Carl Kröpelin

Carl Kröpelin, Vorname auch Karl (* 12. September 1893 in Velgast; † 20. März 1977 in München), war ein deutscher Schlosser, Revolutionär der Münchner Räterepublik, Politiker, Verwaltungsbeamter und Mitglied im Provisorischen Nationalrat[1] und im Bayerischen Beratenden Landesausschuss.

Kröpelin besuchte die Volksschule, anschließend die Gewerbeschule und absolvierte danach ein Jahr an der Hauptgewerbeschule in Hamburg.[2] Er machte eine Schlosserlehre und arbeitete als Schlosser und Kolonnenführer in Hamburg. Vom 1914 bis 1918 nahm Kröpelin als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, in dessen Verlauf er zweimal schwer verwundet wurde.[1] Schon vor dem Krieg war er 1912 der SPD beigetreten, wurde aber dann 1917 Mitbegründer der Münchner USPD und deren 1. Vorsitzender für Südbayern. Später wechselte er zur SPD zurück.

Kröplin war ab 1918 im Revolutionsausschuss Mitglied des Provisorischen Nationalrats, Mitglied im Revolutionären Arbeiterrat und im Vollzugsrat der Arbeiterräte Bayerns während der Münchner Räterepublik. Nach deren Ende baute er im Auftrag des Münchner Stadtrats und der Freien Gewerkschaften die erste Städtische Erwerbslosen-Fürsorge in München auf und wurde kurzzeitig deren Leiter.[1] Ab 1920 war er zunächst Angestellter des Deutschen Metallarbeiterverbands in München und wurde dort später 2. Geschäftsführer. Von 1919 bis 1932 war er zudem Fraktionsvorsitzender im Kreistag von Oberbayern. Beruflich bildete er sich weiter und wurde Lehrer für Arbeitsrecht an der Gewerkschaftsschule München sowie ehrenamtlicher Landesarbeitsrichter am Landesarbeitsgericht München. Nach der Machtergreifung verlor er 1933 seine Ämter und wurde aus dem Staatsdienst entlassen.[2]

Er begann als Handelsvertreter zu arbeiten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er 1945 Abteilungsleiter im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziale Fürsorge. Kröplin war von 1945 bis 1947 für die SPD Stadtrat in München und wurde als Ministerialrat in den Bayerischen Beratenden Landesauss berufen.[3] Kröpelin emigrierte 1947 in die USA und ließ sich in Long Island City (New York) nieder, kehrte aber 1976 zurück.

Kröpelin war mit Emilie, geborene Landauer, verheiratet. Sie hatten einen Sohn, der 1920 geboren wurde.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c Kröpelin, Carl bavariathek.bayern, Parlamentsdatenbank der Bavariathek
  2. a b Carl Kröpelin hdbg.eu des Hauses der Bayerischen Geschichte
  3. Niederschrift der ersten Tagung des Bayerischen Beratenden Landesausschusses vom 21. bis 28. Februar 1946 in der Universität in München Seite 6
  4. Peter Zahn, Andreas Heusler, Michael Brenner: Hilfe für Juden in München Seite 158, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2013, ISBN 978-3-486-79643-8