Carl von Wrede (Politiker, 1899)
Carl Fürst von Wrede, auch Karl Josef Fürst von Wrede (* 12. Juni 1899 in München; ⚔ 3. Mai 1945 in Märtensmühle bei Rückenwalde in Niederschlesien) war ein deutscher Gutsbesitzer und Mitglied des Bayerischen Landtags.
Leben
Carl von Wrede entstammte dem aus der Kurpfalz kommenden bayerischen Adelsgeschlecht Wrede, das westfälischen Ursprung haben soll. Seine Eltern waren der Gutsbesitzer und Landtagsabgeordnete Karl Philipp von Wrede (1862–1928) und Prinzessin Anna von Lobkowitz (1867–1957). Nach dem Besuch des Humanistischen Progymnasiums Weißenburg und dem Abitur am Wilhelmsgymnasium München musste er ab Oktober 1917 Kriegsdienst leisten, nachdem er am 3. April 1917 in das 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ eingetreten war. Nach dem Krieg betätigte er sich als Mitglied der Bayerischen Volkspartei politisch und war an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik im Jahre 1919 beteiligt. Nach einem Studium der Forstwirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Promotion zum Dr. oec. Publ. absolvierte er sein Referendariat an verschiedenen Forstämtern und war zuletzt bis zum 1. Oktober 1926[1] als Forstamtmann in Riedenburg tätig, als er auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Grund hierfür war die Übernahme des väterlichen Besitzes. Wrede gehörte dem „gleichgeschalteten“ Bayerischen Landtag an, der nicht vom Volk gewählt worden ist, sondern die Sitzverteilung nach den Ergebnissen der halbfreien Reichstagswahl vom 5. März 1933 vorgenommen wurde. Er war stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verfassungsfragen und Mitglied des Ausschusses für den Staatshaushalt. Zudem gehörte er dem „Ältestenrat“ an. Vom 23. Juni bis zum 5. Juli 1933 wurde er in Schutzhaft genommen. Die Nationalsozialisten bekämpften nach der Machtübernahme ihre politischen Gegner systematisch. Wrede führte den Stahlhelm-Bund in Oberfranken, wo er im April 1933 Kommissar für die Angelegenheiten der Organisation war. Er musste wiederum Kriegsdienst leisten und kam kurz vor Kriegsende bei den Kämpfen im Raum Brandenburg ums Leben.
Familie
Er war verheiratet mit Sophie Hedwig Gräfin Schaffgotsch gen. Semperfrei von und zu Kynast (* 1916; † 2008)[2]. Aus der Ehe sind die Kinder Anna Gabrielle (* 1940, ⚭ Rudolph Habsburg-Lothringen (* 1919; † 2010)), Carl (* 1942 auf Schloss Sandsee, ⚭ (I) Ingeborg Hamberger (* 1944), (II) Eva Katharina Kovarcz de Kovarczfalva (* c. 1945) und Sophie Elisabeth (* 1944, ⚭ Tassilo Graf von Montgelas (* 1937)) hervorgegangen.
Siehe auch
Auszeichnungen
- Ehrenritter des Souveränen Malteserordens
Weblinks
Carl von Wrede (Politiker, 1899) in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek
Einzelnachweise
- ↑ Deutsche Digitale Bibliothek: Personalakt Dr. Carl Fürst von Wrede Digitalisat
- ↑ Gothaischer genealogischer Hofkalender nebst diplomatisch-statistichem Jahrbuch. 1910 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).