Carl Christian Heubach

Carl Christian Heubach (* 21. Oktober 1769 in Grünstadt; † 16. September 1797 in Bad Kreuznach) war ein deutscher Pädagoge, Altphilologe, Preisträger der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und französischer Regierungsbeamter.

Leben und Wirken

Carl Christian Heubach besuchte das Gymnasium in Grünstadt. Er studierte Philosophie an der Universität Göttingen und reichte eine lateinische Abhandlung über die Polizei im alten Rom ein, die 1791 ausgezeichnet wurde.[1][2] Im selben Jahr ging er als Hilfslehrer an das Gymnasium Philippinum Weilburg, an dem er Griechisch unterrichtete und neue Lehrmethoden einführte. Im September 1792 wechselte er als Konrektor an sein früheres Gymnasium. Der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen während des Ersten Koalitionskrieges führte zum Abbruch der pädagogischen Laufbahn.

Am 10. März 1793 wurde in Grünstadt auf Anordnung der Revolutionäre ein Freiheitsbaum errichtet. Auf Drängen des Regierungskommissärs Johann Christoph Bleßmann hielt der Grünstadter Konrektor aus diesem Anlass eine Festrede. Als sich die Franzosen am 1. April kriegsbedingt aus Grünstadt zurückzogen, schloss sich Heubach ihnen an, um Repressalien zu vermeiden. In Straßburg wurde er Sekretär bei der Verwaltung des Département Bas-Rhin, danach musste er deutsche Kriegsgefangene beaufsichtigen und reiste mit ihnen durch Frankreich. Schließlich führte er das Rechnungswesen im Hüttenwerk der Familie De Dietrich in Niederbronn-les-Bains. Danach fungierte Heubach als Dolmetscher unter Jean Baptiste Holtz[3] bei der Generalverwaltung der besetzten linksrheinischen Gebiete in Trier. Im Frühjahr 1797 hielt er sich familiär bedingt in Grünstadt auf und wollte von dort nach Kreuznach reisen. Bei Dalsheim wurde er von Husaren der Kaiserlichen Armee verhaftet. Obwohl General Charles Nicolas Oudinot Protest gegen dagegene einlegte und die Freilassung Heubachs forderte, wurde er nach Worms, Mainz, Mannheim, Cannstatt und zuletzt nach Heidelberg verschleppt. Dort wurde er nach etwa sieben Wochen im Rahmen des Vorfrieden von Leoben wieder an die französischen Vorposten überstellt. Seither arbeitete er als Sekretär bei der französischen Bezirksregierung in Kreuznach. Dort starb er nach wenigen Monaten, mit 27 Jahren, vermutlich infolge von Krankheiten, die er sich während seiner Internierung zugezogen hatte.

Mit Christian Gottlob Heyne und Christian Gottfried Schütz verband ihn eine Bekanntschaft, an Letzteren ist ein Brief erhalten.[4]

Literatur

  • Samuel Baur: Allgemeines Historisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem lezten Jahrzehend des achtzehnten Jahrhunderts gestorben sind, Ulm, 1803, 5. Teil, Spalte 477; (Digitalscan)
  • Nicolaus Gottfried Eichhoff: Geschichte des Herzoglich Nassauischen Landesgymnasiums in Weilburg, Weilburg, 1840, S. 192; (Digitalscan)
  • Nachruf, in: National-Zeitung der Deutschen, 1797, Spalte 375 u. 376 des Jahrgangs; (Digitalscan)

Einzelnachweise

  1. Der Anzeiger: ein Tagblatt zum Behuf der Justiz, der Polizey und aller bürgerlicher Gewerbe, Jahrgang 1791, Spalten 471 u. 472 des Jahrgangs; (Digitalscan)
  2. Digitalansicht der preisgekrönten Abhandlung
  3. André Bandelier: Jean-Baptiste Holtz. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 28. November 2006, abgerufen am 30. Juni 2019.
  4. Friedrich Karl Julius Schütz: Christian Gottfried Schütz: Darstellung seines Lebens, Charakters und Verdienstes, nebst einer Auswahl aus seinem litterarischen Briefwechsel, Band 1, S. 175 u. 176, Halle, 1834; (Digitalscan)