Cees Schrama

Cornelis Martin „Cees“ Schrama (* 8. Dezember 1936 in Den Haag; † 22. Mai 2019 in Baarn) war ein niederländischer Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Piano, Orgel, Komposition, Arrangement), Musikproduzent und Hörfunkmoderator.

Leben und Wirken

Schrama stammte aus einer musikalischen Familie: Sein Vater spielte Saxophon, seine Mutter war Pianistin. Er begann Akkordeon und später Gitarre zu spielen, danach wurden Klavier und Orgel zu seinen Hauptinstrumenten.[1] Nach dem Schulabschluss trat er bald als Pianist auf; so war er 1957 mit der Combo von Ted Easton in der Truppenbetreuung tätig. Mitte der 1960er gehörte er zum Quartett von Claudio Szenkar und Klaus Weiss; anschließend leitete er das 'Snuffy' King Trio, mit dem er 1967 ein erstes Album vorlegte.[1]

Von 1966 bis 1970 spielte Schrama zudem auf Platten für Golden Earring.[1] Als Studiomusiker war er auch an dem Hit „Venus“ von Shocking Blue beteiligt.[2] 1970 veröffentlichte er unter dem Namen Casey and the Pressure Group das Pop-Album Powerhouse. Sein Song „Soultango“ wurde in den Niederlanden ein kleiner Hit. Er legte auch unter dem Namen The Case Haarlem Orchestra die LP Dutch Treat (1971) vor. Aus dieser Zeit stammt auch seine Darbietung des Jazz-Standards „Comin‘ Home Baby“ mit George Kooymans und Rinus Gerritsen (von Golden Earring).[1] Kompositionen von ihm wie It Ain't Necessarily Soul wurden auch von Harry Verbeke gespielt. Ab der Gründung 1976 war er musikalischer Leiter und Pianist des Hobbyorchesters De Gooische Compagnie, das ausschließlich aus Rundfunkmitarbeitern bestand.[3]

Von 1972 bis 1984 war Schrama Künstler- und Repertoire-Manager bei der niederländischen Polydor. Ab Mitte der 1980er war er bei PolyGram tätig,[3] wo er behilflich war, eine internationale Jazzstruktur aufzubauen und als Internationaler Produktmanager von Verve Jazz Polygram wirkte. Daneben produzierte er zahlreiche Alben mit Größen wie Toots Thielemans, Rosenberg Trio, Monty Alexander (Live in Holland), Tony Scott, Flairck und zahlreichen niederländischen Künstlern und veranlasste viele Neuauflagen aus den Archiven von PolyGram.[2]

Mehr als 30 Jahre lang moderierte Schrama zwischen 1973 und 2003 die Jazz-Radiosendung Sesjun für TROS, die in den Niederlanden auf Hilversum 3 und Radio 3 ausgestrahlt wurde[2] und international Beachtung fand.[3] Ab 1999 war er Vorsitzender der Stiftung Jazz op Zes, die sich für die Gründung eines jazzorientierten Radiosenders in den Niederlanden einsetzte.[3] Außerdem gehörte er langjährig zum Team des North Sea Jazz Festival, wo er in der Programmkommission wirkte und bis 2013 Konzerte moderierte.[2][3] Daneben war er als Autor von Jazzartikeln und Liner Notes für CDs tätig.[3]

Ab 1982 war Schrama Vorstandsmitglied der niederländischen Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra und wurde 1991 stellvertretender Vorsitzender von Stemra und Mitglied des Aufsichtsrats. 1988 wurde er erster Vorsitzender der PALM Foundation (Professional Authors of Light Music) und war anschließend deren Vorstandsmitglied.[3]

Schramas Leidenschaft für Musik wird in seiner Autobiografie „It Don’t Mean a Thing: Leven met Jazz“ aus dem Jahr 2007 deutlich.[2]

Commons: Cees Schrama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Amanda Kuyper: Cees Schrama was de stem van de Nederlandse jazz. In: NRC Handelsblad. 22. Mai 2019.
  2. a b c d e Wulf Muller: R.I.P. Cees Schrama … music man. In: wulfmuller.wordpress.com. 22. Mai 2019, abgerufen am 2. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b c d e f g Arie Kuit: Cees Schrama. In: egamkruijkpublishing.com/. 2012, abgerufen am 3. Oktober 2025 (niederländisch).