Charles Édouard Lardy
Charles Édouard Lardy (auch Karl Eduard Lardy) (* 27. September 1847 in Neuenburg; † 27. Juni 1923 in Bevaix) war ein Schweizer Diplomat. Zusammen mit Alfred de Claparède und Giovanni Battista Pioda gehörte Lardy zu den Berufsdiplomaten der ersten Generation der Schweiz.[1]
Leben und Wirken
Lardy kam als erster Sohn des Anwalts und Neuenburger Grossrats, Charles-Louis Lardy, und der Louise Lardy geb. Sacc zur Welt.[2] Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg und erwarb 1876 das Doktorat. Er heiratete am 5. März 1872 Mathilde Augusta Georgette Vernes; aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Zwei seiner Kinder, Charles-Louis und Etienne, wurden wie ihr Vater auch Diplomaten. Er trat 1869 in den diplomatischen Dienst ein und wurde Nachfolger des Legationsrats der schweizerischen Gesandtschaft in Paris, Arnold Roth. 1883 erfolgte die Ernennung zum ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Gesandtschaft in Paris. Somit übernahm er den Posten seines Mentors Johann Konrad Kern. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1917 sollte Lardy den Posten in Paris nicht mehr verlassen.
Er war unter anderem Oberst, Mitglied der Militärjustiz, Autor verschiedener Bücher, Mitglied des Haager Schiedsgerichts (1902–1922) und des Instituts für Völkerrecht (zwischen 1899 und 1902 Präsident).[3][4] Er vertrat an internationalen Konferenzen die Interessen der Schweiz und befürwortete den Ausbau der Schweizer Diplomatie. Die diplomatischen Berichte, die Lardy an den Bundesrat sandte, erhielten deswegen ein besonderes Gewicht für die Beurteilung internationaler Vorgänge. Ungewöhnlich war seine diplomatische Karriere, da er alle seine 48 Dienstjahre an einem einzigen Ort verbrachte, 34 Jahre davon war er Schweizer Gesandter.
Literatur
- Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990.
- Marc Perrenoud / GL: Lardy, Charles. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Albert Schoop: Carl Lardy, premier diplomate de carrière de l’Etat fédéral, 1847–1923. In: Revue historique neuchâteloise. 1998, S. 3–9.
Weblinks
- Publikationen von und über Charles Édouard Lardy im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
- Lardy, Charles in der Datenbank Dodis der Diplomatischen Dokumente der Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990, S. 287.
- ↑ Charles-Louis Lardy (1816–1875) ( des vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf avocatsnotaires.ch
- ↑ Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990, S. 268.
- ↑ Former Presidents – Institut de Droit Internationale
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Johann Konrad Kern | Schweizer Gesandter in Paris 1883–1917 | Alphonse Dunant |