Cassius Honecker

Cassius Honecker (* 4. Dezember 1851 in Bonn; † 14. Mai 1917 in Dresden[1]) war ein deutscher Mediziner. Als Mitglied im Aufsichtsrat eines Versicherungsunternehmens wurde er schließlich dessen Vorsitzender.[2][3]

Leben

Cassius Honecker war ein Sohn des Bonner Gastwirts Hubert Honecker und dessen Frau Catharina, geb. Kaeuffer.[4] Er besuchte Gymnasien in Bonn und Brilon. Ostern 1873 begann er sein Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn; zu Ostern 1875 bestand er das tentamen physicum. Im Wintersemester 1875/76 leistete er Wehrdienst im Husaren-Regiment „König Wilhelm I.“ (1. Rheinisches) Nr. 7. Danach kehrte er an die Universität Bonn zurück, wo er 1877[5] mit einer Dissertation Über Fracturen der Patella, ein Beitrag zur Lehre von den Knochenbrüchen zum Dr. med. promoviert wurde. Zu dieser Zeit war er Assistenzarzt bei Joseph Doutrelepont am Friedrich-Wilhelm-Hospital, dem heutigen Universitätsklinikum Bonn.[4]

1878 zog er nach Dresden und wurde Mitglied der dortigen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.[6] Von 1880 (Patent vom 27. Juni 1880)[7] bis 1891 war er nebenamtlich als Militärarzt der Sächsischen Armee tätig, zuletzt als Stabsarzt der Landwehr II. Aufgebots des Landwehr-Bezirks I in Dresden.[8] Ab 1888 war er als Königlicher Stiftsarzt Leiter des katholischen Königlichen Krankenstifts in der Friedrichstadt (Dresden).[9] Das Stift ist eine Vorgängereinrichtung des heutigen St. Joseph-Stifts. Über viele Jahre wirkte er daneben ehrenamtlich als Arzt für den Vincentius-Verein und dessen Asyl in Dresden.[10]

Honecker war in verschiedenen Gremien ehrenamtlich tätig. So war er Vorstandsmitglied des Dresdner Ortsausschusses im Deutschen Caritasverband.[11] In der 1878 gegründeten Allgemeinen Deutschen Versicherungs-Gesellschaft Schutz und Trutz (Sterbekasse) war er Mitglied des Aufsichtsrates und zuletzt dessen Vorsitzender.[12] Die Versicherungsgesellschaft ging 1904 an die Berliner Deutschland, Lebensversicherungs-Gesellschaft über.[13]

Honecker verstarb 1917 in Dresden. Das Leipziger Tageblatt erwähnte in der Todesanzeige seine Tätigkeit als königlicher Stiftsarzt zu Dresden und die Auszeichnung als Ritter pp.[14] Der Nachruf im St. Benno-Kalender pries ihn als „Mann von der edelsten Gesinnung, der im Dienste der Nächstenliebe sein Leben opferte“.[15]

Honecker wurde auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden beigesetzt. Das Familiengrab ist erhalten.[16]

Auszeichnungen (Auswahl)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Cassius Honecker: Über Fracturen der Patella, ein Beitrag zur Lehre von den Knochenbrüchen: Inaugural-Dissertation. Carl Georgi, 1877 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 12. Dezember 2025]).

Einzelnachweise

  1. Lebensdaten nach dem Totenzettel, abgerufen am 9. Dezember 2025
  2. Jahrbuch für das deutsche Versicherungswesen: Lebens-, Renten- u. Unfall-Versicherung. 1897. 1897 (google.de [abgerufen am 8. Dezember 2025]).
  3. Deutsche versicherungs Zeitung. 1898 (google.de [abgerufen am 9. Dezember 2025]).
  4. a b Nach der Vita in der Diss.; S. 67 (nicht paginiert).
  5. Chronik und Bericht: über das akademische Jahr ... Rheinische Friedrich-Wilhelms-Univ., 1877 (google.de [abgerufen am 8. Dezember 2025]).
  6. Jahresbericht der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden. 1904, S. XIII
  7. Paul Boerner: Das Medicinalwesen in Deutschland im Jahr 1880. Kassel: Fischer, S. 665
  8. Deutsche militärärztliche Zeitschrift 1891, S. 47
  9. Wohnungs- und Geschäfts-Handbuch der königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden: für das Jahr .... 1893. Schönfeld, 1893 (google.de [abgerufen am 8. Dezember 2025]).
  10. St.-Benno-Kalender oder Katholischer Kirchen- und Volks-Kalender zunächst für Sachsen. 51 (1901) Digitalisat, S. 146
  11. Caritas 16 (1911), S. 276
  12. Jahrbuch für das deutsche Versicherungswesen, verschiedene Jahrgänge, z. B. 1897, S. 102
  13. Versicherungs-Statistik für 1904 über die unter Reichsaufsicht stehenden Unternehmungen. S. XV
  14. Leipziger Tageblatt und Handelszeitung : Amtsblatt des Rates und des Polizeiamtes der Stadt Leipzig, 01-Frühausgabe – Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
  15. St.-Benno-Kalender oder Katholischer Kirchen- und Volks-Kalender zunächst für Sachsen. 68 (1918), S. 270
  16. Abbildung, grabsteine.genealogy.net, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  17. General-Anzeiger. 1889-1945 - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  18. Dresdner Journal : Königlich Sächsischer Staatsanzeiger ; Verordnungsblatt der Ministerien und der Ober- und Mittelbehörden - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  19. Reichs-Medicinal-Kalender für Deutschland 1903, S. 399
  20. Staatshandbuch für das Konigreich Sachsen. C. Heinrich, 1911 (google.de [abgerufen am 8. Dezember 2025]). S. 40
  21. Reichs-Medicinal-Kalender für Deutschland 1903, S. 399