Carl Domschke
Carl August Domschke (auch Karl; * 14. November 1811 in Berlin; † 30. Dezember 1881 ebenda)[1][2] war ein deutscher Maler, Zeichenlehrer und Professor.
Biografie
Carl Domschke, Sohn des Kattunwebers Johann Gottlob Domschke, studierte ab 1832 an der Akademie der Künste in Berlin, wurde 1835 vom Direktor Schadow als „Eleve“ geehrt und ging im März 1837 in das Atelier von Wilhelm Hensel. Im selben Jahr wurde er Assistenzlehrer an der Kunst- und Gewerkeschule, zu der er 1859 als Hauptlehrer berufen wurde, ab 1869 Königliche Kunstschule. Er erhielt 1840 die Große Akademische Medaille. Ab 1839 vertrat er Professor Berger und wurde ab 1850 als Zeichenlehrer für Anatomie und Proportionen an der Akademie der Künste angestellt, ab 1875 an der neu gegründeten Akademie der bildenden Künste. Außerdem unterrichtete er 31 Jahre Zeichnen an der Luisen-Stiftung und 20 Jahre an der Friedrichs-Realschule und dem Friedrichs-Gymnasium. 1861 wurde er Professor und 1865 Inspektor der Akademie der Künste, an deren Ausstellungen er sich bereits ab 1836 regelmäßig beteiligt hatte. Einer seiner bekanntesten Schüler war Heinrich Zille. Zunächst malte er Landschaften und Genrebilder, wobei er Motive des ländlichen Alltags bevorzugte. Später trat er als Historienmaler hervor.
Domschke war ab 1842 mit Karoline Magdalena Haun verheiratet.[3] Er starb 1881 im Alter von 70 Jahren in seiner Wohnung am Belle-Alliance-Platz 17.[1] Er wurde später auf dem Dom-Friedhof I in Berlin-Mitte begraben (Grab nicht mehr auffindbar).[4]
Werke (Auswahl)
- Ein blinder Spielmann (1836)
- Der Spanier und die Maurin (1838)
- Märkischer Naturgenuß (1838)
- Der Rückzug (1839)
- Der betrunkene Liebhaber (1844)
- Ein Milchwagen (1844)
Schriften
- Der Ornamentenzeichner; eine vollständige Schule zum Unterricht im Ornamentenzeichnen. Winckelmann, Berlin 1850.
- Wegweiser für den praktischen Unterricht im Freihandzeichnen : zum Schulgebrauch und zum Selbstunterricht. Landau, Berlin 1869.
- Atlas zu Domschke’s Wegweiser : für den practischen Unterricht im Freihandzeichnen. N. Landau, Berlin 1869.
- Handbuch zur proportionslehre des menschlichen körpers von mann, weib und dreijährigen knaben, nach der natur und mit benutzung des Polyclet des Schadow, mit angabe der wirklichen natur-(normal) grösse nach dem rheinländischen zollstock und dem metermässe. Loewenstein, Berlin 1878.
- Handbuch der plastischen Anatomie des Menschen. Blasewitz:Loewenstein, Dresden 1879.
Literatur
- Gernot Ernst: Die Stadt Berlin in der Druckgrafik 1570–1870. Bd. 1. 1. Auflage. Lukas-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86732-055-9, S. 242.
- Anton von Werner: Ansprachen und Reden an die Studirenden der königlichen akad. Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin und Verzeichniss der Lehrer, Beamten und Schüler derselben seit 1875. Rud. Schuster, Berlin 1896, S. 189 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
- Domschke. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 9: Delaulne–Dubois. E. A. Seemann, Leipzig 1913, S. 417 (Textarchiv – Internet Archive).
Weblinks
- Gemälde „Im Schulzimmer“. In: Museum Digital. Abgerufen am 15. April 2021
Einzelnachweise
- ↑ a b Standesamt Berlin II: Sterbeurkunde Karl Domschke. Nr. 1014/1881.
- ↑ Taufeintrag Carl August Domschke: Kirchenbücher Evangelische Bethlehemkirche Berlin:Taufen 1803–1914, S. 166 Nr. 190
- ↑ Heiratseintrag Karl August Domschke: Kirchenbücher Evangelische Kirche, Dom Berlin: Heiraten 1833–1862, S. 126 Nr. 23
- ↑ Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, 2006, ISBN 3-7759-0476-X, S. 8.