Carola Buhlmann
Carola Buhlmann (* 18. Juni 1926 in Berlin-Charlottenburg; † 14. September 2014 in Potsdam-Neu Fahrland) war eine deutsche Keramikerin.
Leben und Werk
Carola Buhlmann machte nach dem Schulbesuch eine Ausbildung zur Trickfilmzeichnerin. Zur Sicherung des Lebensunterhalts stellte sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Gebrauchsgegenstände mit Mosaiken aus bunten Fliesenresten her, etwa für Tischplatten, Spiegel- und Bilderrahmen, die sie verkaufte. Sie war dann Neulehrerin und machte ein Abendstudium an der Käthe-Kollwitz-Kunstschule in Berlin-Reinickendorf. Mehrere Jahre arbeitete sie als Trickfilmzeichnerin bei der DEFA.
1952 zog sie mit ihrem Mann Hans-Joachim Buhlmann nach Nedlitz. Sie begann sich autodidaktisch als Keramikerin zu betätigen. 1970 zog sie mit ihrem Mann in ein ehemaliges Militärkasino der Kaserne in Krampnitz, wo sie ihre Werkstatt einrichtete. Das keramische Handwerk erlernte sie vor allem von ihrem Sohn, dem Keramiker Andreas Buhlmann (* 1955).
Carola Buhlmann stellte vor allem Gebrauchs-, Garten- und Baukeramik her und schuf als Auftragswerke architekturbezogene Arbeiten und Arbeiten wie Brunnen und Plastiken im öffentlichen Raum der Stadt Potsdam und in weiteren Orten, unter anderem im Neubaugebiet Berlin-Marzahn. Die farbkünstlerischen Entwürfe dafür stammten zumeist von ihrem Mann. Der damalige Oberbürgermeister Jann Jakobs nannte 2014 ihre 1980/1981 aufgestellte Keramikgruppe Die grüne Familie (auch bekannt als Familie Grün)[1] ein identifikationsstiftendes Kunstwerken der Potsdamer Innenstadt.
Carola Buhlmann schuf, unter anderem bei Reisen mit ihrem Mann an das Schwarze Meer und in die damals sowjetischen Republiken Russland und Armenien, auch Bilder, speziell Pastelle und Aquarelle.
Carola Buhlmann war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. In der Zeit der Wende sympathisierte sie mit dem Demokratischen Aufbruch.[2]
Sie starb nach langer und schwerer Krankheit in ihrem Haus.
Die Tochter Carola Buhlmanns, Katja Buhlmann (* 1953), ist ebenfalls Keramikerin.
Darstellung Carola Buhlmanns in der Bildenden Kunst
- Joachim Buhlmann: Meine Frau (1952; Öl, 75 × 55 cm)[3]
Werke (mit Joachim Buhlmann; Auswahl)
Werke im öffentlichen Raum und architekturbezogene Werke
- Säule einer Sonnenuhr (1974/1975, Keramik; Premnitz, Pausenhof des Chemiefaserwerks Premnitz; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)
- Brunnenplastiken (1975; farbig glasierte Keramik; Potsdam, Ziolkowski-, Ecke Newtonstraße)[4]
- Völkerfreundschaft (Wandfries, Glasurmalerei auf Terrakotta, Höhe 70–120 cm, Länge 1400 cm, 1979; Potsdam, Wall am Kiez 3–4)[5]
- Völkerfreundschaft (2 Wandfriese, farbige Glasurmalerei auf Keramik, Höhe 380 cm, Breite 485 cm, 1979; Potsdam, Kindergarten Lotte-Pulewka-Straße 5/7)[6]
- Familie Grün (Figurengruppe, glasierte Keramik, 1979; Potsdam, Brandenburger Straße, Ecke Lindenstraße; nach Vandalismus-Schäden 2013 abgebaut; 2020 als Replik errichtet)[7]
- Stützmauern für Sitzbänke (1980, Klinker; Luckenwalde, Markt; auf der IX. Kunstausstellung der DDR)
-
Familie Grün (Zustand 2008)
-
Völkerfreundschaft, Wall am Kiez
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
- 1979 und 1984: Potsdam-Babelsberg, Ladengalerie des VEB Umweltgestaltung und Bildende Kunst
- 2006: Potsdam, Pavillon auf der Freundschaftsinsel (Keramische Arbeiten aus fünf Jahrzehnten)[8]
- 2007: Potsdam, Stadthaus („Reisebilder 1961–1989“, Aquarelle und Pastelle, mit Joachim Buhlmann)
Ausstellungsbeteiligungen
- 1976: Cottbus (Kunsthandwerk)
- 1977 bis 1988: Dresden, VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR
Literatur
- Buhlmann, Carola. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 120.
Weblinks
- Klaus Büstrin: Die Mutter der Familie Grün ist tot. In: Tagesspiegel/PNN. 16. Oktober 2014.
- Volker Oelschläger: Geheimnisvolle Familie Grün. Wo blieb das Mädchen mit den Zöpfen? In: Märkische Allgemeine. 9. Februar 2018.
Einzelnachweise
- ↑ Kunstwerk Grüne Familie. In: potsdam-abc.de. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ Jutta Braun, Peter Ulrich Weiß: Im Riss zweier Epochen. Potsdam in den 1980er und frühen 1990er Jahren. be.bra, Berlin, 2019, S. 247.
- ↑ Unbekannter Fotograf: Meine Frau. Deutsche Fotothek, 1952, abgerufen am 20. Februar 2024 (Schwarz-Weiß-Aufnahme).
- ↑ Zierbrunnen, Carola Buhlmann. In: Potsdam.de. Landeshauptstadt Potsdam, 1975, abgerufen am 20. Februar 2024.
- ↑ Völkerfreundschaft, Carola und Joachim Buhlmann. In: Potsdam.de. Landeshauptstadt Potsdam, 1979, abgerufen am 20. Februar 2024.
- ↑ Völkerfreundschaft, Eingänge Kita, Carola und Joachim Buhlmann. In: Potsdam.de. Landeshauptstadt Potsdam, 1979, abgerufen am 8. Januar 2026.
- ↑ Die "Familie Grün" in Potsdam. In: Märkische Allgemeine. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. Mai 2022.
- ↑ Astrid Priebs-Tröger: Lebenslinien in Ton. Die Ausstellung der Keramikerin Carola Buhlmann auf der Freundschaftsinsel. In: Tagesspiegel/PNN. 9. Oktober 2006, abgerufen am 8. Januar 2026.