Catalina (Schiff)

Catalina
Sloop HMS Killour, Schwesterschiff der Catalina
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (1918–1920)
Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (1920–1929)
Portugal Portugal (1929–1942)
andere Schiffsnamen HMS Kilkeel (1918–1920)
Falconer (1920–1929)
Schiffstyp Frachtschiff
Rufzeichen CSBY
Heimathafen Porto
Reederei Royal Navy (1918–1920)
Robinson, Brown & Co., Newcastle (1920–1929)
C.A. Moreira & Cia., Porto (1929–1942)
Bauwerft Smiths Dock Company, Middlesbrough
Stapellauf 27. März 1918
Indienststellung Mai 1918
Verbleib am 15. Januar 1942 vor Neufundland von U 203 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 55,50 m (Lüa)
Breite 9,08 m
Tiefgang (max.) 3,20 m
Verdrängung 895 t
Vermessung 632 BRT
322 NRT
 
Besatzung 18
Maschinenanlage
Maschine 1 × Dreizylinder-Dreifach-Expansionsmaschine
Maschinen­leistung 1400 PSi
Höchst­geschwindigkeit 13,0 kn (24 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten

Die Catalina war ein portugiesisches Frachtschiff, das im Ersten Weltkrieg als britische Sloop HMS Kilkeel gebaut wurde. 1920 wurde sie zum Frachtschiff Falconer umgebaut und 1929 nach Portugal verkauft. 1942 wurde die Catalina von U 203 versenkt – eines der elf versenkten Schiffe des im Zweiten Weltkrieg neutralen Landes.

Geschichte

Sloop Kilkeel der Royal Navy

Das Schiff wurde als Geleitfahrzeug für die Royal Navy auf Kiel gelegt und gehörte zur Kil-Klasse des Ersten Weltkrieges. Diese Klasse war eine Weiterentwicklung der 24-Klasse, bei denen die Gestaltung von Bug- und Hecksektion sowie der Decksaufbauten doppelendig gehalten waren, um dem Gegner die Einschätzung der Fahrtrichtung zu erschweren. Von der Kil-Klasse wurden 55 Einheiten gebaut, weitere 30 wurden storniert. Die Namensgebung orientierte sich an schottischen und irischen Dörfern, die mit „Kil“ begannen. Die Kilkeel lief am 27. März 1918 auf der Werft Smiths Dock Company in South Bank, Middlesbrough vom Stapel und wurde nach einer Bauzeit von rund sechs Monaten im Mai 1918 fertig gestellt.[1][2]

Da die Aufarbeitung der Schiffsgeschichte noch aussteht, stehen lediglich einzelnen Berichte zur Verfügung. Nach der Ablieferung und Indienststellung im Mai 1918 wurde die Kilkeel zur Geleitsicherung eingesetzt. Dabei scheint sie vornehmlich an der Nahsicherung von Geleiten von und nach Gibraltar beteiligt gewesen zu sein, so Berichte zum Sommer 1918.[3][4] Ob die HMS Kilkeel zu den elf Booten der Kil-Klasse gehörte, die noch zu Minensuchbooten umgerüstet wurden, ist unklar. Eine Beteiligung der Kilkeel an der Versenkung gegnerischer Schiffe während der Monate Mai bis November 1918 ist nicht nachweisbar.[5] Auch nach Kriegsende liegen nur wenige Informationen vor. Nachgewiesen ist das Schiff im Dezember 1918 im ägyptischen Port Said.[6] Am 14. Februar 1920 verkaufte die Royal Navy das Schiff schließlich an einen privaten Eigner.[2]

Britisches Frachtschiff Falconer

Wie fast alle Schiffe der Kil-Klasse wurde auch die Kilkeel nach dem Krieg außer Dienst gestellt und am 14. Februar 1920 verkauft. Käufer der Sloop war die Reederei Robinson, Brown & Co. aus Newcastle. Diese hatte während des Krieges für den Shipping Controller Schiffe betrieben und erwarb nach dem Krieg zahlreiche Sloops der Kil-Klasse, die sie zu Frachtschiffen umbauen ließ. Die Kilkeel erhielt nach dem Umbau den Namen Falconer und war nun mit 632 BRT bzw. 322 NRT vermessen. Die Besatzung bestand aus 18 Mann. Die Reederei betrieb damit vor allem Küstenschifffahrt.[7] 1929 verkaufte die Reederei den Dampfer nach Portugal.

