Carl Koch (Kunsthistoriker)
Carl Koch, vollständiger Name Carl Friedrich Wilhelm Koch (* 21. Januar 1884 in Düsseldorf; † 5. November 1969 in Berlin) war ein deutscher Kunsthistoriker.[1]
Leben
Carl Koch war ein Sohn des Kunstmalers Karl Friedrich Koch (1856–1943) und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Schubarth. Über Ausbildung und frühes Wirken ist nichts Näheres bekannt. Koch war ein großer Verehrer von Robert Vischer. Ob er auch sein Schüler war, ist nicht sicher. 1919 heiratete er in Berlin Emilie Franziska Hermine Kilian (1890–1959). Zu der Zeit war er Kunsthistoriker und Doktor der Philosophie.[2] Anfang der 1920er Jahre trat er in den Dienst der staatlichen Museen in Berlin, wurde dort Kustos[3] der Kunstbibliothek und 1931 zum Professor ernannt.[4] Im Mai 1943 wurde er als Direktor an die Museumsbibliothek versetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er am 1. Januar 1947 als Direktor an die Kunstbibliothek versetzt. Bis zum 15. September 1948 blieb er in Personalunion auch Leiter der Museumsbibliothek. Dank seiner guten Beziehungen zur sowjetischen Administration, gelang es ihm, Teile der nach Thüringen und ins Bergwerk Schönebeck ausgelagerten Bestände nach Berlin zurückzuholen und die Kunstbibliothek im Herbst 1947 im Dahlemer Museum wiederzueröffnen. Im Frühjahr 1948 konnte Koch noch Mobiliar der Kunstbibliothek von der Museumsinsel sowie Bestände aus der Prinz Albrecht-Straße nach Dahlem verlegen. Im Juni 1948 untersagte die sowjetische Zentralkommandantur die Verlagerung von Kunstgegenständen des sowjetischen Sektors in andere Sektoren, so dass weitere auf der Museumsinsel eingelagerte Sammlungsbestände der Kunstbibliothek dort bleiben mussten. Es gelang ihm ein neues Domizil für sein Institut in der Jebensstraße 2 in Berlin-Charlottenburg zu gewinnen, das er am 20. Januar 1954 wieder eröffnete. Am 31. Juli 1954 trat er dann im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand. Koch starb durch einen tragischen Verkehrsunfall und wurde auf dem Friedhof Dahlem beigesetzt.
Schriften
- Zeichnungen altdeutscher Meister zur Zeit Dürers, Ernst Arnold, Dresden 1922
- Zu Robert Vischers achtzigstem Geburtstag. In: Wilhelm Waetzoldt (Hrsg.): Repertorium für Kunstwissenschaft. Band 48. Walter de Gruyter, Berlin/Leipzig 1927, S. 119 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Schmückende und gestaltende Farbe, Teubner, Leipzig/Berlin 1932
- Die Zeichnungen Hans Baldung Griens, Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, 1941
- Die Kunstbibliothek. Eine Einführung für ihre Benutzer, 1. Aufl., Ehemals Staatliche Museen Berlin 1954
Literatur
- Joachim Brand: Die Bibliotheken der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Köln 2000, S. 31–35, 66–68 (uni-heidelberg.de [PDF]).
Einzelnachweise
- ↑ Standesamt Berlin-Schöneberg, Sterbebuch 1969, Urkunde Nr. 2059
- ↑ Standesamt Berlin 3, Heirats-Nebenregister 1919, Urkunde Nr. 548
- ↑ Koch, Carl, Dr. phil., Kustos der staatl. Museen. In: Berliner Adreßbuch, 1926, Teil 1, S. 1619.
- ↑ Koch, Carl, Dr. phil. Prof., Kustos. In: Berliner Adreßbuch, 1932, Teil 1, S. 1635.