Carmen Kahn-Wallerstein

Carmen Kahn-Wallerstein, Pseudonyme Tony Peters, Bettina Hank, Silberdiestel, Hans Werner, Mawe Kalm (geboren als Carmen Kahn 4. Mai 1903 in Frankfurt am Main; gestorben 24. Dezember 1988 in Basel) war eine deutsch-schweizerische Schriftstellerin und Biografin.

Leben

Carmen Kahn war eine Tochter des Weinhändlers Nestor Kahn, der sich ab 1906 Kahn-Wallerstein nannte, und der Dina Ida Wallerstein. Sie absolvierte das Elisabethen-Lyceum in Frankfurt und arbeitete ab 1919 als Redaktionshilfe bei den Frankfurter Nachrichten, für den Rundfunk und schrieb für die die Deutsche Rundschau.[1] Ab 1925 arbeitete sie als Halbtagssekretärin für Hans Prinzhorn.

Sie emigrierte 1933 mit den Eltern in die Schweiz und ließ sich in 1936 Basel nieder, erhielt aber bis 1946 in der Schweiz keine Arbeitserlaubnis. Danach arbeitete sie als Journalistin für die Basler Nachrichten, den Bund, die Neue Schweizer Rundschau und Die Tat.[2] Sie veröffentlichte zahlreiche Biographien über Frauen der Goethezeit. Von 1959 bis 1971 war sie an der Universitätsbibliothek Basel beschäftigt.[2]

Ab 1953 war sie Schweizerbürgerin.[3] Teile ihres Nachlasses liegen bei der Universitätsbibliothek Basel[4] sowie im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland.[5]

Schriften (Auswahl)

  • Aus Goethes Lebenskreis. 3 Essays. Francke, Bern 1946.
  • Die Frau vom andern Stern. Goethes Schwiegertochter. Francke, Bern 1948.
  • Bettina. Die Geschichte eines ungestümen Herzens. Francke, Bern 1952.
  • Geist besiegt die Macht. Das Leben der Germaine de Stae͏̈l. Francke, Bern 1955.
  • Schellings Frauen. Caroline und Pauline. Francke, Bern 1959.
  • Marianne von Willemer. Goethes Suleika und ihre Welt. Francke, Bern 1961.
  • Pegasus im Joche. Berufung und Beruf. Francke, Bern 1966.
  • Die Frau im Schatten. Schillers Schwägerin Karoline von Wolzogen. Francke, Bern 1970.
  • Der alte Mann am Frauenplan. Novalis, Schaffhausen 1980.

Literatur

  • Renate Weil: Verbrannt, verboten, vergessen. Kleines Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1933 bis 1945. 2. Auflage. Pahl-Rugenstein, Köln 1988, ISBN 978-3-7609-1310-0, S. 74.
  • Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933–1945. II, 1. K. G. Saur, München 1983, ISBN 978-3-11-096854-5, S. 585, doi:10.1515/9783110968545.
  • Kahn-Wallerstein, Carmen, in: Renate Heuer (Hrsg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 13, München: Saur 2005, S. 183–191

Einzelnachweise

  1. Renate Weil: Verbrannt, verboten, vergessen. Kleines Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1933 bis 1945. 2. Auflage. Pahl-Rugenstein, Köln 1988, ISBN 978-3-7609-1310-0, S. 74.
  2. a b Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933–1945. II, 1. K. G. Saur, München 1983, ISBN 978-3-11-096854-5, S. 585, doi:10.1515/9783110968545.
  3. Lexikon der Frau (eingesehen über WBIS).
  4. Eintrag im Verbundkatalog HAN. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  5. Kahn-Wallerstein: Bestand B. 3/45. Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, abgerufen am 31. Januar 2021.