Chaos (Horrorfilm, 2005)

Film
Titel Chaos
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 74 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Dominion Entertainment
Stab
Regie David DeFalco
Drehbuch David DeFalco
Produktion Steven Jay Bernheim
Kamera Brandon Trost
Schnitt
Besetzung
  • Kevin Gage: Chaos
  • Sage Stallone: Swan
  • Kelly K.C. Quann: Daisy
  • Maya Barovich: Angelica
  • Chantal Degroat: Emily
  • Stephen Wozniak: Frankie
  • Deborah Lacey: Justine
  • Ken Medlock: Officer MacDunner
  • Jeb Barrows: Officer Wilson

Chaos ist ein US-amerikanischer Rape-and-Revenge-Film von David DeFalco aus dem Jahr 2005.

Handlung

Emily und Angelica überreden Emilys Eltern Leo und Justine sie zu einem Rave in den Wäldern zu lassen. Bis Mitternacht sollen die beiden zurück sein. Emily und Angelica wollen unbedingt Ecstasy nehmen und treffen auf den zurückhaltenden Swan, der sie überredet ihn zu seinen Freunden in eine Waldhütte zu begleiten. Vor Ort treffen sie auf eine Gruppe bestehend aus Swans Vater, dem gewalttätigen Chaos, gesucht in drei Bundesstaaten, seinem gestörten Kollegen Frankie und der drogensüchtigen Nymphomanin Daisy. Sie werden gefangen genommen und in den Wald gebracht, wo sich die Gruppe einen Spaß daraus macht, die beiden zu foltern. Emily und Angelica gelingt irgendwann die Flucht.

Während Emily fliehen und sich verstecken kann, wird Angelica von Daisy gefangen genommen und zu Chaos gebracht, der sie ersticht und anschließend ihre Leiche schändet. Frankie vergeht sich ebenfalls an der Leiche. Danach machen sie sich auf die Suche nach Emily. Derweil bekommt Emilys Mutter Sorgen und die Eltern versuchen ihre Tochter zu erreichen. Irgendwann alarmieren sie die Polizei, die den Fall aber nur halbherzig annimmt. Einer der beiden Polizisten äußert sich auch rassistisch gegenüber dem Paar, da der Vater weiß und die Mutter schwarz ist. Schließlich beschließen die Eltern sich selbst auf die Suche zu machen, finden aber nur das zurückgelassene Handy im Wagen von Emily.

Chaos und Swan erwischen Emily, die sich jedoch erfolgreich wehren kann. Sie entwendet Swan ein Messer und stößt ihm dies in den Genitalbereich. Chaos erstickt seinen Sohn, bevor dieser verbluten kann. Dann schnappt er sich Emily und schneidet ihr die Genitalien ab, bemerkt dann aber, dass er sie nun nicht mehr vergewaltigen kann und lässt sie einfach liegen. Die Gruppe will nun fliehen, muss jedoch feststellen, das ihr Wagen nicht mehr anspringt. Sie beschließen ein Auto zu stehlen und erreichen das Haus von Emilys Eltern. Der Vater bittet sie herein und macht ihnen ein Zimmer für die Nacht zurecht. Er hat den Gürtel von Emily bemerkt und versucht die Gang in Sicherheit zu wiegen. Im Anschluss informiert er die Polizei und stellt den Gangstern eine Falle. Er kann Chaos und Frankie zwar stellen, doch es gelingt ihnen ihm die Waffe zu entreißen. Chaos erschießt jedoch zunächst Daisy und bedroht die Familie. Der Vater kann jedoch entkommen und es gelingt ihm Frankie mit einer Kettensäge zu ermorden. Im Anschluss kommt er erneut an die Waffe und bedroht Chaos, als die Polizisten das Haus stürmen und ihn mit der Waffe bedrohen. In einer völligen Verkehrung der Situation erschießt ein Polizist Leo, worauf Justine den Polizisten erschießt. Während Wilson Justine die Waffe entreißt, erschießt Chaos zunächst den Polizisten und dann Justine.

Hintergrund

Die gesamte Handlung ist eine Art Abwandlung von Wes Cravens Das letzte Haus links (1972) mit einem anderen Ende versehen und in die Neuzeit versetzt.[2]

Bei seiner deutschen Erstveröffentlichung wurde der Film und ganze 15 Minuten geschnitten und von der Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft dennoch erst ab 18 Jahren freigegeben. Auch die von der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft freigegebene Version enthielt Kürzungen um fünf Minuten. Erst im Oktober 2025 erschien eine ungeschnittene Blu-Ray-Version des Films.[3]

Rezeption

Chaos wurde generell sehr schlecht bewertet. Insbesondere der nihilistische Ansatz und die selbstzweckhafte Gewalt stießen viele Kritiker ab. Robert Koehler schrieb beispielsweise in Variety: „Als virtuelle Kopie von Wes Cravens Last House on the Left für die Techno-Generation ist Chaos vielleicht nicht ganz ‚der brutalste, schrecklichste Film, der je gedreht wurde‘, wie es die grellen Werbeanzeigen versprechen. Aber er enthält Momente, die genauso widerwärtig sind wie die blutigen Exploitation-Filme von Herschell Gordon Lewis oder Lucio Fulci, während er die bekannte Geschichte vom schrecklichen Tod zweier Freundinnen erzählt, die sich auf den Weg gemacht haben, um Spaß zu haben. Männliche Exploitation-Fans werden diesen Film unter ‚Must-See‘ einordnen, aber alle anderen, die volljährig sind, sollten sich überlegen, ob sie sich die Kotztüten besorgen, die der Verleih Dinsdale Releasing während der limitierten Kinoveröffentlichung austeilen will.“[2] Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Offensichtliches, manchmal nur schwer zu ertragendes Remake von Wes Cravens Horrorklassiker The Last House on the Left (1972), das sich in Vergewaltigungs- und Rachefantasien ergeht und im "Look" der 1970er-Jahre eine Vielzahl von Gräueltaten aneinander reiht.“[4]

Am kritischsten äußerte sich Roger Ebert über den Film, der ihn als „hässlich, nihilistisch und grausam“ bezeichnete und weiter schrieb, der Film sei „eine Übung in herzloser Grausamkeit, die in rücksichtsloser Brutalität endet. Der Film leugnet nicht nur den Wert des Lebens, sondern auch die Möglichkeit der Hoffnung.“[5] Produzent Steven Jay Bernheim äußerte sich dazu in einem Brief in der Chicago Sun-Times und kritisierte das Review, worauf Ebert ebenfalls wieder reagierte und sein Null-Sterne-Review rechtfertigte.[6]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Chaos. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2008 (PDF; Prüf­nummer: 114 688 DVD).
  2. a b Robert Koehler: Chaos. In: Variety. 18. August 2005, abgerufen am 10. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. Gerald Wurm: Chaos (2005) - Uncut HD-Premiere im Oktober 2025 (Schnittberichte.com). 4. Oktober 2025, abgerufen am 10. Januar 2026.
  4. Chaos. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 10. Januar 2026.
  5. Roger Ebert: ‘Chaos’ is no ‘Devil’s Rejects’ movie review (2005). In: Roger Ebert. Abgerufen am 10. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  6. Evil in film: To what end? | Roger Ebert | Roger Ebert. 19. Dezember 2012, abgerufen am 10. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).