambrun: Charles Dumont, un radical de la Belle Epoque, Tallandier, Paris 1995, ISBN 2-2350-2134-4
Weblinks
- Charles Dumont. Nationalversammlung (Frankreich), abgerufen am 21. Dezember 2025 (französisch).
- DUMONT Charles: Ancien sénateur du Jura. Senat (Frankreich), abgerufen am 21. Dezember 2025 (französisch).
- Dumont, Charles (Émile Étienne). rulers.org, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ a b c France: Ministries, political parties, etc. from 1870. rulers.org, abgerufen am 21. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Ministère Monis ( vom 4. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Ministère Barthou ( vom 4. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ PICHON Stephen: Ancien sénateur du Jura. Senat, abgerufen am 21. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Ministère Chautemps ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Ministère Laval ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Ministère Laval 2 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
- ↑ Ministère Laval 3 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
Louis Puech | Minister für öffentliche Arbeiten, Post und Telegraphie 2.3. 1911 – 23.6. 1911 | Victor Augagneur |
Louis-Lucien Klotz Henry Chéron | Finanzminister 22.3. 1913 – 22.12. 1913 21.2. 1930 – 25.2. 1930 | Joseph Caillaux Paul Reynaud |
Albert Sarraut selbst selbst | Minister für die Kriegsmarine 27.1. 1931 – 13.6. 1931 13.6. 1931 – 12.1. 1932 14.1. 1932 – 6.2. 1932 | selbst selbst ohne |