Celinda Sosa Lunda
Celinda Sosa Lunda (* 13. Oktober 1963 in Yesera, Cercado) ist eine bolivianische Gewerkschafterin und Politikerin (MAS). Seit 2023 ist sie bolivianische Außenministerin im Kabinett Arce.
Leben und Wirken
Sosa Lunda begann nach ihrem Schulabschluss, sich in ihrer landwirtschaftlich geprägten Heimat für die Belange der Bauern einzusetzen. 1983 gehörte sie zu den Mitbegründern des Gewerkschaftsbundes der Bauernarbeiter von Tarija. Im selben Jahr wurde sie in den Vorstand des Gewerkschaftsbundes der Bauernarbeiter Boliviens gewählt. Zudem wurde sie Generalsekretärin der Nationalen Vereinigung indigener Bäuerinnen Bartolina Sisa (FNMCIO-BS). Sie engagierte sich für die Aus- und Weiterbildung der Landarbeiterinnen und gründete so 1986 das Ausbildungs- und Forschungszentrum für Frauen im ländlichen Raum, dessen geschäftsführende Direktorin sie anschließend von 1988 bis 2006 war. Auch über die Arbeitsbedingungen hinaus setzte Sosa Lunda sich für die Teilhabe von Frauen am politischen Leben der Kommunen und die Festigung ihrer wirtschaftlichen Autonomie ein.
2006 wurde sie als Ministerin für Produktion und Kleinstunternehmen erstmals in die bolivianische Regierung berufen. Unter ihrer Ägide wurden zur Produktionsförderung im eigenen Land die nationalen Milch- (Lacteosbol), Papier- (Papelbol) und Kartonagenverarbeitungsunternehmen (Cartonbol) gegründet. 2007 schied sie aus der Regierung aus, wurde ab 2008 aber im Auftrag des Präsidenten im Department Tarija als regionale Koordinatorin tätig, bis dort das Departementale Koordinierungsbüro gegründet wurde. Diesem stand sie sodann von 2009 bis 2013 als Direktorin vor. Anschließend arbeitete sie von 2013 bis 2015 für die Bezirksregierung von Tarija, in der sie das Sekretariat für soziale Entwicklung leitete und sich mit den Bereichen Gesundheit, Geschlechterfragen, Bildung und Sozialhilfe befasste. Auch initiierte sie zahlreiche Programme zur Förderung und Ausbildung von Frauen. Ab 2015 war sie Vizedirektorin der Productive Development Bank.
Am 27. November 2023 wurde sie von Luis Arce als Nachfolgerin von Rogelio Mayta, der zum Richter am Gerichtshof der Andengemeinschaft ernannt worden war, als Außenministerin in die Regierung berufen.[1] Damit war sie die erste Angehörige eines indigenen Volkes, die zur bolivianischen Außenministerin ernannt wurde.[2]
Weblinks
- Celinda Sosa Lunda beim bolivianischen Außenministerium
Einzelnachweise
- ↑ Posesionan a Celinda Sosa como nueva Canciller con el desafío de mejorar “aún más” la actividad de Bolivia en el ámbito internacional, abgerufen am 20. September 2025 (spanisch).
- ↑ La primera mujer indígena canciller en Bolivia: ¿Quién es Celinda Sosa?, abgerufen am 20. September 2025 (spanisch).