Carmen (Vorname)

Carmen ist ein sowohl weiblicher als auch männlicher Vorname.

Namensbedeutung

Carmen ist ein aus dem Spanischen stammender Vorname, der auch in anderen Sprachen gebraucht wird, im englischen Sprachraum auch als männlicher Vorname.

Er bezieht sich auf María del Carmen, Nuestra Señora del Carmen (Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel) oder Virgen del Carmen (Jungfrau auf dem Berg Karmel), mit dem Skapulierfest (16. Juli) als Gedenktag, und somit auf Maria, die Schutzpatronin der Kirche des am Berge Karmel[1] (hebräisch כרמל; Die Ableitung von kerem el, ‚Weingarten Gottes‘, ist Volksetymologie, das hebräische karmel bedeutet „(Obst-)Garten“[2]; arabisch جبل الكرمل Dschabal al-Karmal) zur Zeit der Kreuzzüge gegründeten ersten Karmeliterklosters. Die Namensgebung erfolgte im Anschluss an eine Marienerscheinung des Generalpriors des Karmeliterordens Simon Stock am Sonntag, dem 16. Juli 1251 in Cambridge.

Der spanische Name Carmen ist ursprünglich eine Koseform des Namens Carmel, wobei das «l» in Anlehnung an das lateinische Wort carmen, das ‚Lied, Gesang‘ oder ‚Gedicht‘ bedeutet, durch ein «n» ersetzt wurde. In der Namensvariante Carmelo ist das «l» erhalten.

Verbreitung

Der Name Carmen wird in Deutschland seit den 1930er Jahren jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. In den 1960er und 1970er Jahren zählte er zeitweise zu den beliebten Vornamen. Rund 450 Mädchen wurden in den letzten zehn Jahren so genannt. In der Schweiz kommt der Name seit 1930 jährlich in den Hitlisten vor. Er gilt als mäßig populär und wurde von 1930 bis 2023 etwa 10.100 Mal vergeben.[3] In Österreich befand sich der Name von 1984 bis 2005 in den Hitlisten der Top-100. Seitdem ist er nur noch mäßig beliebt.[4]

In Italien gehört der Name seit 1999 zu den Top-160. Bis 2004 zählte er zu den 100 beliebtesten Vornamen.[5] Der Name liegt in Spanien seit 2002 in den Top-20 der Vornamenscharts.[6] In Frankreich lag der Name von 1900 bis 1968 in den Top-200. Danach ging seine Popularität zurück.[7] Der Name ist in den Niederlanden seit 1930 alljährlich in den Vornamenscharts anzutreffen. Besonders beliebt war er von Anfang der 1990er bis Mitte der 2000er Jahre.[3] In Polen befindet sich der Name seit 2007 häufig in den Top-200 der Hitlisten.[8] In den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden wird der Name seit der Jahrtausendwende jedes Jahr vergeben.[9]

Der Name zählt in England und Wales seit 1996 zu den Top-1000.[10] In den USA ist der Name seit 1881 in den Top-1000 anzutreffen. Zwischen Ende der 1940er bis Anfang der 1980er Jahre lag er in den Top-200.[11] Der Name zählte in Neuseeland Anfang der 1970er Jahre kurzzeitig zu den Top-100.[12]

Namenstag

16. Juli

Varianten

Eine seltene, eingedeutschte Form ist die Schreibweise Karmen.[13] Weitere Varianten sind:[14]

  • Carmela (italienisch, spanisch)
  • Camalia (italienisch)
  • Camarita (australisch)
  • Cameile (australisch)
  • Camela (französisch)
  • Camelai (lateinisch)
  • Camelia (US-amerikanisch, dänisch, italienisch, lateinisch, rumänisch)
  • Camelias (französisch)
  • Camelie (dänisch)
  • Carmaine (griechisch)
  • Carmal (australisch)
  • Carmaletia (australisch)
  • Carme (katalanisch)
  • Carmel
  • Carmela
  • Carmella
  • Carmelia (französisch)
  • Carmelina (hebräisch, italienisch, spanisch)
  • Carmina
  • Carmine (italienisch)
  • Carminella (australisch)
  • Karmel (hebräisch, baskisch, lateinisch)
  • Karmela (hebräisch)
  • Karmele (baskisch, französisch)
  • Karmeli (hebräisch)
  • Karmella (französisch, hebräisch)
  • Karmelle (hebräisch, lateinisch)
  • Karmiela (französisch, hebräisch)
  • Karmin (lateinisch)
  • Karmina (britisch, US-amerikanisch)
  • Karmite (französisch, hebräisch)
  • Karmiya (hebräisch)

Namensträger

Namensträgerinnen

Carmen

Variante „Camelia“

Variante „Carmel“

Variante „Carmela“

Variante „Carmella“

Variante „Carmina“

Variante „Karmen“

Fiktive Personen

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden. Lexikon der Vornamen. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04946-2, S. 86.
  2. Wilhelm Gesenius: Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin 1962, S. 636.
  3. a b Carmen. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 24. November 2025.
  4. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 24. November 2025.
  5. Popularity in Italy. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  6. Popularity in Spain. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  7. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  8. Popularity in Poland. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  9. Carmen. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  10. Popularity in England and Wales. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  11. Popularity in the United States. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  12. Popularity in New Zealand. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  13. Beate Varnhorn: Bertelsmann, Das große Lexikon der Vornamen. wissenmedia Verlag, 2008, ISBN 978-3-577-07694-4, S. 86.
  14. Cornelia Nitsch: Vornamen: von beliebt bis ausgefallen. GRÄFE UND UNZER Verlag, 2022, ISBN 978-3-8338-8697-3, S. 36.