Carl Seiler (Maler)
Carl Wilhelm Anton Seiler (* 3. August 1846 in Wiesbaden; † 26. Februar 1921 in München) war ein deutscher Genremaler.
Leben
Seiler war der Sohn eines Metzgers. Er besuchte von 1864 bis zum Herbst 1866 die Bauakademie in Berlin und schrieb sich nach abgelegtem Bauführerexamen am 20. Oktober 1866 an der Akademie der Bildenden Künste München[1] bei Karl Raupp ein. Nach Abschluss im Frühjahr 1869 lebte er in München, wo er 1889 „Königlich bayerischer Professor“ und 1890 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste wurde. Während der Zeit in München war er 1870/71 Kriegsteilnehmer im Deutsch-Französischen Krieg. Im Herbst 1893 zog er nach Berlin und wurde 1894, an Stelle des verstorbenen Professors Ludwig Bokelmann, zum Leiter der Malklasse an der Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste berufen.
1895 wurde er zum Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Künste gewählt, gab aber im selben Jahr seine Lehrtätigkeit in Berlin auf und kehrte nach München zurück. Seiler malte im Stile der niederländischen Genremaler des 17. und 18. Jahrhunderts. In den 1890er Jahren stellte er seine Werke im Münchener Glaspalast aus. Für seine Werke wurde er auf dem Pariser Salon des Artistes Indépendants 1903 mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Nach seinem Tod wurden Werke aus seinem Privatbesitz bei Hugo Helbing in München versteigert.[2]
Auszeichnungen
- 1870/71: Kriegsdenkmünze
- 1872: Eisernes Kreuz 2. Klasse
- 1886: Kleine goldene Medaille für Kunst in Berlin
- 1888: Silberne Medaille in Wien
- 1889: Landwehr-Dienstauszeichnung 1. Klasse
- 1890: Kleine goldene Medaille für Kunst in München
- 1891: Rappel der kleinen goldenen Medaille für Kunst in Berlin
- 1892: Silberne Medaille in Madrid
Literatur
- Seiler, Carl Wilh. Anton. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 462–463 (biblos.pk.edu.pl).
- Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays. Band 12: Rottenhamer–Solimena. Gründ, Paris 1999, ISBN 2-7000-3037-0, S. 649.
- Anton von Werner: Ansprachen und Reden an die Studirenden der königlichen akad. Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin und Verzeichniss der Lehrer, Beamten und Schüler derselben seit 1875. Rud. Schuster, Berlin 1896, S. 273 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
Weblinks
- Seiler, Carl Wilhelm Anton – Asamkirche bva.bund.de
Einzelnachweise
- ↑ 02270 Karl Seiler. In: Matrikeldatenbank der Akademie der Bildenden Künste (Hrsg.): Matrikelbuch. Band 2: 1848–1884. München (matrikel.adbk.de).
- ↑ Ölgemälde moderner Meister aus den Nachlässen Professor Carl Seiler, München, Stuttgarter Privatbesitz, Graf Nikaolai v. Adlerberg, München und aus anderem Besitz Auktion … München 1921, OCLC 935326949.