Carl Friedrich Kotschy

Carl Friedrich Kotschy (auch Karol Fryderyk Kotschy (Koczy); * 26. Januar 1789 in Teschen; † 9. Februar 1856 in Ustroń) war ein österreichischer protestantischer Geistlicher und Pomologe. Er gehörte 1848/49 der Frankfurter Nationalversammlung an.

Leben

Der Sohn des Teschener Lehrers Johann Gottfried Kotschy studierte zwischen 1807 und 1810 Theologie an der Universität Leipzig und schrieb sich dort ebenfalls für die Vorlesungen in Medizin und Botanik ein. In Leipzig gehörte er dem örtlichen Studentenkorps an.

Seit 1810 übte er in Ustron, einem polnisch-schlesischen bzw. wasserpolnischen Dorf, das Pastorenamt aus. 1833 erschien in Brünn sein überarbeiteter lutherischer Katechismus. Kotschy geißelte in seinen Schriften und Predigten vor allem die Trunksucht. 1811 gründete er den Enthaltsamkeitsverein in Ustron. Er gehörte dem Leseverein der schlesischen Pfarrer an und war nach 1842 Mitglied des Gustav-Adolf-Vereins. Zudem war er Mitglied der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur sowie der Mährische-Schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Brünn an.

Kotschy gehörte für den Wahlkreis Österreichisch-Schlesien mit Teschen und Bielitz der Frankfurter Nationalversammlung vom 2. Juli 1848 bis zum 30. Mai 1849 an. Er war Mitglied der demokratischen Fraktion Deutscher Hof. Er hat gegen die Wahl Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen gestimmt.

Auf die Initiative von Paweł Stalmach, dem Gründer der polnischen Nationalbewegung im Teschener Schlesien, erschien am 6. Mai 1848 mit dem Tygodnik Cieszyński die erste polnischsprachige Zeitung der Region. Als Antwort darauf veröffentlichte Kotschy gemeinsam mit Andrzej Źlik, dem Professor am evangelischen Gymnasium in Teschen, ab dem 5. Juni 1848 die zweite polnischsprachige Zeitung Nowiny dla ludu wiejskiego. Diese war deutschfreundlich eingestellt und stand der polnischen Nationalbewegung kritisch gegenüber. Sie wurde zu einer Keimzelle der künftigen schlonsakischen Bewegung (siehe Józef Kożdoń).

Neben mehreren theologische Schriften, einer polnischen Sprachfibel sowie belletristischen Werken publizierte Kotschy auch zu naturwissenschaftlichen Themen. Er war Mitglied der pomologische Gesellschaft "Van Mons" in Brüssel. Hauptsächlich galten diese Werke dem Klima und der Flora der Westbeskiden. Kotschy beschrieb mehrere Pflanzenarten seiner Heimat, zu seinen Veröffentlichungen zählen Über ein auf der Barania gefundenes rothblühendes Sedum und Tozzia alpina L. auf der Barania entdeckt.

Aus seiner Ehe mit Julie Schimko gingen drei Söhne hervor. Hermann Julius und Oskar wurden Pastoren, Theodor (1813–1866) war ein bekannter Botaniker und Forschungsreisender.

Siehe auch

Literatur