Portugiesisches Frachtschiff Catalina

Käufer der Falconer war die kleine private Reederei C.A. Moreira & Cia. aus Porto, die dem Schiff den Namen Catalina gab. Einige Jahr später, 1933, kaufte die Reederei noch ein Schwesterschiff, die ehemalige Sloop Kildary, die den Namen Ourém erhielt. Die Reederei setzte die beiden Schiffe aufgrund ihrer Geschwindigkeit als Transportschiff der portugiesischen Kabeljauflotte, der Frota Branca, ein. Aus Portugal transportierte der Frachter Salz nach Neufundland, das dort zum Salzen des gefangenen Kabeljaus benötigt wurde. Auf dem Rückweg brachte er den gesalzenen Fisch oder Zucker aus Kuba nach Portugal. Ab 1933/34 war dies aufgrund einer geänderten Gesetzeslage nicht mehr möglich und die Reederei setzte den Dampfer in der Küstenschifffahrt zwischen Portugal, Belgien, den Niederlanden und Deutschland ein. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges verkehrte die Catalina wieder als Transporter in der Kabeljaufischerei auf der Nordatlantikroute.[8]

Mitte Januar 1942 befand sich der kleine Frachtdampfer vor der Küste Neufundlands und war auf dem Weg nach St. John’s in Kanada, das die portugiesischen Kabeljaufischer als Basis nutzten und wo der wieder gesundete Kapitän des Schiffes abgeholt werden sollte. Am 15. Januar traf um 11.34 Uhr ein Torpedo die Catalina, die in einer großen Explosion schnell sank. Angreifer war das deutsche U-Boot U 203. Durch den Angriff starben alle 18 Besatzungsmitglieder des portugiesischen Schiffes.[9]

Technische Daten

Das Schiff war 55,50 Meter lang, 9,08 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 3,20 Metern. Die Sloop hatte eine Verdrängung von 895 Tonnen, als Frachtschiff war es mit 632 BRT bzw. 322 NRT vermessen. Als Antrieb diente eine Dreizylinder-Dreifach-Expansionsmaschine mit 1400 PSi von Smiths Ltd., Middlesbrough, die auf eine Schraube wirkte. Damit erreichte das Schiff eine Geschwindigkeit von 13,0 Knoten. Als Bewaffnung trug sie in der Royal Navy ein 4,0-Zoll-Geschütz (102 mm) und 12 Wasserbomben. Die Besatzung bestand zunächst aus 57 Mann, nach dem Umbau zum Frachtschiff aus 18 Mann.[10][1][2]

Siehe auch

Literatur

  • Maurice P. Cocker: Frigates, Sloops, & Patrol Vessels of the Royal Navy 1900 to date. Westmorland Gazette, Kendal 1985, ISBN 0-90-2272-52-7.
  • W. H. Rice: South African Owned „Kil“ Class Ships. In: Scientia Militaria: South African Journal of Military Studies. Volume 21, Nr. 4, 1991, S. 7–12 (Online-Version als PDF).
  • Jean-Piere Andrieux: The White Fleet. A history of Portuguese handliners. Flanker Press, St. John’s 2013, ISBN 978-1-77117-236-3.
  • Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“. CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» -Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J. Online-Version (PDF).
Commons: Sloops der Kil-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Cocker: Frigates, Sloops, & Patrol Vessels of the Royal Navy 1900 to date, S. 27
  2. a b c HMS Kilkeel (1918) bei dreadnoughtproject.org
  3. Decatur II (Destroyer No. 5) bei history.navy.mil
  4. HMS Kennet (1903) bei historyofwar.org
  5. Harald Fock: Flottenchronik. Die an beiden Weltkriegen beteiligten aktiven Kriegsschiffe und ihr Verbleib. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2000, ISBN 3-7822-0788-2, S. 41ff.
  6. HMS Kilkeel bei naval-history.net
  7. Rice: South African Owned „Kil“ Class Ships, S. 8
  8. Portugiesische Schiffe, die im Zweiten Weltkrieg angegriffen oder versenkt wurden bei naviosavista.blogspot.com
  9. da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, S. 9f.
  10. Lloyd's Register. Naviresà Vapeur et à Moteurs 1941–1942