Cerbera floribunda

Cerbera floribunda

Cerbera floribunda

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Plumerieae
Gattung: Cerbera
Art: Cerbera floribunda
Wissenschaftlicher Name
Cerbera floribunda
K.Schum.

Cerbera floribunda, bekannt als Kasuarpflaume, Grauer Milchbaum oder Gummibaum (englisch Cassowary plum, Grey milkwood, Rubber tree), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), die in der Region von Sulawesi, Neuguinea bis zu den Salomonen, einschließlich des nordöstlichen Queensland, heimisch ist.

Merkmale

Cerbera floribunda wächst als immergrüner Baum und erreicht eine Höhe von bis zu 30 m. Ihre Rinde ist braun bis grau/schwarz, Splint- und Kernholz sind weiß. Der Baum führt einen Latex.

Die ledrigen und zugespitzten, ganzrandigen Blätter sind lanzettlich-elliptisch oder verkehrt-eiförmig, oberseits glänzend grün und unterseits heller, wechsel- oder quirlständig angeordnet und stehen gehäuft an den Zweigenden. Sie sind bis zu 30 cm lang und 5 cm breit, weisen 13 bis 20 gebogene Seitennerven auf und sitzen an einem bis zu 40 mm langen Blattstiel.[1][2]

Der achselständige Blütenstand ist eine stark verzweigte, reichblütige Zyme von bis zu 17 cm Länge mit meist über 50 Blüten. Die zwittrigen, gestielten und fünfzähligen Blüten besitzen fünf weiße Kelchblätter, eine schlanke bis zu 12 mm lange und 3 mm breite Kronröhre mit fünf freien, ausladenden, kürzeren Zipfeln am Ende. Sie sind weiß mit einem rosa oder roten Zentrum, haben einen Durchmesser von etwa 25 bis 30 mm und duften süß.[1][2]

Die Früchte sind glatte, glänzende, blau-violette und eiförmige, oft bespitzte Steinfrüchte von etwa 10 cm Länge und 5 cm Breite, sie enthalten einen bis zwei Samen im fibrösen, großen Steinkern.[1][2]

Taxonomie

Cerbera floribunda wurde erstmals 1889 von Karl Moritz Schumann in Die Flora von Kaiser Wilhelms Land (K.M.Schumann & U.M.Hollrung, Fl. Kais. Wilh. Land: 111 (1889)) beschrieben.[3] Ein Synonym ist Cerbera micrantha Kaneh. oder Cerbera batjanica Teijsm. & Binn. ex Valeton.[3]

Verbreitung und Habitat

Die tropische Pflanze bevorzugt feuchte Standorte. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Sulawesi ostwärts über die Molukken und Neuguinea bis zu den Salomonen und südwärts bis nach Queensland. Sie ist innerhalb dieses Verbreitungsgebiets weit verbreitet und gilt nicht als gefährdet.[4] Man findet sie in der Regel an Bächen und in Sümpfen, stets in der Nähe von permanenten Gewässern.[3][2][5] In Australien kommt sie in Höhenlagen von Meereshöhe bis auf 500 m vor.[1]

Ökologie

Die Früchte werden von Kasuaren im Ganzen verschluckt, da sie von den darin enthaltenen Giftstoffen nicht beeinträchtigt werden. Die Samen werden später wieder ausgeschieden und tragen so zu deren Verbreitung bei. Aufgrund der Größe der Früchte ist der Kasuar das einzige Tier, das diese Funktion erfüllen kann.

Nagetiere, insbesondere die Riesen-Weißschwanzratte (Uromys caudimaculatus), fressen die Samen, nachdem sie das Fruchtfleisch entfernt haben.[6]

Gift

Wie bei anderen Cerbera-Arten und vielen anderen Arten der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) sind die Früchte dieser Pflanze für den Menschen giftig. Cerbera-Arten enthalten das Herzglykosid Cerberin, dessen Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und im schlimmsten Fall den Tod zur Folge haben kann.[5] Der weiße Saft, der aus allen Teilen des Baumes gewonnen wird, kann bei Kontakt zu Hautreizungen führen.[7]

Nutzung

Das Holz wurde in Bougainville und anderen Teilen Papua-Neuguineas für Leisten und Innenausbauten sowie auf den Salomonen für Schnitzereien und medizinische Zwecke verwendet.[2]

Galerie

Einzelnachweise

  1. a b c d F.A. Zich, B.P.M Hyland, T. Whiffen, R.A. Kerrigan: Cerbera inflata. In: Australian Tropical Rainforest Plants, Edition 8. Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO), abgerufen am 14. Februar 2021 (englisch).
  2. a b c d e Paul I. Forster: A Taxonomic Revision of Cerbera L. (Apocynaceae) in Australia and Papuasia. In: Austrobaileya. 1992, Vol. 3, Is. 4, 1992, S. 569–579, doi:10.5962/p.365989, JSTOR:41738802.
  3. a b c Cerbera floribunda K.Schum. In: Plants of the World Online. Abgerufen am 16. Februar 2021 (englisch).
  4. Botanic Gardens Conservation International (BGCI): Cerbera floribunda. IUCN SSC Global Tree Specialist Group 2019 page=e.T147004222A147004224, doi:10.2305/IUCN.UK.2019-2.RLTS.T147004222A147004224.en.
  5. a b Declan Quigley, David Fenwick: Cerbera sp. (Apocynaceae) drift mesocarps: first record from British waters and a summary of previous records from north-western Europe. In: Cahiers de Biologie Marine. Vol. 60. 2019, S. 419–423, abgerufen am 19. Februar 2021 (englisch, 10.21411/CBM.A.A9AA3201).
  6. Elizabeth Jones, Lisa Curran, Debra Wright, Andrew Mack: Differential effects of mammalian seed predators on the regeneration of five Papua New Guinean tree species and implications for sapling recruitment. In: Journal of Tropical Ecology. 2008, Vol. 24, Is. 3, S. 259–267, researchgate.net online, doi:10.1017/S026646740800494X.
  7. Cerbera floribunda K.Schum. In: Flora & Fauna Web. Singapore Government, abgerufen am 19. Februar 2021 (englisch).
Commons: Cerbera floribunda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien