Carl Hoffmann (Bildhauer)

Carl Moritz Hoffmann (* 1880 in Wien; 1950 in Mainz[1]) (auch Karl Moritz Hoffmann, Karl Hoffmann) war ein Bildhauer.

Zum Bildhauer

Carl Hoffmann kam von Wien über Frankfurt am Main nach Mainz und reiste für Studienaufenthalte nach Italien und Paris. Er war seit 1900 in Mainz ansässig[2] und betrieb ein Atelier in der Rheinallee 17.[3] Sein Schwerpunkt lag in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg auf öffentlichen Gedenk- und Kriegerdenkmälern in und um Mainz und in Rheinhessen.

Werk

Gedenk- und Kriegerdenkmäler

  • An der östlichen Sockelwand der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Zornheim gestaltete Carl Hoffmann um 1930 ein Kriegerdenkmal.[4]
  • Das Kriegerdenkmal auf dem Alten christlichen Friedhof in Gau-Algesheim entwarf Georg Busch aus München, Carl Hoffmann führte es 1931 aus.[5]
  • Carl Hoffmann steuerte die Bronzeplastik eines Löwen im Ehrenhof des 1933 eingeweihten Ehrenmals für das 3. Großherzoglich-Hessische Infanterie-Leibregiment Nr. 117 „Großherzogin“ in Mainz bei,[7] die bei Alfred Burgau in Augsburg gegossen wurde.[8] Das Regiment war Teil der Armee des Großherzogtums Hessen und war bis zu seines Auflösung nach dem Ersten Weltkrieg vorwiegend in Mainz stationiert. Der Löwe war das Wappentier des Großherzogtums.
  • 1934 errichtete Carl Hoffmann zusammen mit dem Architekten J. Freitag das Kriegerdenkmal in Heidesheim, das in die Mauer des alten Kirchhofs integriert wurde.[9]
  • In Mainz-Ebersheim schuf Carl Hoffmann 1934 ein Kriegerdenkmal. Es befindet sich an der Kirche St. Laurentius in der Römerstraße und trägt seine Signatur „C. Hoffmann Mainz“.[10]
  • Ein weiteres Ehrenmal schuf er in Gundersheim bei Worms 1935 oder 1936.[11]
  • Ein weiteres großes Werk ist das Ehrenmal für den Kreuzer „Mainz“, das 1939 am heutigen Adenauerufer aufgestellt wurde. Es besteht aus einer Steinsäule mit bekrönendem Adler. Die Reliefs und der Adler stammen von Carl Hoffmann.[12]
  • Ohne Angabe zum Jahr des Entstehens findet sich weiter der Hinweis auf einen knienden Krieger über dem Kapelleneingang in Mainz-Kostheim.[13]

Weiteres Schaffen

1925 schuf Carl Hoffmann die Kunst am Bau an einem Wohnblock „hinter dem Fichteplatz“[14] in Mainz.[15]

Von Carl Hoffmann stammten der Adler und weitere Bauplastik des 1931 eingeweihten Denkmals für Gustav Stresemann in Mainz. Das Denkmal stand am Fischtorplatz und wurde 1935 oder 1936 abgerissen.[16]

1932 stellte der Verschönerungsverein den Madonnenbrunnen, einen Laufbrunnen in der Straße Kirschgarten in Mainz, auf. Benannt ist er nach der Brunnenfigur, dem Abguss einer Madonnen-Figur aus Harxheim. Die Reliefs am Brunnenbecken schuf Carl Hoffmann.[17]

Vermutlich 1935 oder kurz zuvor entstand der Kopf des Baritonisten Hans Komregg.[18]

Nachdem ein Brand im Dachstuhl des Empfangsgebäudes des Mainzer Hauptbahnhofs am 23. Dezember 1934 das Gebäude schwer geschädigt hatte, wurde es bis 1939 wieder instand gesetzt. Dabei wurden in die Haupthalle vier große Reliefplatten von Carl Hoffmann eingefügt, die vier Arten des Verkehrs darstellen: Eisenbahn-, Straßen- und Luftverkehr sowie die Schifffahrt. Bei einem weiteren Umbau des Empfangsgebäudes, der 2003 abschloss, wurden die Reliefplatten in die westlich der Gleisanlagen den Hang abstützende Wand versetzt.[19]

Ohne Angabe zum Jahr der Entstehung werden genannt:

  • eine Caritas-Figur am Aliceheim in Mainz[20] und
  • dekorative Embleme der Ehrenhalle auf dem Friedhof in Mainz.[21]

Zum weiteren Schaffen von Carl Hoffmann ist bekannt, dass er auf der Gauausstellung für Bildende Kunst 1942 in Frankfurt am Main mit einer Büste des „Führers“ vertreten war.[22]

Literatur

  • Franziska Größl: Das Kriegerdenkmal in Mainz-Ebersheim (PDF; 0,3 MB); abgerufen am 21. November 2025.
  • Dieter Krienke: Kreis Mainz-Bingen. Städte Bingen und Ingelheim, Gemeinde Budenheim, Verbandsgemeinden Gau-Algesheim, Heidesheim, Rhein-Nahe und Sprendlingen-Gensingen (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 18.1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2007, ISBN 978-3-88462-231-5.
  • Dieter Krienke: Kreis Mainz-Bingen. Verbandsgemeinden Bodenheim, Guntersblum und Nieder-Olm (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 18.2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2011. ISBN
  • Dieter Krienke: Stadt Mainz. Vororte mit Nachträgen zu Band 2.1 und Band 2.2 (= Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 2.3). Werner, Worms 1997, ISBN 3-88462-140-8.
  • Heinz Leitermann: Bildhauer-Werkstätten in Mainz. Besuch bei Mainzer Bildhauern. In: Mainzer Anzeiger. 22. Januar 1935, S. 9f.
  • Michael Lipp (Hrsg.): Brunnen, Denkmäler und Plastiken in Mainz. Versuch einer Bestandsaufnahme. Schmidt, Mainz 1991, ISBN 3-87439-198-1.
Commons: Carl Hoffmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Das Denkmal steht in der Pfarrer-Grimm-Anlage an der Breiten Straße in Mainz-Gonsenheim (Dieter Krienke: Stadt Mainz. Vororte. S. 81f.).

Einzelnachweise

  1. Lipp, S. 166.
  2. Leitermann, S. 9.
  3. Größl, S. 5, Anm. 16.
  4. Krienke: Stadt Mainz. Vororte. S. 353f.
  5. Krienke: Kreis Mainz-Bingen Band 18.1, S. 272.
  6. Dieter Krienke: Stadt Mainz. Vororte. S. 82; Lipp, S. 127, Nr. 169.
  7. Angela Schumacher und Ewald Wegner: Stadt Mainz. Stadterweiterungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 2.1. 2. Auflage). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1997, ISBN 3-88462-138-6, S. 58; Lipp, S. 51, Nr. 63; Leitermann, S. 9; Guillermo Döring: Der 117er Ehrenhof. Geschichte und Erinnerungskultur (PDF; 0,5 MB).
  8. Walter Hoffmann: Ein mahnendes Monument. Fünfzig Jahre 117er Ehrenmal. Auch ein Kapitel Garnisonsgeschichte.: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte Bd. 2, H. 2, 1983, S. 113–115.
  9. Krienke: Kreis Mainz-Bingen Band 18.1, S. 318; Leitermann, S. 9.
  10. Größl, S. 6; Lipp, S. 159, Nr. 232; Kriegerdenkmäler in Mainz (Weblinks).
  11. Leitermann, S. 9 [mit Abbildung]; NN: Mainzer Bildhauer in der Rheinhessen-Ausstellung. In: Mainzer Anzeiger vom 11. Juni 1935, S. 4; Dieter Krienke und Ingrid Westerhoff: Kreis Alzey Worms. Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 20.3). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2018, ISBN 978-3-88462-379-4, S. 218.
  12. Lipp, S. 64, Nr. 82; Kriegerdenkmäler in Mainz (Weblinks).
  13. Leitermann, S. 9.
  14. Angela Schumacher und Ewald Wegner: Stadt Mainz. Stadterweiterungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (= Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 2.1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms, 2. Auflage 1997, ISBN 3-88462-138-6, S. 176.
  15. Leitermann, S. 9.
  16. Lipp, S. 65, Nr. 84; Leitermann, S. 9; Kriegerdenkmäler in Mainz (Weblinks).
  17. Ewald Wegner: Stadt Mainz – Altstadt (= Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 2.2). 3. Auflage, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1997, ISBN 3-88462-139-4, S. 244; Lipp, S. 19, Nr. 16.
  18. lb: Mainzer bildende Kunst im Stadttheater. Schon Interesse fördert die Künstler, die mit und unter euch leben! In: Mainzer Anzeiger vom 5. November 1935, S. 2.
  19. Paul-Georg Custodis und Joachim Glatz: Rentabilität und Geschichte. Bahnhofsumbauten in Koblenz, Mainz und Worms. In: Baudenkmäler in Rheinland-Pfalz 2003. Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3386-2, S. 66–69 (67f.)
  20. Leitermann, S. 9.
  21. Leitermann, S. 9.
  22. Friedrich Schütz: Mainz vor 50 Jahren. 1. Juli bis 30. September 1942. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte. Bd. 12, H. 3. Bonewitz, Bodenheim 1992, S. 129–132 (132).