Charles Appelman

Charles Cornelis Appelman (* 10. Dezember 1920 im niederländischen Utrecht; † 26. November 1943 in Lüttich) war ein Landarbeiter und ein niederländisch-belgischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht. Er lebte in Villers-le-Bouillet, Provinz Lüttich. Er war nicht verheiratet und seine Muttersprache war Französisch.[1]

Widerstand

Am 18. Mai 1940 wurde Brüssel kampflos besetzt und der belgische König Leopold III. unterzeichnete die Kapitulation der belgischen Armee. Der Widerstand baute sich langsam und in verschiedenen Richtungen auf. Appelman schloss sich dem kommunistischen Widerstand an, organisiert in der belgischen Partisanen-Armee (PA), die sich in den Wäldern von Condroz bei Havelange versteckte und von dort aus operierte. Die Partisanen führten Sabotageakte und Überfälle zur Geldbeschaffung aus, transportierten Waffen und organisierten die Untergrundpresse.

Verhaftung und Hinrichtung

Nach Denunziation durch einen royalistischen Bürgermeister wurde er am 31. August 1943 im Dorf Moha, heute zu Wanze, von der Feldgendarmerie zusammen mit Fernand Noé (* 1920)[2] und André Holler (* 1921)[3] verhaftet. Er wurde in die Zitadelle von Lüttich überführt, wo sein Prozess stattfand. Das Feldkriegsgericht verurteilte ihn zusammen mit den beiden Kameraden „wegen Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation zum Tode“[4], ein Erschießungskommando führte am 26. November 1943 im Burggraben der Zitadelle die Hinrichtung der Männer aus.

Gedenken

Sein Leichnam wurde in Lüttich exhumiert und in seinem letzten Wohnort Villers-le-Bouillet beigesetzt.[5]

  • Denkmal mit Name über dem Grab gefallener Soldaten und Widerstandskämpfer auf dem Gemeindefriedhof von Villers-le-Bouillet (Cimetière de Villers-le-Bouillet, Rue de la Sablière, Caveau d'Honneur), Bilder auf bel-memorial.org.
  • Gedenkkreuz in der Zitadelle Lüttich, auf dem „Cimetière et monuments commémoratifs de l’enclos des Fusillés“.[6][5]
  • Abschiedsbrief an seine Brüder und Kameraden: „Ich schreibe euch diesen Brief 7 Stunden, 50 Minuten vor meinem Tode ... als ich von zu Hause wegging, wusste ich, was ich tat ... wir werden singend zum Richtpfahl schreiten, denn wir haben keine Angst vor dem Tode.“[4]

Literatur

  • David Freiture: La Résistance AS-FI (Armée secrète – Front de l’indépendance) en Hesbaye hutoise, Selbstverlag, Verlaine 2024, Kapitel 2: Appelman.
  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 51–52: Appelman, Seite 25–29: Überblick über den belgischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Einzelnachweise

  1. Grunddaten im Staatsarchiv Belgien, data.arch.be.
  2. Siehe wardeadregister.be.
  3. Siehe wardeadregister.be.
  4. a b Lettere di condannati, Seite 51–52, siehe Literatur.
  5. a b Gedenkseite auf fusilles-citadelle.be.
  6. Liège (Luik) (Citadelle) - Enclos des fusillés. Abgerufen am 22. November 2025.