Chantal Munsch
Chantal Munsch (* 1972) ist eine luxemburgische[1] Sozialpädagogin und Hochschullehrerin an der Universität Siegen.
Leben und Wirken
Munsch legte 1991 in Luxemburg ihr Abitur ab und studierte anschließend Pädagogik mit Schwerpunkt Sozialpädagogik im Hauptfach und Soziologie und Sozialpsychologie im Nebenfach an der Universität Zürich. Im Januar 1998 schloss sie ihr Studium mit dem Erwerb der licentiata philosophiae ab. Ab 1999 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften der Technischen Universität Dresden. Gefördert durch ein Promotionsstipendium des luxemburgischen Ministeriums für Kultur, höhere Bildung und Wissenschaft wurde sie 2003 an der TU Dresden mit der Schrift Die Effektivitätsfalle: Eine sozialpädagogische Ethnografie am Beispiel von Gemeinwesenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement summa cum laude zur Dr. phil. promoviert. In der Folge arbeitete sie bis April 2004 bei einem Forschungsprojekt von Save the Children über Straßenkinder in Duschanbe. Von Mai 2004 bis Juli 2005 war sie als Postdoc-Stipendiatin des luxemburgischen Ministeriums für Kultur, höhere Bildung und Wissenschaft tätig und nahm danach eine Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut APFE e.V. in Dresden auf. Ab Oktober forschte sie als Postdoktorandin am DFG-Graduiertenkolleg „Jugendhilfe im Wandel“ an der Universität Dortmund.
Ab Oktober 2008 vertrat Munsch einen Kehrstuhl an der Universität Kassel Im Dezember 2009 wurde sie von der Technischen Universität Dresden habilitiert und erhielt die Venia legendi für Erziehungswissenschaften. Im Februar 2010 folgte sie einem Ruf der Universität Siegen, wo sie seitdem den ordentlichen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik innehat. Im Mai 2023 wurde sie von der Bundesregierung zur Vorsitzenden der Sachverständigenkommission für den Vierten Engagementbericht ernannt.[2] Ein Jahr später übergab sie die Ergebnisse der Kommission.[3]
Forschung
Munschs Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Partizipation, dem freiwilligen und insbesondere ehrenamtlichen Engagement und den Methoden Sozialer Arbeit. Sie hat zahlreiche Forschungsprojekte abgeschlossen, unter anderem zur Gemeinwesenarbeit und dem KiNET-Netzwerk für Frühprävention, Sozialisation und Familie. Von 2016 bis 2018 leitete sie das Forschungsprojekt „Gemeindezentren türkeistämmiger Muslime als baukulturelle Zeugnisse deutscher Migrationsgeschichte“.[4]
Publikationen (Auswahl)
- Die Effektivitätsfalle: Eine sozialpädagogische Ethnografie am Beispiel von Gemeinwesenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement. Universitätsverlag, Dresden 2003 (Dissertation).
- Engagement und Diversity: Der Kontext von Dominanz und sozialer Ungleichheit am Beispiel Migration. Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-1931-5.
- mit Kathrin Herz und Marko Perels: Gemeindezentren türkeistämmiger Muslime als baukulturelle Zeugnisse deutscher Migrationsgeschichte. Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg 2019, ISBN 978-3-96075-002-4.
- mit Andreas Kewes und Moritz Müller: Engagement im Zwiespalt: Erfahrungen ehemaliger Engagierter in Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden, Sportvereinen und Umweltinitiativen. Juventa, Weinheim 2025, ISBN 978-3-7799-8409-2.
Weblinks
- Literatur von und über Chantal Munsch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Chantal Munsch bei ihrem Lehrstuhl an der Universität Siegen
Einzelnachweise
- ↑ Staatsbürgerschaft im Spannungsfeld zwischen Inklusion und Exklusion, abgerufen am 17. Dezember 2025
- ↑ Bundesengagement-Ministerin beruft Siegener Sozialpädagogin, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Vierter Engagementbericht überreicht, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Gemeindezentren türkeistämmiger Muslime als baukulturelle Zeugnisse deutscher Migrationsgeschichte, abgerufen am 17. Dezember 2025